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    Das spanische Kino bringt immer wieder Perlen des Genrekinos hervor, wie zuletzt „Shrew’s Nest“ oder auch „The Last Days“. Mit Die Leiche der Anna Fritz kommt ein neuer Psychothriller von der iberischen Halbinsel, der mit einem gewagten Thema punkten will.

    annafritz_cover

    (c) Capelight Pictures
    Laufzeit: 74 Minuten
    ab 26.02.2016 im Handel
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    Sex mit einer Leiche
    Anna Fritz ist ein aufgehender Stern in Spanien, die junge Schauspielerin hat schon viele Preise gewonnen – doch nun ist sie tot. Sie wurde bei einer Privatparty leblos aufgefunden, eine Autopsie soll Aufklärung bringen. Bis dahin liegt sie in der Pathologie.
    Hier arbeitet der junge Pau, der seinen Freunden ein Foto von der Leiche schickt. Prompt kommen Ivan und Javi spätabends vorbei, um sich den vorher unerreichbaren Star anzusehen. Heimlich schmuggelt Pau sie in die Pathologie. Erst wollen sie nur Gucken, dann anfassen – und nach ein paar Lines Koks kommt Ivan auf die Idee, mit der Leiche Sex zu haben. Auch Pau vergeht sich an der Toten – doch dann schlägt Anna Fritz plötzlich die Augen auf.

    So ähnlich klingt auch der Klappentext zum Film und es wird nicht ganz klar, ob sich hier nun eine untote Frau an den Peinigern ihrer Leiche rächt – uns also ein Horrorfilm erwartet – oder ob sie nur scheintot war und wir einen Thriller serviert bekommen. Letzteres ist der Fall, Horrorfans, die einen Film a la „Deadgirl“ erwarten, sind hier falsch.

    Stattdessen entwickelt sich ein klassisches Nervenspiel. Weil Anna sich an die Vergewaltigung erinnern kann, wollen Pau und vor allem Ivan ihr nicht helfen, da sie die Konsequenzen fürchten. Vor allem Ivan erwägt, sie umzubringen, wo doch sowieso alle Welt sie für tot hält. Anna versucht verzweifelt sie davon abzubringen und Javi nimmt die Stimme der Vernunft ein. Daraus hätte sich ein spannendes Kammerspiel entwickeln können, doch die Macher setzen eher auf den kurzweiligen Thrill – und das ist bei gerade mal 74 Minuten Laufzeit wörtlich zu nehmen.

    So ist der Film zwar durchaus spannend und mitunter auch packend, da man sich sehr gut in Annas verzweifelte Lage versetzen kann. Über die Handlung nachdenken sollte man indes nicht. Schwer vorstellbar ist z.B., dass sich Pau nicht wundert, warum die Leiche keinerlei Totenflecke aufweist (die normalerweise schon nach 20-30 Minuten auftauchen), von Herzschlag und Atmung ganz zu schweigen.
    An der reinen Umsetzung ist hingegen nichts zu bemängeln. Die angespannte Atmosphäre wird von den Bildern gut eingefangen und die Schauspieler machen ihre Sache gut. Das gilt auch für Hauptdarstellerin Alba Ribas, der man allerdings den Star nicht recht abnehmen kann.

    Bemängeln muss man allerdings den Preis. Angesichts der kurzen Laufzeit und keinerlei Extras auf der Disc hätte man den Film ruhig günstiger anbieten können (zum Start liegt der Preis um die 14,99 Euro für die DVD).

    Fazit

    Unter dem Deckmantel des Tabuthemas Nekrophilie versteckt sich ein recht konventioneller Psychothriller, der – von der unglaubwürdigen Prämisse mal abgesehen – kurzweilig unterhält, allerdings kaum im Gedächtnis bleiben wird.

    Wertung


    Pro

    • glaubwürdige Atmosphäre
    • durchaus spannend

    Contra

    • Prämisse unglaubwürdig
    • angesichts der kurzen Laufzeit zu teuer

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme
    von Jörg Benne 17.Feb.2016 2.215 x gelesen