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    Auf geht’s in die zweite Runde der „Die Bestimmung“-Serie. Oft haben diese Mittelteile ja ihre Probleme, weil sie weder einen richtigen Anfang, noch ein richtiges Ende haben. Ob auch „Insurgent“ dieses Schicksal teilt?

    insurgent_cover

    (c) Concorde Film
    Laufzeit: 119 Minuten
    ab 27.08.2015 im Handel
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    Die Auserwählte
    Tris ist mit ihrem Freund Four, ihrem Bruder Caleb und Peter auf der Flucht und hat bei den friedfertigen Amite Unterschlupf gefunden. Doch die Ken machten unter Führung von Despotin Jeanine weiter Jagd auf die Unbestimmbaren und so endet die Zeit im Exil bald, zumal Four, Tris und den Ferox der Angriff auf die Altruan angelastet wird. Auf der Flucht versuchen Four und Tris die Fraktionslosen und die wahrheitsliebenden Caleb als Verbündete zu gewinnen. Doch die Jagd auf sie geht unbarmherzig weiter.

    Wer Teil 1 nicht kennt oder (wie ich) kein gutes Gedächtnis hat, wird zu Beginn nur sehr rudimentär wieder auf Stand gebracht. Kenner des Buches werden sich indes gleich zu Anfang wundern, wenn ein seltsames Kästchen aus den Ruinen der Altruan-Siedlung geborgen wird, das im weiteren Verlauf eine wichtige Rolle spielt und von dem in den Romanen nie die Rede ist. In den Extras wird erklärt, diese Änderung sei nötig gewesen, um einige Handlungsstränge aus dem Buch zusammenfassen zu können, da die Spielzeit des Films nun einmal begrenzt sei. Im Prinzip verständlich, nur präsentieren sich die Drehbuchautoren einfallslos. Dieses Kästchen kann nur von einem Unbestimmten geöffnet werden und nun ratet mal, wer diejenige ist, die am Ende als einzige dazu in der Lage ist.

    Neben dieser Vorhersehbarkeit und einigen logischen Problemen rund um die Box und deren Inhalt, sind es die aus dem ersten Teil bekannten Schwächen, die den Film Punkte kosten. Obwohl Shailene Woodley schauspielerisch wieder alle Register zieht, nimmt man der zierlichen Aktrice die toughe Tris, die gern mal eine Schlägerei vom Zaun bricht, auch mit kurzen Haaren nicht ab. Zwar lernen wir dieses Mal mehr über die anderen Fraktionen, trotzdem kratzt der Film zu oft wieder nur an der Oberfläche und die Gesellschaftskritik wurde gegenüber Teil 1 leider auch merklich zurückgefahren. Im Grunde konzentriert sich alles auf Tris, alle anderen Figuren bekommen kaum Zeit zur Entfaltung und vieles wird zwar angedeutet, bleibt für Nicht-Kenner der Vorlage aber nebulös.

    So muss es dann die Action richten und in Sachen Schauwerte fährt Regisseur Robert Schwentke auch einige Geschütze auf, zuweilen übertreibt er es dabei sogar schon wieder. Zwischendurch ist dann immer eine Menge Leerlauf, die u.a. mit Romantik und sehr vielen Klischees gefüllt wird, die man so schon allzu oft gesehen hat und der Story bis zum dann wieder fulminanten Finale einen eher bräsigen Verlauf bescheren.

    Fazit

    Insurgent ist durch einige Änderungen gegenüber der Vorlage zu einer Auserwählten-Story von der Stange geworden, in der alle Figuren außer Tris recht blass bleiben und zu oft nur an der Oberfläche der komplex erscheinenden Welt gekratzt wird. Die Schauwerte sind zwar sehenswert aber selten und können die insgesamt eher schwache Story nur noch in den Durchschnitt hieven.

    Wertung


    Pro

    • interessante Zukunftsvision
    • sehenswerte Performance von Woodley
    • tolle CGI-Effekte

    Contra

    • Auserwählten-Story von der Stange
    • viele weitere Klischees
    • einige Logik-Probleme
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    Kategorien: Filme, Science-Fiction
    von Jörg Benne 21.Aug.2015 2.144 x gelesen