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    Früher waren Disney-Zeichentrickfilme ein Ereignis, so aufwendig zu erstellen, dass es meist nur einen Film pro Jahr gab, wenn überhaupt. Dank Computeranimation und Megaerfolgen wie „Toy Story“ oder „Shrek“ sind mittlerweile jederzeit zig Trickfilme im Kino und sie sehen immer perfekter aus. Erneste & Celestine, basierend auf der französischen Kinderbuchreihe von Gabrielle Vincent, pfeift auf Perfektion und geht einen anderen Weg.

    ernestcelestine_cover

    (c) Ascot Elite
    Laufzeit: 79 Minuten
    ab 03.12.2013 im Handel
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    Die Maus und der große böse Bär
    Celestine ist eine kleine Maus und lebt in einem Waisenhaus, dessen Vorsteherin den Kindern jeden Abend Gruselgeschichten vom großen bösen Bären erzählt, der nichts lieber isst als eine Maus. Celestine glaubt nicht daran, dass alle Bären so sind. Da sie in der Oberwelt der Bären deren Zähne sammelt, damit in der Mäuse-Unterwelt daraus neue Nagezähne hergestellt werden können, hat sie desöfteren mit Bären zu tun, wird aber meist doch von ihnen verfolgt und verjagt.
    Ernest ist ein Bär, ein Tunichtgut, der sich irgendwie durchs Leben schlägt. Dabei trifft er eines Tages auf Celestine und es beginnt eine wunderbare Freundschaft – die von Mäusen und Bären aber nicht gutgeheißen wird.

    Die Geschichte von Freunden aus zwei verfeindeten Welten, die die Grenzen überwinden und ihre Freundschaft gegen die Vorurteile ihrer Umgebung verteidigen, ist nun wirklich nichts Neues, wird hier aber sehr charmant und kindgerecht erzählt. Vor allem die Unbelehrbarkeit der anderen Bären und Mäuse ist dabei massiv überzeichnet und sorgt auch für viel Situationskomik. Der Film spart aber auch nicht mit unterschwelliger Sozialkritik, die auch Erwachsene anspricht. So zum Beispiel mit der Bärenfamilie, in der der Vater Süßigkeiten und die Mutter Ersatzzähne verkauft, um so gleich doppelt reich zu werden.

    Seinen Charme verdankt Ernest & Celestine aber auch der schönen Musik und seinem ungewöhnlichen Stil. Nicht nur, dass die Figuren handgezeichnet sind, sie sind sogar recht grob, man sieht einzelne Striche, die Füllfarben erscheinen manchmal verwaschen – es entsteht das Gefühl, wirklich echtem Handwerk zuzusehen. Dabei beweist der Film, dass es keiner Hochleistungscomputer und hochaufgelöster Megagrafik bedarf, um eine feine Mimik und sympathische Figuren zu zeichnen.

    Fazit

    In der modernen Animationsfilmwelt ist Ernest & Celestine ein Kleinod an Handwerkskunst. Dabei wirkt es nicht wie ein verstaubtes Relikt, sondern entwickelt mit seiner eigenwilligen Technik einen ganz eigenen Charme, die die putzige, aber unterschwellig auch sehr kluge Geschichte, sehr gut transportiert. Ein schöner Weihnachtsfilm, gerade für Familien mit jüngeren Kindern.

    Wertung


    Pro

    • eigenwilliger, altmodischer Zeichenstil
    • charmante Hauptfiguren
    • unterschwellige Sozialkritik

    Contra

    • recht kurz

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Fantasy, Filme
    von Jörg Benne 6.Dez.2013 1.275 x gelesen