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    Der Zauberer von Oz ist ein Filmklassiker, hierzulande kennen aber nur wenige die in Übersee sehr populäre Jugendbuchserie mit 14 Bänden, die dem Film zugrunde liegt und zwischen 1900 und 1920 erschien (viele Teile sind jedoch nie in Deutschland veröffentlicht worden). Walt Disney höchstpersönlich wollte wegen der Popularität schon zu Lebzeiten einen Oz-Film machen, erstand auch die Rechte, doch erst im vergangenen Jahr setzte der Disney-Konzern die Filmpläne ihres Gründers um – wohl nicht zuletzt bestärkt durch den enormen Erfolg von Alice im Wunderland. Erzählt wird in „Die fantastische Welt von Oz“ allerdings keine Romanhandlung, sondern eine Vorgeschichte zum Zauberer von Oz.

    Der Möchtegernzauberer
    Oscar Diggs (James Franco), selbstgefälliger Hallodri und passionierter Schürzenjäger, strebt nach Größe und Ruhm, ist allerdings nur ein mittelmäßiger Zauberer, der sich „Oz“ nennt und in einem provinziellen Wanderzirkus durch Kansas tourt. Als er dem Falschen die Frau auszuspannen versucht, muss er mit einem Ballon fliehen, gerät in einen Wirbelsturm und landet in der fantastischen Welt Oz.
    Dort gibt es eine Prophezeiung, dass einst ein Zauberer kommen wird, der genauso heißt, wie das Land, und es vor der bösen Hexe retten wird. Oscar gefällt die Rolle zunächst sehr gut, doch gegen eine Hexe zu bestehen, die wirklich zaubern kann, erweist sich als große Herausforderung.

    Der Film beginnt mit einem interessanten Kniff und präsentiert Oscars Leben in Kansas in Schwarz/Weiß. Wir erleben ihn als Herzensbrecher und wenig sympathischen Ausbeuter, der keinen Wert auf Freundschaft legt. Umso größer ist der Kontrast zur knallbunten Welt von Oz, doch Oscar ändert sich zunächst nicht, bleibt der Hochstapler, als den wir ihn kennengelernt haben, und sammelt so nicht eben Sympathiepunkte.

    Im weiteren Verlauf verschenkten die Macher leider einen interessanten Story-Zweig. Denn die Frage, welche Hexe nun eigentlich die Böse ist, wird allzu schnell geklärt, womit dann auch gleich alles für den Endkampf gerüstet ist. Lobend kann man erwähnen, dass die Macher sich viel Mühe gegeben haben, auch optisch Anknüpfungspunkte an den Klassiker aus dem Jahr 1939 herzustellen. Vieles erkennt man wieder, u.a. das Lachen der bösen Hexe, den Thronsaal usw. Ansonsten bleibt das Drehbuch aber vieles schuldig. So richtig warm wird man mit Oscar nie, seine Freunde, der fliegende Affe Finley und das Porzellanmädchen, wachsen einem schon eher ans Herz. Echte Spannung kommt selten auf und Humor ist auch nicht eben der Trumpf des Films.
    Irgendwie wird man den Eindruck nicht los, dass die quietschbunte Welt der Star sein soll und die Geschichte eher nebenher läuft. Bei mehr als zwei Stunden Laufzeit ist Optik allein aber eben zu wenig für echte Begeisterung.

    Fazit

    Die Parallelen zu Alice im Wunderland aus dem Jahr 2010 sind schon frappierend. Eine Bonbon-Welt voller greller Farben, phantastischer Kreaturen, unbekannter Pflanzen und abgedrehter Gefährten für die Hauptfigur erwartet uns hier wie da. Allerdings kann der Oz-Cast dem von Alice nicht das Wasser reichen, Johnny Depps Hutmacher und Helena Bonham Carters Auftritt als Bösewicht bleiben unerreicht. Mit einem eher blassen (und in diesem Fall über lange Zeit auch unsympathischen) Helden, einer schwarz/weiß-gemalten Geschichte ohne große Überraschungen und dem Fokus auf eine effektvolle Umgebung eifert Oz dem Alice-Film in vielen weiteren Dingen nach, leider auch in dessen Schwächen. Herausgekommen ist ein optisch opulenter, inhaltlich aber eher mittelprächtiger Familienfilm, der dem Klassiker von 1939 trotz technischer Überlegenheit in Sachen Charme, Witz und Atmosphäre nicht das Wasser reichen kann.

    Wertung


    Pro

    • fantasievolle, optisch opulente Welt
    • sympathische Sidekicks

    Contra

    • Rätsel um böse Hexe wird zu schnell gelöst
    • schwarz/weiß malerische Geschichte
    • kaum sympathische Hauptfigur
    • zu wenig Humor

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Fantasy, Filme
    von Jörg Benne 1.Jul.2013 1.633 x gelesen

    Die fantastische Welt von Oz
    Publisher Disney
    Regie Sam Raimi
    Genre Abenteuer
    Länge125 Minuten
    Altersfreigabeab 6 Jahren
    Weitere Infos
    Termine
    DVD/Blu-Ray11.07.2013 Kaufen
     

    Artikel

    DVD-Termin für Die fantastische Welt von Oz

    vom 16.Mai.2013 0 Kommentare