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    Wer spät in der Nacht Fernsehen schaut, bekommt eigentlich immer in der Werbepause den Hintern irgendeines Webcam-Girls präsentiert, das den Fernsehzuschauer vor den PC und auf seine Webseite locken will. Girlhouse lässt einen Slasher auf eine WG von solchen Webcam-Girls los, die in einem Big Brother mäßig total überwachten Haus wohnen. Viel Fleisch und viel Blut also?

    girlhouse

    (c) Concorde Film
    Regie: Trevor Matthews
    Laufzeit: 95 Minuten
    ab 11.06.2015 im Handel
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    Zur Not eben oben ohne
    Studentin Kylie hat nach dem Tod ihres Vaters ein Problem: Ihre Mutter kann die Studiengebühren nicht mehr zahlen. Um an der Uni bleiben zu können, beschließt sie ins Girlhouse einzuziehen, eine WG von Webcam-Girls, in der sie gutes Geld verdienen kann, wenn sie sich ab und zu oben ohne zeigt und sich auch beim Duschen usw. beobachten lässt.
    Einer ihrer Zuschauer, der sich Loverboy nennt, will aber nur reden. Kylie zeigt sich verständnisvoll, selbst als Loverboy ihr ein Foto von sich schickt. Doch dann finden ihre Kolleginnen das Foto, machen sich vor aller Augen über Loverboy lustig – und der dreht durch.

    Anders als viele andere Filme des Genres, kümmert sich Girlhouse in den ersten Minuten um eine Motivation für den Killer. Wir erfahren, was Loverboy in der Kindheit zugestoßen ist und dazu geführt hat, dass er so gewaltbereit ist. Keine sonderlich glaubwürdige Story zwar, aber immerhin.

    Anschließend ergeht sich der Film zuerst in seiner Erotik-Komponente. Dabei geht es trotz 18er-Freigabe aber recht züchtig zu, hin und wieder werden nackte Brüste gezeigt, das war es aber auch schon. Dazu kommt dann noch eine recht aufgesetzt wirkende Love Story. Insgesamt verbrät man rund die Hälfte der Spielzeit mit der prüden Fleischbeschau und dem Versuch, die Figuren mit einem Hauch Leben zu füllen, ehe es zum Slasher-Teil geht.

    Und hier verlässt man sich ganz auf bewährte Genre-Klischees. Natürlich setzt sich Loverboy eine Maske auf (warum eigentlich?), natürlich murkst er erst die Bewacher und dann ein Mädchen nach dem anderen ab und selbstverständlich gibt es ein Final Girl, alles wie üblich eben. Da die Handlung also nicht mit Überraschungen aufzuwarten vermag, müsste es die Inszenierung richten. Aber die ist weder besonders einfallsreich noch plakativ genug, um Splatter-Freunde zu bedienen. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, bleibt das große Blutbad aus, manch ein Kill findet sogar im Off statt, weshalb ich zuerst dachte, der Film sei hierzulande geschnitten (ist er aber nicht).

    Nur hin und wieder, wenn die vielen Kameras im Haus mal genutzt werden und wir einigen unfreiwilligen Zuschauern über die Schulter sehen, die mit den Mädchen bangen, hat der Film etwas Originalität. Ansonsten hat dieser Slasher wenig zu bieten was man nicht schon in Halloween, Freitag der 13. und den Dutzenden Nachahmern zigmal gesehen hat. Solide gemacht und gespielt, sicher, aber doch altbekannt. Daher nur eingefleischten Slasher-Fans zu empfehlen.

    Fazit

    Girlhouse ist wenig Blut und kaum Fleisch. Die Splatter-Effekte sind meist nur kurz im Bild, manche Kills finden gar gänzlich im Off statt, die Fleischbeschau bleibt Hollywood-typisch prüde. Da die Slasher-Handlung strikt den seit Halloween & Co ausgelatschten Genre-Pfaden folgt, kommt auch Spannung nicht recht auf. So bleibt ein solide gemachter Durchschnitts-Slasher, was schade ist, denn aus der Big Brother-Idee hätte man mehr rausholen können.

    Wertung


    Pro

    • interessantes Big Brother-Setting

    Contra

    • kein Klischee wird ausgelassen
    • Ablauf altbekannt, daher wenig spannend
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    Kategorien: Filme, Horror
    von Jörg Benne 10.Jun.2015 4.845 x gelesen