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    Regisseur Jon Knautz hat sich bislang vor allem mit Slashern wie Girlhouse einen Namen unter Genrefreunden gemacht. Vom Cover her scheint auch sein neuestes Werk in diese Richtung zu tendieren – aber das ist – trotz 18er Freigabe – ein Trugschluss.

    goddessoflove_cover

    (c) Alive
    Laufzeit: 88 Minuten
    ab 28.10.2016 im Handel
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    Von Eifersucht zerfressen
    Stripperin Venus lernt bei ihrer Arbeit den Fotografen Brian kennen. Obwohl der noch immer an dem Selbstmord seiner Frau zu knabbern hat, beginnen die beiden eine Affäre. Nach zwei Monaten beginnt Brians Interesse aber zu erlahmen. Er sagt Treffen ab, reagiert nicht mehr sofort auf Textnachrichten. Als Venus dann von Christine erfährt, einer Freundin Brians, von der er beruflich Nacktfotos gemacht hat, flammt Eifersucht in ihr auf, in die sie sich mehr und mehr hineinsteigert, bis sie Realität und Wahn nicht mehr unterscheiden kann.

    „Goddess of Love“ (bezugnehmend auf den Namen Venus, die römische Göttin der Liebe) ist am ehesten in den Bereich Psychodrama einzuordnen. Es gibt zwar ein paar erotische Momente, wie sie Cover und Titel verheißen, die hätten aber wohl auch ab 16 freigegeben werden können. Und auch wenn ein blutiges Messer auf dem Cover zu sehen ist, Blut gibt es auch nicht besonders viel und die 18er-Freigabe ist eigentlich nur durch eine einzige Szene zu rechtfertigen.

    Als Psychodrama funktioniert der Film recht ordentlich, nimmt sich aber ziemlich viel Zeit, um seine Hauptfigur vorzustellen und die Beziehung der beiden sich entwickeln zu lassen. Echter Thrill mag da nicht aufkommen, dazu fehlt es an Tempo und scheint die Handlung zu vorhersagbar. Aber als Drama über krankhafte Eifersucht entwickelt der Film durchaus eine fesselnde Wirkung, wenngleich die Auflösung nicht in allen Punkten schlüssig erscheint. Die Schauspieler sind überzeugend, die Inszenierung wirkt professionell, hier gibt es nichts auszusetzen.

    Das Problem des Films werden daher eher die falschen Erwartungen sein, die das Cover und die 18er-Freigabe wecken, denn Slasher-Fans werden sich hier eher langweilen.

    Fazit

    Goddess of Love ist ein ordentliches Psychodrama über die zersetzende Kraft der Eifersucht. Man sollte aber weder allzu viel Blut noch allzu viel Erotik erwarten, auch wenn das Cover anderes vermuten lässt.

    Wertung


    Pro

    • glaubwürdige Hauptdarstellerin
    • überraschender Twist

    Contra

    • Geschichte zum Teil arg gemächlich erzählt
    • Cover weckt falsche Erwartungen

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme
    von Jörg Benne 29.Okt.2016 1.284 x gelesen