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    Die Gentechnik wird von vielen Menschen misstrauisch beäugt. Einerseits verspricht sie Heilung und anderen Segen, andererseits bringt sie aber auch Gefahren und wirtschaftliche Ausbeutung der Natur mit sich, man denke z.B. an genmanipuliertes Saatgut. Auf der Angst vor Missbrauch der Gentechnik fußt augenscheinlich auch der Low Budget Science-Thriller Errors of the Human Body.

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    (c) Pandastorm Pictures
    Regie: Eron Sheean
    Laufzeit: 98 Minuten
    Verkauf ab 24.9.2013
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    Verzweifelter Genetiker
    Geoff Burton ist ein gefeierter Genetiker, allerdings auch ein Getriebener. Sein eigener Sohn starb an einer Genmutation, seither versucht Geoff die Ursache und ein Heilmittel zu finden, um dem traumatischen Erlebnis, das auch seine Ehe scheitern ließ, etwas Gutes abzuringen. Als ihn ein Gen-Institut in Dresden anheuert, trifft er mit seiner früheren Praktikantin und Geliebten Rebekka zusammen. Diese hat das sogenannte Oster-Gen gefunden, das erstaunliche Regenerationen erlaubt, steckt nun aber in einer Sackgasse und erhofft sich Hilfe von Geoff. Doch ihr Konkurrent Jarek verfolgt eigene, ehrgeizige Pläne. Geoff gerät zwischen die Fronten.

    Errors of the Human Body ist ein Mystery-Thriller, in dem wir die Welt mit Geoffs Augen wahrnehmen. Nach und nach wird klar, dass Geoff von seinen eigenen Dämonen gequält wird, kleine Erinnerungsfetzen zeigen, dass in seiner Vergangenheit noch mehr schlummert. Während er sich nach außen verschlossen gibt, brodelt es in seinem Innern und er wird zunehmend paranoid, insbesondere was Jareks Pläne angeht.

    Michael Eklund als Geoff und Tómas Lemarquis als Jarek sind es dann auch, die mit ihrer Ausstrahlung den Film tragen. Karoline Herfurth tut ihr Bestes, ihre Rolle ist aber eher blass angelegt. Eklund jedoch schafft es, mit Minimalmimik den Zuschauer an der inneren Zerrissenheit seiner Figur teilhaben zu lassen. Seine innere Kälte wird in den schmucklosen Gängen des Forschungsinstitus und den Bildern des winterlichen Dresdens widergespiegelt, die immer gleichen Ausblicke entbehren allerdings auch nicht einer gewissen Langeweile.

    Das Problem des Films ist der Plot selbst. Einerseits verstehen es die Autoren gut, gerade so viel Wissenschafts-Blabla einzubauen, dass es für Laien noch verständlich bleibt und gleichzeitig realistisch wirkt, dafür hängt der Spannungsbogen allerdings massiv durch. Der Film kommt sehr langsam in die Gänge und will den Zuschauer allein durch das Rätsel um Geoffs Vergangenheit und Jareks Pläne bei der Stange halten, was bei einer Laufzeit von knapp 100 Minuten etwas dünn ist. Der eigentliche Höhepunkt kommt recht spät und der finale Twist ist sehr überraschend und für den Zuschauer nicht unbedingt nachvollziehbar. Manch einer wird am Ende etwas ratlos auf den Abspann schauen und sich fragen, was der Film nun eigentlich sein wollte. Der auf dem Cover zitierte Vergleich mit Cronenberg erscheint da doch arg hoch gegriffen.

    Fazit

    Errors of young Writers könnte man den Film auch nennen. Man merkt den Machern (Regie-Debut, Drehbuch-Debut) ihre Unerfahrenheit an und vor allem das Drehbuch weiß nicht recht, wo es eigentlich hin will. Haben wir hier nun einen Thriller, der auf Spannung setzt, oder nicht doch eher die Charakterstudie eines von den Dämonen der Vergangenheit geplagten Mannes? Letztlich von beidem ein bisschen, aber weder in Sachen Spannung noch in Sachen Charaktertiefe schöpfen die Autoren die Geschichte komplett aus. So bleibt ein halbgares und zuweilen doch eher langweiliges Werk, das allein seinen Hauptdarstellern zu verdanken hat, dass es nicht sogleich in Vergessenheit gerät.

    Wertung


    Pro

    • Gute Hauptdarsteller
    • gute Einführung in die Gen-Thematik

    Contra

    • karge Optik langweilt auf die Dauer
    • Story kommt nicht in die Gänge

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Science-Fiction
    von Jörg Benne 18.Sep.2013 1.721 x gelesen