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Alien-Invasionen und -Entführungen waren mal groß in Mode im SF-Horrorgenre, zuletzt gab es sie aber seltener, Dark Skies ist allerdings ein noch recht aktueller Ableger. Die Vicious Brothers, mit dem Found Footage Film „Grave Encounters“ bekannt geworden, legen mit Extraterrestrial einen Streifen vor, der vor allem Akte-X-Fans ansprechen könnte.

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(c) Tiberius Film
Laufzeit: 96 Minuten
seit 02.04.2015 im Handel
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Eine Hütte und Aliens im Wald
April und Kyle wollen zur Sommerhütte von Aprils Eltern, um dort ein letztes Mal ein Wochenende zu verbringen, ehe sie verkauft wird. April ist wenig begeistert, als Kyle ihr eröffnet, dass auch noch die Freunde Melanie, Lex und Seth mitkommen. Die Vier wollen es ordentlich krachen lassen, während April eher sentimental gestimmt ist. Nach etwas Gras und Alkohol und einer weiteren missglückten Überraschung von Kyle sehen die Studenten etwas vom Himmel stürzen. Zuerst halten sie es für ein Flugzeug und wollen helfen – doch an der Absturzstelle wird klar, dass sie es mit etwas ganz anderem zu tun haben.

Ich bin kein Fan von übermäßigem Kamera-Gewackel, aber zum Glück nutzen die Vicious Brothers den Found Footage Stil hier nur vereinzelt – man könnte auch sagen: inkonsequent. Umso konsequenter verfolgen sie indes ausgelatschte Genrepfade. Eine einsame Hütte im finsteren Wald, fünf Studenten aus der Klischeekiste (Dummchen, Schlampe, Aufschneider und zwei Vernünftige), die meistens wegrennen, rumkreischen oder schwer nachvollziehbare Entscheidungen treffen, und Aliens a la Roswell sind die Grundzutaten. Vor allem in den ersten beiden Filmdritteln geht dem Drehbuch aber auch jedes bisschen Innovation ab, sodass man beinahe jeden Schockeffekt nahezu auf die Sekunde vorhersagen kann, wenn man nur ein paar Genrefilme gesehen hat.

Im letzten Drittel hat man dann ein paar kleine Überraschungen in petto, man wünschte sich gar, die erste Stunde wäre um die Hälfte gekürzt worden, damit diese Ideen weiter verfolgt worden wären. Doch leider siegt hier wieder die Inkonsequenz. Statt eines furiosen Showdowns gibt es ein Ende zum Kopfschütteln, nicht weil die Idee an sich schlecht wäre, sondern weil die melodramatische Ausführung absolut nicht ins Genre passt.

Dass der Inhalt des Films nicht überzeugt, ist vor allem deshalb schade, weil Die Umsetzung durchaus ansehnlich ist. Die CGI-Aliens wissen einen Schauder über den Rücken zu jagen und sogar ein Teil der Schauspieler weiß zu überzeugen, insbesondere der leider arg kurz geratene Auftritt von Michael Ironside weiß zu gefallen. Aber mit dem Drehbuch bleibt der Film leider auf niedrigem TV-Niveau und zieht gegenüber Dark Skies klar den Kürzeren.

Fazit

Anders als üblich, ist die technische Umsetzung nicht das Problem dieses B-Movies. Vielmehr ist es die pure Ansammlung von altbekannten Klischees, die für dezente Langeweile sorgen. Hätten die Macher den Entführungs-Aspekt mehr in den Vordergrund gestellt, hätte deutlich mehr aus dem Film werden können. Akte-X-Fans können aber mal einen Blick riskieren.

Wertung


Pro

  • technisch ordentliche Umsetzung
  • spannender Entführungs-Teil

Contra

  • Story lässt kein Klischee aus
  • Entführungs-Teil leider sehr kurz
  • Ende ziemlich daneben
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Kategorien: Filme, Science-Fiction
von Jörg Benne 8.Apr.2015 2.461 x gelesen