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    Der norwegische Regisseur Roar Uthaug hat sich mit „Cold Prey“ vor einigen Jahren international einen Namen gemacht und auch mit Escape (Original: „Flukt“, der deutsche Untertitel „Das Vermächtnis der Wikinger“ ist ziemlich unpassend) beweist er, dass nicht nur die Schweden gute Filme machen können.

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    Norwegen 2012
    Verleih: Koch Media
    Lauflänge: 77 Minuten
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    Nach der Pest
    Norwegen im Mittelalter: Zehn Jahre ist es her, dass die Pest das ohnehin dünn besiedelte Land entvölkert hat, unter den Überlebenden auf dem Land herrscht Armut. Auf der Suche nach einem besseren Leben zieht die Familie von Stigne in Richtung Stadt, doch sie werden überfallen und alle Angehörigen ermordet. Dagmar, die toughe Anführerin der Wegelagerer, lässt nur Stigne verschonen, doch ihr droht nun ein noch schlimmeres Schicksal. Dann aber gelingt ihr die Flucht aus dem Lager der Räuber. Es beginnt eine gnadenlose Jagd.

    Der Plot dieses Films ist Weißgott nicht neu. Unschuldige wird zur Gejagten und dreht den Spieß schließlich um, das hat man schon des öfteren gesehen. Während aber meist muskelbepackte Actionhelden diesen Part übernehmen (man denke an Rambo oder Running Man), ist hier ein junges Mädchen die Hauptperson und auch ihr Gegenpart wird von einer Frau verkörpert (sehr überzeugend: Ingrid Bolsø Berdal, zuletzt in Hänsel & Gretel: Hexenjäger in einer Nebenrolle). Dazu bietet das Setting im Mittelalter auch etwas Neues.

    Neben der Hatz durch die zerklüfteten Gegenden Norwegens hat der Film aber auch ruhige Momente. So wird Dagmar zum Beispiel ein glaubwürdiges Motiv für ihr Verhalten gegeben, das sie letzten Endes zu einer zwar besessenen, aber doch tragischen Figur macht. Und auch das Leben mit der Pest und den dadurch verursachten Verlusten wird thematisiert.

    Inszeniert ist das alles auf hohem Niveau, egal ob schauspielerische Leistungen, Special Effects, Musik, Kamera- oder Regiearbeit, es ist kein Unterschied zu einer soliden Hollywood-Produktion zu erkennen. Die Geschichte wird mit viel Tempo und Spannung erzählt und gibt dem Zuschauer nur kurze Atempausen, sodass nie Langeweile aufkommt.

    Fazit

    Gut inszenierter „Gejagter wird zum Jäger“-Film nach klassischem Muster, aber mit ungewöhnlichem Setting und Frauen in den Hauptrollen. Temporeich, spannend, sehenswert.

    Wertung


    Pro

    • Ungewöhnliches Setting
    • gelungene Inszenierung
    • viel Tempo und Spannung

    Contra

    • Story ab einem gewissen Punkt vorhersehbar

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Abenteuer, Filme
    von Jörg Benne 9.Jun.2013 3.948 x gelesen