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    Disney besinnt sich in Sachen Animationsfilm auf seine Vergangenheit und hat sich wieder den klassischen Märchen zugewandt. Nach „Rapunzel – Neu verföhnt“ wurde nun aus Andersens Schneekönigin „Die Eiskönigin – Völlig unverfroren“ – neben der Märchenthematik haben sie auch die etwas dümmlichen deutschen Untertitel gemeinsam. Herausgekommen ist der bislang kommerziell erfolgreichste Disney-Animationsfilm (weltweit über 1 Mrd $ Einspiel) – aber auch einer der besten seiner Art?

    Eine eisige Gabe
    Elsa und Anna sind die Prinzessinen von Arendelle und wachsen behütet bei ihrer Familie auf. Doch Elsa hat ein Geheimnis: Sie kann Eis herbeizaubern und Dinge gefrieren lassen. Manchmal gerät diese Fähigkeit außer Kontrolle. Als sie aus Versehen Anna verletzt, beschließen die Eltern, Elsa von der Außenwelt abzuschotten.
    Jahre später, nachdem die Eltern gestorben sind, soll Elsa zur neuen Königin gekrönt werden, doch ihre Fähigkeiten geraten vollends außer Kontrolle und lassen das ganze Land in Schnee und Eis versinken. Von den Krönungsgästen als Monster beschimpft, flieht Elsa aus dem Palast. Anna macht sich auf, ihre Schwester zu finden und das Unheil rückgängig zu machen.

    Wer Andersens Vorlage kennt, wird bei dieser Zusammenfassung wohl die Stirn runzeln, aber die Geschichte diente auch nur vage als Vorlage. Die Stirn runzeln werden auch all jene, die die Gesangseinlagen aus alten Disney-Filmen in keinster Weise vermisst haben, denn hier kehren sie mit Macht zurück. Vor allem in der ersten Hälfte des Films wird sehr viel gesungen und der Streifen wird eher zum Musical – um in der letzten halben Stunde dann nahezu komplett auf Gesang zu verzichten. Nicht alle Songs sind wirklich gelungen (was zum Teil auch an der deutschen Übersetzung liegen mag), einige aber reißen wirklich mit und auch die deutschen Stimmen singen sich dann geradezu die Seele aus dem Leib.

    Die Geschichte selbst ist eine zweischneidige Sache. Sie überzeugt einerseits durch sympathische Figuren, allen voran Schneemann Olaf und Rentier Sven, aber auch Prinzessin Anna gewinnt mit ihrer tollpatschig-stürmischen Art schnell die Herzen der Zuschauer. Lobenswert ist auch, dass Eiskönigin Elsa eben nicht die Böse ist, die kaltherzig alles einfriert, weil es sie danach gelüstet, sondern eine von ihrer Gabe Getriebene.
    Andererseits hat die Geschichte aber auch einige Plattheiten zu bieten, gerade die Lösung für Elsas Problem ist an Kitsch kaum zu überbieten und wirklich originell ist die Story insgesamt auch nicht – abgesehen von Schneemann Olaf, der das Zeug zur Kultfigur hat.

    Technisch gibt es absolut gar nichts zu meckern. Die Animationen sind großartig, vor allem der Schnee sieht toll aus. Dürftig ist wiederum die Ausstattung der DVD: Außer dem Mickey-Kurzfilm „Get a Horse“ ist nichts an Extras enthalten, keine Kommentare, kein Making-Of, keine entfallenen Szenen, nichts. Schade.

    Fazit

    Die Eiskönigin ist ein klassisches Märchen mit viel Gesang. Die Geschichte weiß nicht in allen Bereichen zu begeistern und setzt eine gewisse Kitsch-Resiszenz voraus, ist aber solide, herzerwärmende Kost und wer die alten Disney-Klassiker mag, wird sicher auch dem Zauber der Eiskönigin erliegen. Wer auf Gesang in Animationsfilmen gut verzichten kann, muss in der ersten Hälfte eben die Zähne zusammenbeißen – und wird mit liebenswerten Sidekicks, einigen guten Gags und technisch perfekter Umsetzung entschädigt.

    Wertung


    Pro

    • liebenswerte Figuren (allen voran Olaf)
    • technisch perfekt umgesetzt

    Contra

    • zu Beginn (zu) viel Gesang
    • Geschichte zum Teil arg kitschig

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Fantasy, Filme
    von Jörg Benne 30.Mrz.2014 4.670 x gelesen

    Die Eiskönigin
    Publisher Disney
    Regie Chris Buck Jennifer Lee
    Genre Märchen
    Länge99 Minuten
    Altersfreigabeab 0 Jahren
    Weitere Infos
    Termine
    DVD/Blu-Ray03.04.2014 Kaufen
     

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