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    Denis Villeneuve ist spätestens seit „Prisoners“ vielen Filmfans ein Begriff. Noch bevor er mit dem Thriller Erfolge feierte, drehte er Enemy, auch hier mit Jake Gyllenhaal. Doch auch wenn die Inhaltsangabe von Enemy sich nach einem weiteren Thriller anhört, ist die freie Adaption des Romans „Der Doppelgänger“ von Jose Saramago (Die Stadt der Blinden) mehr als das.

    Das andere Ich
    Geschichtsdozent Adam führt ein eher langweiliges Leben. Die Beziehung mit seiner Freundin Mary steht vor dem Aus, er treibt im grauen Alltag dahin. Dann sieht er in einem Film plötzlich einen Schauspieler, der Adam zum Verwechseln ähnlich sieht. Er beginnt nachzuforschen und findet heraus, dass der Schauspieler auch in Toronto wohnt. Adam versucht Kontakt aufzunehmen und das Unheil nimmt seinen Lauf …

    Wie gesagt, klingt nach dem spannenden Plot eines Thrillers. Doch im Grunde ist der Film in kein Genre zu pressen und schon die Eröffnungsszene, in der wir Adam in einem rätselhaften Etablissement sehen, in dem nackte Frauen für gaffende Männer tanzen und dabei große Spinnen ins Spiel bringen, hinterlässt beim Zuschauer viele Fragezeichen. Diese werden mit Sicherheit noch umso größer, wenn eine Weile später eine Riesenspinne durch Toronto stakst (wie auch schon auf dem Cover zu sehen ist).

    Allmählich wird klar, die Welt, die wir hier in beinahe farblosen, grauen Bildern präsentiert bekommen, ist nicht wie die unsere. Toronto wird uns dabei als trostloser Moloch voller anonymer Wolkenkratzer und anderer Betonklötze präsentiert, in dem die wenigen Figuren mehr oder weniger unglücklich vor sich hin vegitieren. Die düstere Musik unterstützt die beklemmende Atmosphäre. Wirklich herausragend ist dass Spiel von Jake Gyllenhaal, der die beiden exakt gleich aussehenden Männer doch so unterschiedlich verkörpert, dass man nie Zweifel hat, wen man gerade vor sich hat.

    Wer Filme, bei denen man am Ende mehr oder weniger ratlos zurückbleibt, nicht mag, der wird mit Enemy sicher nicht glücklich. Der Film steckt voller Symbolik, voller Szenen, die mehrere Deutungen zu lassen und ist für Fans, die nach einem Film gern noch über dessen Inhalt nachdenken oder darüber diskutieren, ein Fest. Der Ästhetik der Bilder und des herausragenden Schauspiels wird sich zwar niemand entziehen können, aber wer eine klare Aussage und vor allem ein schlüssiges Ende bevorzugt, wird bei Enemy wohl zu sehr vor den Kopf gestoßen. Daher ist Enemy nach Under the Skin der zweite Film binnen Kurzem, bei dem ich keine Wertung vergebe.

    Fazit:
    Mystery a la David Lynch, voller Symbolik und Interpretationsansätze, die den Zuschauer dazu anregen sollen, sich seinen eigenen Reim auf das Ganze zu machen. Mit den vielen offen bleibenden Fragen sicher nicht jedermanns Sache – und daher kaum zu bewerten. Die Interviews in den Extras helfen aber beim Verständnis.

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    Kategorien: Filme
    von Jörg Benne 7.Okt.2014 3.466 x gelesen

    Enemy
    Publisher Capelight
    Regie Denis Villeneuve
    Genre Thriller
    Länge87 Minuten
    Altersfreigabeab 12 Jahren
    Weitere Infos
    Termine
    DVD/Blu-Ray10.10.2014 Kaufen
    Kino22.05.2014
     

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    vom 29.Apr.2014 0 Kommentare