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Mit “Ender’s Game – Das große Spiel” wurde der US-Autor Orscon Scott Card bekannt. Er veröffentlichte die Story 1977 zunächst als Kurzgeschichte, weitete sie dann 1985 zum Roman aus, gewann damit mehrere SF-Preise und schrieb diverse Fortsetzungen.
Verfilmungen waren schon des öfteren geplant, scheiterten aber meist an künstlerischen Differenzen. So kam eine Verfilmung erst letztes Jahr in die Kinos – und konnte nur mit Ach und Krach ihre 110 Millionen $ Budget wieder einspielen. In Deutschland verschwand er schon nach drei Wochen aus den meisten Kinos. Ist der Film also nicht zu empfehlen?

Bedrohung aus dem All
Vor 50 Jahren überfielen die Formics die Erde. Millionen Menschen starben und nur dank des tapferen Major Mazer Rackham, der sein Flugzeug in das Mutterschiff der Formics steuerte, konnten die Außerirdischen zurückgeschlagen werden. Seither befürchtet man einen erneuten Angriff und hat eine Flotte auf Basis der Technologie der Aliens entwickelt. Mit dieser will man die Heimatwelt der Formics angreifen, um die Gefahr ein für alle Mal auszumerzen.
Gesucht wird aber vor allem ein Commander, der den übermächtigen Feind durch taktische Überlegenheit besiegen kann. Dafür werden vor allem Kinder rekrutiert, die die Informationsflut besser verarbeiten können. Doch die Zeit wird knapp, die Formics rüsten immer mehr auf. Der Commander muss endlich gefunden werden. Colonel Graff (Harrison Ford) glaubt im jungen Ender Wiggin (Asa Butterfield) den geeigneten Kandidaten gefunden zu haben und drillt ihn gnadenlos.

Wer nun glaubt, man bekomme hier Krawall-Science-Fiction a la Independence Day geboten, der liegt eher falsch. Die Ausbildung von Ender steht im Vordergrund und mit ihr die moralische Frage, ob es richtig ist, einem Kind zum Wohle der Menschheit seine Kindheit zu nehmen, und einen Angriffskrieg gegen einen Gegner zu führen, ohne zu wissen, was dieser wirklich plant, da eine Kommunikation nicht möglich ist. In dieser Diskrepanz zwischen Gebotenem und (u.a. auch durch die Trailer) Erwarteten, liegt wohl einer der Gründe für das eher maue Abschneiden des Films an den Kinokassen.

Dabei bietet der Film auf den ersten Blick eigentlich alles, was das von „Tribute von Panem“-verwöhnte Publikum gewohnt ist, wobei Romantik indes keine Rolle spielt: Ein jugendlicher Held, der gegen seinen Willen mit einer übermenschlich schweren Aufgabe konfrontiert und zum Wohl der Masse zum Kämpfen gezwungen wird. Bei näherem Hinsehen hat Ender aber so gar nichts von der tapferen Katniss gmein, und sein zum Teil fragwürdiges, ans soziopathische grenzende Verhalten, wird es Jugendlichen wohl auch schwer machen, sich mit ihm zu identifizieren.
Dafür bietet der Film eine Menge Stoff zum Nachdenken. Als Zuschauer schwankt man mit seinen Sympathien ständig zwischen den Figuren, hat Mitleid mit Ender, dem seine Kindheit genommen wird, aber auch Verständnis für Graff, der das Wohl der Allgemeinheit im Blick hat. Schauspielerisch und technisch schöpft der Film dabei aus dem Vollen, mit Ford, Ben Kingsley und Viola Davis ist er auf der Erwachsenenseite ebenso gut besetzt wie mit Asa Butterfield (Hugo Cabret) und Hailee Steinfeld (True Grit) bei den Kindern, die Effekte sind sehr sehenswert, die Handlung straff und spannend, untermalt von passender Musik.
Allerdings lässt das Drehbuch einige Fragen unbeantwortet und hat auch ganze Handlungsstränge aus der Romanvorlage (in der die Erde noch im kalten Krieg steckt) weggelassen, was dem einen oder anderen Fan des Buches womöglich sauer aufstößt. Ebenso geht Enders Aufstieg hier etwas zu schnell vonstatten, man hat den Eindruck, die ganze Handlung spiele innerhalb weniger Wochen und nicht Jahre, wie in der Buchvorlage.

Fazit

Auch wenn Ender's Game am Ende ein paar Fragen unbeantwortet lässt, bietet es eine sehr gelungene Mischung aus effektvoller Action, Jugend-Drama und Stoff zum Nachdenken. Dass es zum ganz großen Wurf an den Kinokassen nicht gereicht hat, ist bedauerlich, spätestens jetzt im Heimkino hat der Film seine Chance verdient – man sollte aber kein Popcorn-Kino erwarten!

Wertung


Pro

  • vielschichtige, zum Nachdenken anregende Geschichte
  • interessante Hauptfigur
  • gute Effekte

Contra

  • einige Fragen bleiben vage oder unbeantwortet
  • Ausbildung von Ender wirkt etwas gehetzt
Kategorien: Filme, Science-Fiction
von Jörg Benne 2.Mrz.2014 1.055 x gelesen

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Ender's Game
Publisher Constanfin Film
Regie Gavin Hood
Genre Action Drama
Länge110 Minuten
Altersfreigabeab 12 Jahren
Weitere Infos
Termine
DVD/Blu-Ray06.03.2014 Kaufen
Kino31.10.2013
 

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