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    Es gibt Filme, die machen eigentlich alles richtig und am Ende ist man als Zuschauer doch ziemlich unzufrieden. „Ende“, die aus Spanien stammende Verfilmung des gleichnamigen Romans von David Monteagudo, ist so ein Fall. Gute Darsteller, tolle Landschaften, spannend und atmosphärisch – aber es fehlt etwas wesentliches.

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    (c) Pierrot Le Fou
    Regie: Jorge Torregrossa
    Laufzeit: 86 Minuten
    ab 17.04.14 im Handel
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    Weltende mal ohne Zombies
    Nach über 20 Jahren verabreden sich ein paar alte Freunde samt Lebensgefährten auf einer abgelegenen Berghütte zu einem Wiedersehen. Einer von ihnen, Angel, genannt „Der Prophet“, fehlt allerdings – was einige seiner Freunde allerdings nicht besonders stört, denn man hat sich nicht ohne Grund nach dem letzten Treffen aus den Augen verloren. Angel sah damals im Drogenwahn das Ende der Welt voraus und verstörte damit seine Freunde, landete selber in der Psychiatrie.
    Abends am Lagerfeuer brechen die alten Konflikte zwischen den Freunden wieder auf, als plötzlich ein helles Licht am Himmel aufscheint. Danach fällt der Strom aus, alle Batterien sind schlagartig leer – und am nächsten Morgen fehlt ein Mitglied der Gruppe. Auf der Suche nach Hilfe wandern die Freunde durch eine menschenleere Welt, deren Bewohner alle wie vom Erdboden verschluckt sind. Was ist geschehen? Und wer wird der Nächste sein, der verschwindet?

    Wie schon der Roman, der bei Amazon nahezu gleich viele 5-Stern wie 1-Stern Wertungen bekommen hat, wird auch dieser Film die Geister scheiden. Wie in der Einleitung schon geschrieben, kann man handwerklich kaum etwas aussetzen. Auch wenn man außer Maribel Verdu (Pan’s Labyrinth) wohl keinen der Darsteller kennt, machen diese allesamt einen guten Job, die sehenswerte Landschaft tut ihr Übriges, um Atmosphäre zu schaffen. Die Kameraarbeit ist hochwertig, die Musik stets passend, die spärlich eingesetzten Special-Effects ordentlich. Die Handlung ist spannend und lässt uns mitfiebern. Sicher, die Figuren sind zum Teil etwas stereotyp angelegt und wir erfahren auch nicht viel über sie, aber die Gefahren, die die plötzlich von allen Menschen verlassene Welt bietet, sind sehr glaubwürdig und real. Dabei kommt der Film genreuntypisch praktisch ohne Gewalt und Blut aus.

    Sein „Problem“ hat der Film vom Roman geerbt und es kann und muss hier vorweggenommen werden. Die Ursache des Ganzen, das rätselhafte Verschwinden der Menschen, bleibt ungeklärt, genauso wie die Frage, warum gerade die Freunde zurückgelassen wurden. Man kann sich darüber natürlich philosophische oder gar metaphysische Gedanken machen, nach tieferen Bedeutungen schürfen – das ändert aber nichts an der Tatsache, dass viele Zuschauer am Ende mit „Ende“ sehr unzufrieden sein werden, weil einfach zu viele Fragen unbeantwortet bleiben und das ist nun mal nicht jedermanns Sache. Das stößt umso saurer auf, da man nach diversen Wendungen eigentlich immer gespannter auf die Auflösung wird, nur um am Ende ohne eben diese zurückgelassen zu werden.

    Fazit

    Ende ist ein ungewöhnlicher Film, der mit Genre-Konventionen bricht und dem Zuschauer viel Raum für eigene Interpretationen lässt. Wer nach 90 Minuten gut gemachtem Mystery-Thrill aber nach einer logischen Auflösung verlangt, wird hier nicht glücklich werden.

    Wertung


    Pro

    • spannende Geschichte
    • dichte Atmosphäre

    Contra

    • am Ende bleiben fast alle Fragen offen

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Fantasy, Filme
    von Jörg Benne 8.Apr.2014 4.465 x gelesen