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    Nachdem Hollywood die griechische Götterwelt mit Kampf/Zorn der Titanen und Krieg der Götter zu Genüge ausgequetscht hatte, wollte man sich nun mit Gods of Egypt den Ägyptern zuwenden. Das 140 Mio $ teure Spektakel floppte aber – zum Glück.

    godsofegypt

    (c) Concorde Film
    Laufzeit: 123 Minuten
    Regie: Alex Proyas
    ab 01.09.2016 im Handel
    Trailer ansehen / Bei Amazon bestellen

    Machtkämpfe unter Göttern
    Götter und Menschen leben in Ägypten in Frieden zusammen, bis Osiris eines Tages beschließt, seinen Sohn Horus zum neuen König zu machen. Seth, Bruder von Osiris, fühlt sich übergangen, tötet Osiris, raubt Horus seine Augen und besteigt selbst den Thron. Um seine Schreckensherrschaft zu beenden, dringt der junge Dieb Bek in Seths Schatzkammer ein, stiehlt eines der Augen und bringt es Horus zurück. Der halb wiederhergestellte Gott sinnt auf Rache.

    Schon beim ersten Trailer war mir klar, dass Gods of Egypt genau in die gleiche Kerbe haut wie Kampf/Zorn der Titanen 2010/2012, die mich auch schon nicht vom Hocker rissen: Eine Minimalstory dient als Vorwand für ein CGI-Effektgewitter mit allerlei mythologischen Monstern, ein klassischer Fall von Style over Substance. Nun sollte man erwarten, dass man in Hollywood dazulernt, aber leider kann Gods of Egypt nicht einmal dem offensichtlichen Vorbild das Wasser reichen.

    Die Story ist noch dünner (Beks Motivation, sich einzumischen, bleibt ziemlich unklar), die Figuren noch stereotyper, die Gag-Versuche scheitern kläglich und vor allem die CGI-Effekte sind trotz besserer Möglichkeiten eher schlechter als besser geworden. Das liegt auch daran, dass bei diesem Film so gut wie nichts mehr echt ist, selbst wenn mal etwas in normaler Größe erscheint. Die CGI-Elefanten sind z.B. ein Graus und selbst wenn in den Totalen über Ägypten geflogen wird, wirkt das oft nur künstlich. Besonders peinlich sind die an die Transformers erinnernden Verwandlungen der Götter in metallische glänzende Wesen, die wirken immer wie Fremdkörper im Bild. Peinlich wird es auch manchmal beim Größenunterschied zwischen Mensch und Gott, der komischerweise manchmal zu variieren scheint.
    Sicher, es gibt auch ein paar überzeugende Schauwerte, beispielsweise auf dem Schiff von Ra, wenn die Erdscheibe sich im Hintergrund dreht, aber wenn man außer Optik schon nicht viel zu bieten hat, dann muss wenigstens die durchgehend stimmen und nicht nur ab und zu.

    Dass die Story dann noch weitgehend vorhersehbar verläuft (nach 30 Minuten ist klar, wie die Sache ausgehen wird), ein paar Logiklöcher aufweist und zu allem Überfluss auch noch am Ende arg moralinsauer daherkommt, versetzt dem Film dann endgültig den Todesstoss. Man kann die Kinozuschauer nur beglückwünschen, dass sie dieses seelenlose und ideenarme Machwerk haben floppen lassen und uns damit wohl ein Sequel erspart haben.

    Fazit

    Wie der erste Trailer schon vermuten ließ, ist Gods of Egypt ein seelenloses Effektgewitterchen mit Minimalstory, dass sich allein auf Action und CGI-Schauwerte verlässt, aber mangels Atmosphäre und schwacher Technik nicht einmal in den Bereichen überzeugen kann. Nur wer die Titanen-Filme absolut super fand, sollte vielleicht mal einen Blick riskieren.

    Wertung


    Pro

    • einige wenige gelungene CGI-Effekte

    Contra

    • dünne Story
    • platte Charaktere
    • keine Atmosphäre
    • zum Teil ganz schwache CGI-Effekte
    • wenig spannend, da im Kern total vorhersehbar

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Fantasy, Filme
    von Jörg Benne 31.Aug.2016 1.450 x gelesen