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    Eigentlich ist The Harvest (den unpassenden deutschen Titel „Haus des Zorns“ vergisst man am besten gleich wieder) schon etwa angejahrt. 2013 produziert und schon 2015 in den USA veröffentlicht, schafft es der mit den oscarnominierten Darstellern Samanatha Morton (Phantastische Tierwesen…) und Michael Shannon (Nocturnal Animals) namhaft besetzte Thriller erst jetzt in unser Heimkino. Hat sich das Warten gelohnt?

    (c) Koch Media
    Laufzeit: 100 Minuten
    ab 23.11.2017 im Handel
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    Ans Bett gefesselt
    Der junge Andy ist durch eine Krankheit ans Bett gefesselt und wird von seiner Mutter, einer Ärztin, und seinem Vater, einem Krankenpfleger zuhause gepflegt. Maryann, ein junges Mädchen, dass in der Nähe neu zugezogen ist, freundet sich gegen den Willen der Mutter mit Andy an und schleicht sich immer wieder heimlich zu ihm ins Haus. Dabei entdeckt sie eines Tages ein grausiges Geheimnis.

    Koch Media verkauft den Film als abgründigen Thriller und deutet mit Andys Augen auf dem Cover sogar eine übersinnliche Komponente an, die es aber nicht gibt. Zu Beginn wirkt der Film jedoch eher wie ein Familienfilm mit Drama-Elementen, der dann recht unvermittelt zum Horror-Thriller wird.

    Dass The Harvest trotz der oscarnominierten Hauptdarsteller nicht überzeugen kann, liegt in erster Linie an Regisseur John McNaughton, der sich in den 90ern u.a. mit Wild Things einen Namen machte, seither aber fast nur noch für’s Fernsehen arbeitete – und das merkt man. Die Inszenierung macht einen billigen Eindruck, die Darsteller schlecht angeleitet und die unmotivierten Fade-Outs wirken stets so, als sollte nun eine Werbepause folgen.

    Das Hauptproblem ist jedoch, dass Regisseur und Autor sich wohl nicht darauf festlegen wollten, was sie hier abliefern. Während das abgründige Geheimnis der Familie Young sicher alles andere als kindertauglich ist, wirkt die oft naive Inszenierung aber so, als solle hier ein Abenteuer für die ganze Familie erzählt werden. Beispiel: Als Maryann das Haus der Youngs entdeckt, geht sie nicht etwa zur Tür oder ruft „Hallo“ – nein. Die erste Idee ist natürlich, eine Leiter an ein Fenster zu stellen und einfach mal reinzustarren.
    Für einen Thriller ist der erste Akt auch viel zu betulich inszeniert. Erste Spannungsmomente kommen erst nach über 40 Minuten auf. Und von den Logikfehlern in der Handlung wollen wir lieber gar nicht erst anfangen.

    Es ist wirklich schade um die gute Idee. Hätte man einen Horrormeister wie James Wan (The Conjuring) an diesen Stoff gelassen, hätte daraus ein echter Reißer werden können. So passen abgründige Story und naive Inszenierung vorne und hinten nicht zusammen und bis auf ein paar wenige Szenen mag keine Spannung aufkommen.

    Fazit

    Eine wirklich spannende Idee wurde hier trotz namhafter Besetzung von Regisseur und Drehbuchautor nahezu beispielhaft vor die Wand gefahren. Für einen Thriller ist viel zu wenig Tempo in der Geschichte, die Charaktere agieren nicht glaubwürdig und die Inszenierung erinnert eher an einen TV-Familienfilm – was so gar nicht zu den fiesen Abgründen der Geschichte passt.

    Wertung


    Pro

    • überraschende, abgründige Geschichte...

    Contra

    • ...zu der die oft naive Inszenierung nicht passt
    • viel zu wenig Tempo in der ersten Hälfte
    • Darsteller wirken schlecht angeleitet
    • Charaktere unglaubwürdig, einige Logikmacken

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Horror
    von Jörg Benne 16.Nov.2017 803 x gelesen