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    Der Roman „Horns“ (deutscher Titel: Teufelszeug) stammt aus der Feder von Joe Hill, dem Sohn von Stephen King, und war in den USA wohl recht erfolgreich. So erfolgreich jedenfalls, dass es eine Verfilmung gab – den gehörnten Harry Potter-Darsteller Daniel Radcliffe wollte allerdings kaum jemand sehen, der Film ging sowohl in den USA als auch hierzulande total baden. Zurecht?

    horns

    (c) Universal Pictures
    Laufzeit: 115 Minuten
    ab 17.12.2015 im Handel
    Trailer ansehen / Bei Amazon bestellen

    Wenn alle dich für den Teufel halten …
    Bis vor wenigen Tagen war Igs Leben in Ordnung, doch dann wird seine Freundin Merrin ermordet aufgefunden und alle halten ihn für den Mörder. Nur sein alter Freund und Anwalt Lee und sein älterer Bruder halten noch zu ihm. Zunehmend verbittert verflucht Ig Gott und die Welt – und am nächsten Morgen wachsen ihm mit einem Mal Hörner.
    Damit nicht genug, scheinen diese Hörner andere Leute nicht nur wenig zu stören, sie führen auch dazu, dass sie Ig ihre dunkelsten Geheimnisse preisgeben. Zunächst ist er von seinen Fähigkeiten verwirrt, dann versucht er sie einzusetzen, um den wahren Mörder von Merrin zu finden.

    Horns ist ein Film, der sich nur schwer in Genres fassen lässt. Im Kern ist es ein Krimi, aber es werden auch immer wieder Szenen aus der Vergangenheit gezeigt, in denen die Liebesgeschichte zwischen Ig und Merrin im Mittelpunkt steht, die seit Kindesbeinen zusammen waren. Seine Fähigkeiten führen wiederum sowohl zu komischen als auch zu dezent gruseligen Momenten. Regisseur Aja gelingt es recht gut, mit diesen Genres zu jonglieren, er entscheidet sich aber zumeist für einen eher düsteren Ton. Dennoch dürften Fans des sonst recht anarchischen Regisseurs (The Hills have Eyes, High Tension) vom doch recht kommerziellen Ergebnis eher enttäuscht sein.

    Besonders in der ersten Hälfte kann der Film trotzdem überzeugen, die Mischung aus Krimi und Komödie stimmt, nicht zuletzt weil eine Prise Gesellschaftskritik dabei ist, wenn hinter die Fassaden der ach so braven Bürger geschaut wird. Die Darsteller machen ihre Arbeit gut, die Special Effects sind überzeugend, das Erzähltempo ist zuweilen etwas gemächlich, aber es passt eigentlich alles. Was dem Film indes fehlt, ist ein stimmiger letzter Akt. Das „WhoDunnit“ geriet letztlich allzu vorhersehbar, auch der Auslöser des ganzen Dramas ist recht früh absehbar. Und zum Ende will dann auch die Genre-Melange nicht mehr so recht passen. Einerseits wird es romantisch, andererseits garniert Aja das Finale mit einigen übertriebenen Horroreffekten, die zwar seinen Fans gefallen mögen, aber für einen Teil der Zuschauer übers Ziel hinausschießen.

    Der Versuch es irgendwie allen Recht machen zu wollen war wohl letzten Endes auch der Grund, dass der Film gescheitert ist. Horrorfans wird Horns nicht gruselig genug sein, Romantiker werden von den gelegentlichen Gewaltspitzen hingegen verschreckt, für eine Komödie fehlt es nach spaßigem Beginn an Gags und für Krimifreunde ist der Fall etwas zu durchschaubar. Dennoch sollte man dem Film gerade wegen der ungewöhnlichen Mischung eine Chance geben.

    Fazit

    Horns ist eine sehr eigenwillige Genremischung, die letztlich an einer zu vorhersehbaren Auflösung krankt. Trotzdem ist der Film gerade wegen seiner Eigenwilligkeit durchaus sehenswert, Fans des Regisseurs sollten ihre Erwartungen in Sachen Horror jedoch weit zurückschrauben, er tobt sich nur in wenigen, kurzen Szenen aus.

    Wertung


    Pro

    • eigenwillige Genremischung aus Krimi, Romanze, Komödie und etwas Horror
    • glaubwürdige Effekte
    • gute Darsteller

    Contra

    • Auflösung des Kriminalfalls zu vorhersehbar
    • Erzähltempo hätte etwas höher sein können

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Fantasy, Filme
    von Jörg Benne 14.Dez.2015 3.366 x gelesen