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    Halo ist mittlerweile eine Institution. Nicht nur diverse Videospiele für die Xbox-Konsolen (und vereinzelt für PC), auch Romane gibt es einige und selbst ein großer Kinofilm war mal angedacht. Daraus wurde zwar nichts, aber Microsoft brachte zuletzt Webserien und auch schon einen Direct2Video-Spielfilm (Halo: Nightfall, Rezension lesen). Kurz nach dem Start von Halo 5 gibt es nun die Anime-Miniserie „Halo: The Fall of Reach“ zu kaufen. Nur was für Hardcore-Fans?

    fallofreach

    (c) polyband
    Regie: Ian Kirby
    Laufzeit: 61 Minuten
    ab 04.12.2015 im Handel
    Trailer ansehen / Bei Amazon bestellen

    Die Genese eines Helden
    Im 26. Jahrhundert steht die Menschheit vor schwerwiegenden Herausforderungen: Rebellionen und Außerirdische bedrohen das interstellare Reich. Die Spartans, genetisch modifizierte Supersoldaten, sollen die Lösung dieser Probleme sein. Dafür werden sechsjährige Kinder rekrutiert und in den nächsten Jahren rücksichtslos gedrillt. Unter ihnen ist auch John, Nummer 117, der nach anfänglichen Schwierigkeiten zum Gruppenführer (und später mal zum Master Chief) aufsteigt. Als die Menschen erstmals auf die Covenant treffen, schlägt die große Stunde der Spartans.

    Die Anime-Serie, die im Web in drei Episoden angeboten wird, wurde hier zu einem Film von knapp 60 Minuten Laufzeit zusammengeschnitten. Sie basiert auf einem 400 Seiten starken Roman mit dem gleichen Titel und wer sich nun wundert, wie man diesen Umfang in gerade mal einer Stunde abhandeln kann, hat auch gleich die erste der beiden großen Schwäche des Animes aufgedeckt.

    Die Handlung wirkt sehr bruchstückhaft, weder die Rekrutierung noch die Ausbildung bekommen wirklich viel Raum geboten. Der spätere Master Chief steht stets im Mittelpunkt, seine Gefährten bleiben indes recht blass. Für Action, wie sie die Fans der Ego-Shooter-Serie gewohnt sind, bleibt auch nur wenig Zeit, wenn es endlich in den Einsatz geht, ist kurz danach auch schon der Film vorbei. Das bisschen an Story, was bis dahin geboten wird, trieft dann auch noch vor militaristischem Pathos von Loyalität und Opferbereitschaft.

    Inhaltlich ist das ganze also allenfalls was für Hardcore-Fans. Technisch dürften allerdings auch die enttäuscht sein. Die Mimik der Figuren ist kaum vorhanden, die Animationen sind oft hölzern und bei Totalen ist der Hintergrund oft ein Stillleben, in dem sich nichts bewegt. Das ist weit weit weg von japanischer Animekunst, selbst wenn man nur das TV-Niveau als Maßstab anlegt. Da hätte man für das Geld deutlich mehr erwarten können.

    Fazit

    Selbst als kostenloses Marketing-Vehikel, das sich jeder frei im Internet ansehen kann, wäre The Fall of Reach schon nichts besonderes. Dem geneigten Zuschauer für dieses Minimum an Story und die recht armselige zeichnerische Umsetzung auch noch Geld abzuknöpfen, ist hingegen schon frech. Wer sich für die Ursprünge des Master Chief interessiert, greift besser zur Romanvorlage.

    Wertung


    Pro

    • hier und da gut Musik
    • Wiedererkennungswert für Fans der Spiele

    Contra

    • bruchstückhafte, gehetzt erzählte Geschichte
    • blasse Figuren
    • dumpfes, militaristisches Geblubber
    • technisch sehr schwach umgesetzt

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Science-Fiction
    von Jörg Benne 25.Nov.2015 5.180 x gelesen