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    Mit Halo gelang nicht nur ein Riesenhit, der Shooter sorgte auch dafür, dass Microsofts Xbox-Konsole einen großen Schub bekam. Mehrere Spiele folgten, sogar ein Spielfilm war mal geplant, scheiterte aber, weil Microsoft und die Filmstudios sich nicht einigen konnten. Im Herbst steht nun „Halo 5: Guardians“ an und mit der Mini-Serie Halo: Nightfall lernen wir schon mal dessen Hauptfigur kennen.

    halo_nightfall_cover

    (c) Polyband
    Regie: Sergio Mimica-Gezzan
    Laufzeit: 94 Minuten
    ab 17.03.2015 im Handel
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    Zurück zu Halo
    Auf dem Planeten Sedra jagt ONI-Agent Locke mit seinen Leuten einen Covenant-Terroristen – vergeblich. Eine biologische Waffe tötet viele Menschen, ehe der Terrorist ausgeschaltet werden kann. Die Herkunft der Waffe führt Locke, sein Team und einige lokale Soldaten zu einem Teil der zerstörten Halo-Sphäre aus dem ersten Spiel. Diese kreist um einen roten Riesen und kann nur des Nachts betreten werden. In einem engen Zeitfenster sollen die Soldaten die Leute finden, die die Biowaffe herstellen und die Sphäre anschließend zerstören. Aber es geht einiges schief.

    Schon zum letzten Halo-Spiel gab es mit „Forward unto Dawn“ eine Webserie, die durchaus ansehnlich war. Auch „Nightfall“, für die man SF-Meister Ridley Scott als Produzenten verpflichtete, lief bereits im Herbst in fünf Episoden im Internet, nun gibt es die Serie zu einem Spielfilm zusammengeschnitten zu kaufen. Für das Verständnis der Story ist es übrigens nicht unbedingt notwendig, die Spiele zu kennen, auch wenn man dann natürlich keine Ahnung hat, wer z.B. der Master Chief ist – aber der wird eben nur mal am Rande erwähnt.

    Wer bombastische Action wie in den Spielen erwartet, der wird – nach durchaus actionreichem Beginn – enttäuscht. Nightfall ist eher ein Psychodrama, das die Dynamik innerhalb einer Soldatengruppe in einer Extremsituation beleuchtet. Das gelingt in ein paar Szenen auch durchaus gut, allerdings wiederholen sich einige Dinge und die Soldatenehre wird allzu pathetisch in den Vordergrund gehoben. An Schauwerten ist der Film hingegen arm, die verbrannte Oberfläche der Sphäre gibt nicht viel her, Geröll, Krater, Schluchten, das wirkt auf die Dauer recht öde.
    Dazu krankt die Story an einigen Logikmängeln – von der Physik will ich dabei gar nicht erst anfangen. Aber wieso gibt es auf der Sphäre noch Wasser, wenn diese sich tagsüber auf 5000 Grad erhitzt? Wie haben die Gegner, auf die die Gruppe dort trifft, überleben können? Und wieso nehmen sich die Figuren trotz der immer wieder betonten Eile die Zeit für Wortwechsel, die keinen wirklich weiterbringen?

    70 Millionen Dollar soll das vorliegende Ergebnis gekostet haben und auch wenn die CGI-Effekte durchaus ansehnlich sind, muss man sich schon fragen: Wofür? Von den Schauspielern hat man bestenfalls zwei schon mal in Nebenrollen oder kleinen TV-Serien gesehen und das Production Design ist relativ einfach gehalten, weder die Raumschiffe noch die Waffen und Rüstungen machen viel her.

    Wer die Serie schon im Internet gesehen hat, bekommt auf der Disc zwar einige Extras geboten. Im wesentlichen sind es aber die üblichen Interviews, in denen sich die Darsteller gegenseitig beweihräuchern. Und auch die Filmschnipsel, die den Terroranschlag vom Anfang noch aus anderen Blickwinkeln zeigen, bringen dem Fan nicht wirklich was und rechtfertigen den Kauf kaum.

    Fazit

    Für eine kostenlose Web-Serie ist das gebotene völlig in Ordnung, als „normaler“ SF-Film ist Nightfall aber allenfalls mittelprächtig. Die Story ist simpel und trieft vor Soldaten-Pathos, die Effekte sind zwar ok, dafür die Umgebung aber auf Dauer recht eintönig – und brachiale Action, mit der man über diese Schwächen noch hätte hinwegtäuschen können, fehlt auch fast völlig.
    Wer unbedingt schon jetzt mehr über eine Hauptfigur des kommenden Halo-Spiels wissen will, kann einen Blick riskieren. Alle anderen, auch Fans der Spiele-Serie, bekommen aber nur SF-Durchschnittskost geboten, der man aber weder dass kolportiere Budget noch die Beteiligung von Ridley Scott wirklich ansieht.

    Wertung


    Pro

    • interessantes Psychogramm
    • ansehnliche Effekte

    Contra

    • Story hat Logikmacken und verläuft vorhersehbar
    • triefender Pathos
    • wenig Action, wenig Halo-Feeling
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    Kategorien: Filme, Science-Fiction
    von Jörg Benne 11.Mrz.2015 4.924 x gelesen