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    Wenn Filmstudios von Science-Fiction reden, hat das mit Science meist wenig zu tun. In aller Regel geht es dann actionreich zur Sache, Aliens greifen an und das übliche CrashBoomBang ist auch im Weltraum zu hören, obwohl das physikalisch gar nicht möglich ist. Eher ernsthafte SF wie 2001 oder zuletzt z.B. „Moon“ sind hingegen selten. Das jüngst auf DVD erschienene Europa Report gehört auch zu dieser seltenen Spezies.

    europareport_cover

    (c) Ascot Elite
    Regie: Sebastián Cordero
    Laufzeit: 85 Minuten
    erschienen am: 22.10.2013
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    Auf nach Europa
    Europa ist einer der vier großen Jupiter-Monde und von einer kilometerdicken Eisschicht bedeckt. Darunter vermuten Wissenschaftler einen gigantischen, durch vulkanische Aktivität erwärmten Ozean. Könnte es dort primitives Leben geben?
    Dieser Frage sollen die sechs Astronauten der Europa One auf den Grund gehen, die sich auf den monatelangen Flug machen, um auf dem Mond zu landen, mit einem Bohrer die Eisdecke zu durchbrechen und Proben zu nehmen. Doch die Mission steht unter keinem guten Stern, so fällt auf halber Strecke das Kommunikationssystem aus und die Verbindung zur Erde bricht ab.

    Kredenzt wird uns die Geschichte im Found Footage-Stil. Am Raumschiff sind diverse Kameras montiert und aus deren Aufnahmen rekonstruiert der Film das Geschehen an Bord und auf Europa selbst – da die Kameras festmontiert sind, kommt das Ganze glücklicherweise ohne nerviges Kameragewackel aus. Kommentiert werden diese Bilder von den auf der Erde gebliebenen Projektleitern und man ahnt als Zuschauer schnell, dass da einiges schief gegangen ist. Damit der Anfang nicht zu langweilig wird, unterbricht der Film hin und wieder die chronologische Reihenfolge. So wird schon nach wenigen Minuten klar, dass einer der Astronauten schon auf dem Weg nach Europa ums Leben kam. Aber erst nach vielen Andeutungen wird dieser Teil der Geschichte dann aufgelöst. Seinen richtigen Höhepunkt hat der Film dann allerdings erst bei der Ankunft auf Europa, wo die verbliebenen Forscher trotz aller Widrigkeiten versuchen, ihre Mission zu erfüllen.

    Die wenigen Rollen werden von durchaus namhaften Mimen aus der zweiten Reihe glaubhaft gespielt. Mit dabei sind u.a. Sharlto Copley (District 9), Michael Nystad (Stieg Larssons Millenium-Trilogie) und Embeth Davidtz (Schindlers Liste). Auch technisch ist der Film durchaus ordentlich umgesetzt und die Dramatik der Mission wird gut transportiert. Man sollte allerdings nicht erwarten, dass der Film in Sachen Effekte auch nur annähernd mit dem deutlich höher budgetierten Gravity mithalten kann, der spielt auch in Sachen Budget in einer ganz anderen Liga. Aber Europa Report lebt auch mehr vom Thrill der Unsicherheit als von visuellen Effekten.

    Fazit

    Freunde realistischer Science-Fiction kommen bei Europa Report voll auf ihre Kosten. Die 85 Minuten sind nie langweilig, einzig die chronologischen Brüche in der Abfolge der Ereignisse irritieren ein wenig, auch wenn ein eingeblendeter Missionstimer dabei zu helfen versucht, die Szenen richtig einzusortieren. Man sollte außerdem keinen optischen Bombast a la Gravity erwarten.

    Wertung


    Pro

    • spannende Geschichte
    • glaubhafte, gut gespielte Figuren
    • technisch ordentlich (im Rahmen des Budgets)

    Contra

    • Ausgang recht vorhersehbar

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Science-Fiction
    von Jörg Benne 31.Okt.2013 1.671 x gelesen