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    Ein Serienkiller hält das FBI in Atem, es gibt keine Spuren. Also holt man sich einen Hellseher dazu, um dem Täter auf die Schliche zu kommen. Diese Idee ist nicht neu und wurde schon in Filmen und Romanen umgesetzt. Aber Die Vorsehung fügt dem Plot noch einen interessanten Twist hinzu.

    dievorsehung_cover

    (c) Concorde Film
    Laufzeit: 98 Minuten
    ab 19.05.2016 im Handel
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    Hellseher jagt Hellseher
    Drei Morde hat ein Serientäter schon verübt. Seine Vorgehensweise ist immer gleich, zwischen den Opfern scheint es aber keinerlei Verbindung zu geben. Agent Merriweather weiß nicht mehr weiter und beschließt, Dr. Clancy hinzuzuziehen. Der hellseherisch begabte Arzt, mit dem der FBI-Agent schon früher zusammengearbeitet hat, hat sich nach dem Leukämietod seiner Tochter von der Welt zurückgezogen und will zuerst nichts mit den Morden zu tun zu haben. Merriweathers Kollegin Cowles drängt ihm trotzdem die Fallakten auf und darin findet Clancy einen ersten Hinweis, der ihn umstimmt. Wenig später, als an einem vierten Tatort ein Zettel mit exakt der Uhrzeit hinterlegt ist, zu dem die Polizei dort eintrifft, wird klar: Auch der Mörder ist hellseherisch begabt und weiß stets im voraus, wie das FBI vorgehen wird. Wie soll man ihn dann aufhalten?

    So viel verriet auch schon der Trailer und ich fand die Prämisse sehr interessant. Dazu die namhafte Besetzung mit Anthony Hopkins, Colin Farrell, Jeffrey Dean Morgan und Abbie Cornish, was soll da schon schiefgehen? Ganz im Gegenteil hatte ich hohe Erwartungen und erhoffte mir einen Serienkiller-Thriller, der aus den gängigen Klischees ausbricht.

    Leider ist das Drehbuch aber nicht umsonst offenbar einige Jahre in Hollywood versauert, denn gleich zu Beginn sorgt der Film für Stirnrunzeln. Die Figuren sind wenig einfallsreich angelegt und die Dialoge wirken hölzern und ungelenk und stören die Atmosphäre nachhaltig. Dazu dauert es viel zu lange, bis das Duell Hellseher gegen Hellseher endlich Fahrt aufnimmt, erst im letzten Drittel kommt es dazu. Doch selbst hier will nicht die ganz große Spannung aufkommen, zu schnell wird klar, worauf alles hinausläuft. Dazu gibt es den einen oder anderen Fehler in der Logik, der für Stirnrunzeln sorgt.

    Dabei hat der Film durchaus einige bemerkenswerte Momente, gerade wenn es um Clancys Visionen geht. Wie der manchmal eine mögliche Zukunft durchspielt, die Folgen sieht und sich dann entscheidet, anders zu handeln, ist durchaus interessant umgesetzt. Manchmal übertreibt es der junge Regisseur Alfonso Puyart aber auch und die Inszenierung artet mit Nahaufnahmen und Zeitlupeneffekten in „Style over Substance“ aus.

    Fazit

    Ein leidlich spannender Thriller, der aus seiner durchaus interessanten Prämisse weitaus mehr hätte machen können. Vor allem das schwache Drehbuch verhindert einen überdurchschnittlichen Film, mit interessanteren Figuren und besseren Dialogen wäre da mit dem Ensemble weitaus mehr drin gewesen.

    Wertung


    Pro

    • sehr interessante Prämisse
    • Visionen z.T. bemerkenswert umgesetzt

    Contra

    • Figuren zu klischeehaft
    • viele Dialoge hölzern
    • einige Logikmacken
    • Duell der Hellseher zu schnell vorbei

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme
    von Jörg Benne 14.Mai.2016 1.181 x gelesen