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Takashi Shimizu hat sich als Erfinder und Regissuer der Ju-On (The Grudge)-Reihe einen Namen gemacht und auch die US-Remakes gedreht. Auch mit seinem neuen Film bleibt er dem Gruselgenre treu, diesmal lässt er es in einem Flugzeug spuken.

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(c) Concorde
Regie: Takashi Shimizu
Laufzeit: 76 Minuten
ab 04.09.2014 erhältlich
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Eine Leiche im Jumbo
Flug 7500 ist auf dem Weg von LA nach Tokio. Nach einer kleinen Turbulenz dreht einer der Passagiere durch und bekommt einen Herzanfall. Alle Versuche ihn wiederzubeleben schlagen fehl. Folglich wird die Leiche in die 1. Klasse gebracht und die dortigen Passagiere werden gebeten, unten Platz zu nehmen. Bald folgen weitere Turbulenzen und seltsame Vorkommnisse. Nach und nach wird die Zahl der Passagiere dezimiert. Was geht an Bord des Flugzeuges vor?

Der Film stellt uns nur das Kabinen-Personal und die Passagiere in einem „Abteil“ des spärlich besetzten Jumbos vor. Dadurch ist die Zahl der (recht oberflächlich und klischeehaft gehaltenen) Figuren und vor allem der Raum, auf dem alles stattfindet, stark begrenzt. Wirkt die Inszenierung zunächst auch eher billig, ergibt sich nach und nach ein klaustrophobisches Feeling, selbst wenn noch gar nicht viel außergewöhnliches passiert.

Nach und nach zieht Shimizu dann die Spannungsschraube an, wobei er auf einige Spitzen setzt und nicht darauf den Zuschauer dauerzuschocken. Da sich außerdem jeder in die Panik der Passagiere versetzen kann, als die Turbulenz alles durcheinander wirbelt, ist die Atmosphäre sehr dicht – ich frage mich, wie er erst wirken mag, wenn er an Bord eines Flugzeuges gezeigt würde.

Plötzlich kommt es aber zu einem Bruch. Zwar ist das Ende stimmig (wobei man auf den „Last Scare“ gut hätte verzichten können), aber in den letzten Minuten wirkt alles sehr gehetzt und es bleiben viele lose Enden aus der ersten Halbzeit übrig. Von vier Freunden, die gemeinsam das Flugzeug betreten, tauchen zum Beispiel zwei kommentarlos gar nicht mehr auf. Insgesamt wird man den Eindruck nicht los, dass in der Zeit zwischen dem ersten Trailer 2012 und dem jetzigen Release einiges Hin und Her ging. Leider gibt es aber außer den Trailern keinerlei Extras auf der DVD, sodass man nur spekulieren kann, was sich wer dabei gedacht hat.

So bleibt ein fader Beigeschmack und der Film wirkt irgendwie unfertig. Dabei machen die C-Stars Leslie Bibb (Iron Man), Amy Smart (Crank) und Ryan Kwanten (True Blood) ihre Sache gut, die Musik passt und die Inszenierung ist stimmig. Trotzdem hat man am Ende nur einen Durchschnittsgrusler gesehen.

Fazit

Takashi Shimizu zeigt auch mit diesem Film, dass er weiß, wie er sein Publikum auch ohne vordergründige Schockeffekte gruseln kann. Doch das völlig überhastete letzte Drittel und die kurze Laufzeit lassen den Zuschauer mit dem Gefühl zurück, dass man ihm irgendetwas vorenthalten hat.

Wertung


Pro

  • klaustrophobische Atmosphäre
  • gut gesetzte Spannungsspitzen
  • stimmiges Ende

Contra

  • letztes Drittel total überhastet
  • lose Enden aus der ersten Hälfte
  • überflüssiger Last Scare
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Kategorien: Filme, Horror
von Jörg Benne 3.Sep.2014 3.350 x gelesen

2 Kommentare bislang.

  1. Rappeldrache sagt:

    Ich suche deine Meinung zu “Guardians of the Galaxy” ….

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