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    1835 erschien die Geschichte „Der Wij“ des ukrainisch-stämmigen Autors Nikolai Gogol, die bis heute als Klassiker der russischsprachigen Phantastik gilt. Auf Basis dieser Geschichte wurde eine Grusel-Mär verfilmt, die mit knapp 25 Mio $ Budget zu den größten russischen Filmprojekten zählt – aber viel Geld macht noch keinen guten Film, wie wir hier wieder einmal lernen.

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    (c) Tiberius Film
    Regie: Oleg Stepchenko
    Laufzeit: 97 Minuten
    ab 02.07.2015 im Handel
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    Das Rätsel um die verwunschene Kirche
    Jonathan Green ist britischer Kartograph und im 18. Jahrhundert in Ost-Europa unterwegs, als ihm das Geld ausgeht. Es verschlägt ihn in ein einsames Dorf, dessen Bewohner unter dem fanatischen Priester Paisiy und dem Monster „Wij“ zittern, das vor einem Jahr ein junges Mädchen ermordet haben soll. Dieses wurde daraufhin in einer Waldkirche aufgebahrt, doch der Priester, der dort Totenwache hielt wurde tot aufgefunden und die Kirche selbst gilt seitdem als verflucht.
    Der Vater des toten Mädchens bietet Green eine hohe Belohnung, wenn er das Rätsel um die Kirche klärt.

    Der Film erinnert zuerst an eine Mischung aus „Pakt der Wölfe“ und „Sleepy Hollow“, changiert aber derart wüst zwischen infantiler Slapstik-Komik und Grusel-Momenten, dass es schwer fällt, eine Zielgruppe auszumachen. Im Grunde fällt der ganze Film dem Zuschauer schwer, denn die Geschichte ist derart verworren erzählt, so schlecht gespielt und dann auch noch derart konfus zusammengeschnitten, das man Mühe hat, der Handlung überhaupt zu folgen.

    Das ist umso bedauerlicher, als den Machern mit Jason Flemyng (Bube, Dame, König, grAS) in der Hauptrolle und Charles Dance (Game of Thrones, in einer belanglosen Nebenrolle verschwendet) durchaus namhafte Mimen zur Verfügung standen und offensichtlich viel Geld in die Ausstattung des Streifens investiert wurde – weshalb der Trailer ja auch noch recht ansehnlich aussieht.

    Die russischen Darsteller fallen allerdings deutlich ab (was zum Teil auch an der schlechten Synchronisation liegen mag), das Effektgewitter wirkt oft übertrieben und die Musik ist nicht selten derart unpassend, dass jegliche Atmosphäre flöten geht. Schlussendlich hat man den Eindruck, das ein professioneller Schnitt hier noch viel hätte retten können und die Geschichte an sich durchaus Potential hat. In der vorliegenden Fassung ist „Fürst der Dämonen“ aber ein krudes, in Teilen geradezu dilettantisches Machwerk, dessen Geschichte man kaum folgen kann.

    Fazit

    Mit einer dilettantischen Inszenierung, übertriebenen Effekten und der vollkommen wirren Handlung mach der Film die guten Ansätze zunichte, die durch die zugrundeliegende Geschichte und die durchaus opulente Ausstattung dagewesen wären. So hat es nur zu einem ansehnlichen Trailer gereicht, der Film insgesamt ist Schrott.

    Wertung


    Pro

    • gute Idee
    • opulente Ausstattung

    Contra

    • völlig wirre Erzählung
    • dilettantische Inszenierung
    • z.T. peinliche Darsteller und Synchronstimmen
    • völlig übertriebener Effekt-Einsatz
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    Kategorien: Fantasy, Filme, Horror
    von Jörg Benne 2.Jul.2015 3.087 x gelesen