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    Mit „District 9“ gelang dem jungen südafrikanischen Regisseur Neill Blomkamp gleich mit seinem ersten abendfüllenden Spielfilm der Durchbruch. Der gesellschaftskritische Science-Fiction-Streifen traf den Nerv der Zuschauer, also versucht Blomkamp bei Elysium dasselbe noch einmal.

    Und Elend auf Erden
    Wir schreiben das Jahr 2154. Die Erde ist dreckig und hoffnungslos überbevölkert. Während sich Los Angeles in einen riesigen Slum verwandelt hat, hausen die Reichen im Orbit auf einer gigantischen Raumstation namens Elysium, die an Larry Nivens Ringwelt erinnert. Dort oben herrscht immer eitel Sonnenschein, es gibt keine Krankheiten, keinen Hunger, keine Armut. Kein Wunder also, dass immer wieder verzweifelte Menschen von der Erde versuchen, dorthin zu gelangen. Doch Verteidigungsministerin Delacourt (Jodie Foster) lässt die Schiffe der Flüchtlinge entweder abschießen oder nach erfolgreicher Landung die Gefassten umgehend wieder ausweisen.
    Nach einem Arbeitsunfall will auch Max (Matt Damon) unbedingt nach Elysium, denn er ist tödlich verstrahlt worden und hat nur noch fünf Tage zu leben. Der Schlepper Spider bietet ihm einen Deal an. Max soll einen Industriellen von Elysium überfallen und sich dessen Hirndaten herunterladen. Für diesen Plan bekommt Max ein Exoskelett verpasst, das ihn übermenschlich stark macht.

    Zu Beginn präsentiert uns Blomkamp eine Zukunftsvision, die ähnlich dreckig ist wie die von District 9, und die vor allem Amerikanern und Europäern ihre heutige Flüchtlingspolitik vor Augen führt. Für manchen Armen in Afrika mag Europa auch wie Elysium erscheinen und auch sie riskieren ihr Leben in Schiffen und werden doch zuhauf wieder abgeschoben, wenn sie die gefährliche Überfahrt über das Mittelmeer überleben.

    Doch anders als bei seinem Erstling geht der Regisseur den Weg diesmal nicht konsequent weiter, sondern stellt stattdessen die Action klar in den Vordergrund. Dieser opfert er dann auch hin und wieder die Logik (das gilt insbesondere für Maxs Verstrahlung und deren Folgen), baut den eigentlichen Plot auf einem allzu wackeligen Fundament zahlreicher Zufälle auf und mauert seine Geschichte mit etwas zu viel Pathos ein. Der hohe Actionanteil mag auch dem hohen Budget geschuldet sein, ein Actioner zieht einfach mehr Zuschauer als ein Drama. So gerät mit der Figur von Jodie Foster auch die Kritik ab der Hälfte immer mehr in den Hintergrund.

    Und als Actionfilm funktioniert Elysium dann auch gut. Es gibt Feuergefechte, Nahkämpfe, Verfolgungsjagden, einen fiesen Gegenspieler (Sharlto Copley) für Max und zahlreiche sehenswerte Special Effects, die SciFi-Fans erfreuen werden.

    Fazit

    Elysium ist ein gelungener SF-Actionfilm mit gesellschaftskritischer Note. Man merkt dem Film aber an, dass Blomkamp sich gerade zu Beginn nicht recht entscheiden konnte, wie das Verhältnis Action/Drama aussehen sollte. So geriet der Auftakt für einen Actioner einen Tick zu langatmig, für den Drama-Part bleibt am Ende abgesehen von einigen pathetischen Szenen jedoch kaum Platz.

    Wertung


    Pro

    • glaubwürdige Zukunftsvision
    • sehenswerte Special Effects

    Contra

    • für einen Actionfilm etwas lahmer Auftakt
    • sozialkritischer Teil gerät zunehmend zur Nebensache
    • einige Logiklöcher und haarsträubende Zufälle

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Science-Fiction
    von Jörg Benne 21.Dez.2013 2.518 x gelesen

    Elysium
    Publisher Sony Pictures
    Regie Neill Blomkamp
    Genre Action
    Länge106 Minuten
    Altersfreigabeab 16 Jahren
    Weitere Infos
    Termine
    DVD/Blu-Ray17.12.2013 Kaufen
    Kino15.08.2013
     

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