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Wer kennt ihn nicht, den Vampir Dracula. Es wird gemeinhin angenommen, dass der als „Pfähler“ bekannte, transsylvanische Herrscher Vlad III., der im 15. Jahrhundert herrschte und den Beinamen „Draculea“ (Sohn des Drachen) trug, Autor Bram Stoker seinerzeit als Vorlage diente (mehr Infos bei Wikipedia). Doch wie wurde Vlad zum Blutsauger? Diese bislang unerzählte Geschichte ist der Aufhänger von „Dracula Untold“.

draculauntold

(c) Universal Pictures
Regie: Gary Shore
Laufzeit: 89 Minuten
seit 12.02.2015 im Handel
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Der verzweifelte Herrscher
Als Kind wurde Vlad von seinem Vater als Tribut an die Osmanen ausgeliefert und zu einem erbarmungslosen Krieger geformt. Nach langen Jahren, in denen er sich als grausamer Anführer und Pfähler einen Namen gemacht hat, kehrt Vlad in seine Heimat zurück, lässt die Vergangenheit hinter sich und wird ein gütiger Herrscher und Familienvater.
Als die übermächtigen Osmanen einmal mehr Jünglinge für ihre Armee fordern, darunter auch Vlads Sohn, sieht der sich zu verzweifelten Maßnahmen gezwungen. Er schließt einen Pakt mit einem geheimnisvollen Wesen, das er in einer Höhle aufgespürt hat. Es verspricht ihm unglaubliche Kräfte, doch der Preis ist hoch, wenn es ihm nicht gelingt, drei Tage dem mit den Kräften einhergehenden Blutdurst zu widerstehen.

Universal plant bekanntermaßen eine „Monster“-Franchise im Stile der Superhelden-Filme, deren Auftakt Dracula Untold bildet. Wir bekommen hier also eine Origin-Story serviert, die sich überraschend nah an historische Fakten hält (Vlad hat wirklich gegen die Osmanen und deren Herrscher Mehmed II. opponiert) und eine mehr oder weniger plausible und durchaus dramatische Erklärung für dessen Wandel zum Vampir bietet. Weniger plausibel erscheint indes der Wandel vom brutalen Pfähler (den sehen wir nur in einer kurzen Rückblende) hin zum treusorgenden Vater und Herrscher. Hier gelingt es dem Film nicht, glaubhaft zu machen, wie und warum Vlad diesen Wechsel vollzog und ob er seine dunkle Seite immer im Zaum hatte.

Trotzdem, anders als beim weitgehend seelenlosen Gemetzel „I, Frankenstein“ haben wir hier eine Hauptfigur, die es schafft, Sympathien zu wecken und mit der man die recht kurzweiligen 90 Minuten mitfiebern mag. Die Inszenierung ist dabei ordentlich, die Kampfszenen gut, die CGI-Effekte allerdings zum Teil etwas billig geraten. Der Film leidet jedoch (neben einigen Logik-Problemen) vor allem darunter, dass der Ausgang der Geschichte bekannt ist, da mag Vlad noch so verzweifelt gegen den Blutdurst ankämpfen. Die Frage ist einzig, was er auf seinem Weg zu Dracula anrichtet, ob er am Ende gar selbst seine geliebte Familie umbringt, wie es ihm der Meistervampir prophezeit.

A propos, der Meistervampir, herausragend gespielt von Charles Dance (Game of Thrones), stiehlt Vlad ein bisschen zu sehr die Show. Ganz eindeutig ist ER der Bösewicht, der mit Vlad noch einiges vorhat, wie auch das Ende zeigt, das Raum für eine Fortsetzung lässt. Ob die angesichts der vor allem in Amerika eher bescheidenen Einspielergebnisse jemals kommen wird, ist jedoch ungewiss, was am Ende einen schalen Beigeschmack hinterlässt.

Fazit

Dracula Untold ist eine solide inszenierte Fantasy-Schlachtplatte, die sich überraschend eng an historische Vorgaben hält. Dass Vlad sich freiwillig dem Vampirfluch unterwirft, gibt dem Film eine dramatische Note, schade nur, dass jeder weiß, wie der Kampf gegen den Blutdurst endet, da bleibt die Spannung etwas auf der Strecke. Dennoch wäre gegen eine Fortsetzung nichts einzuwenden.

Wertung


Pro

  • hält sich historische Begebenheiten
  • dramatische Note
  • ordentlich inszenierte Action
  • großartiger Charles Dance

Contra

  • Spannung leidet unter bekanntem Ende
  • hier und da Logikprobleme
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Kategorien: Fantasy, Filme
von Jörg Benne 22.Feb.2015 1.943 x gelesen