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Mit Fantasy und Comic-Umsetzungen lässt sich gut Kasse machen, das denken die Studios trotz mittlerweile immer zahlreicher werdender Flops immer noch. So wurde auch der Comic „I, Frankenstein“ verfilmt, in der das Monster aus dem Gruselklassiker zu unserer Zeit in den Krieg zwischen Dämonen und Gargoyles gezogen wird.

ifrankenstein

(c) Splendid
Regie: Stuart Beattie
Laufzeit: 89 Minuten
ab 30.05.2014 im Handel
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Da wo Mary Shelley endete…
… beginnt die hier erzählte Geschichte von Adam, Frankensteins Monster. Nachdem Viktor Frankenstein tot ist, schleppt Adam die Leiche zu dessen Familiengrab. Dort wird er bereits von Dämonen erwartet, die ihn gefangen nehmen wollen, doch Gargoyles kommen ihm zu Hilfe.
So erfährt Adam von dem Krieg zwischen den Dämonen der Hölle und dem Gargoyle-Orden, den einst Erzengel Michael erschuf. Die Königin der Gargoyles versucht Adam zu überreden, sich ihnen anzuschließen, doch er will seinen eigenen Weg gehen.
200 Jahre später, zu unserer Zeit, spüren ihn die Dämonen wieder auf. Nun hat Adam genug und beginnt seinerseits die Dämonen zu jagen, um deren Anführer Naberius zu finden. Ihn will er töten, um endlich in Frieden gelassen zu werden. Doch sein Tun ruft auch die Gargoyles wieder auf den Plan und ohne es zu wissen, spielt Adam Naberius in die Karten.

Die Idee, Frankensteins Monster in unsere Zeit zu versetzen, klingt eigentlich interessant. Die zerrissene Figur, auf der Suche nach dem Sinn ihres Daseins, hätte eine gute Grundlage geboten und Aaron Eckhart sicher auch das Talent gehabt, diese Zerrissenheit zu porträtieren. Stattdessen setzen die Macher allerdings lieber auf einen reichlich abgenutzten Actionplot. Zwei übernatürliche Völker bekriegen sich, natürlich unbemerkt von den Menschen. Adam und die mit ihm aufgetauchten Aufzeichnungen Frankensteins könnten nun das fragile Gleichgewicht zwischen den Fraktionen kippen.

Das hätte noch immer für einen guten Film mit einer interessanten Hauptfigur reichen können, doch leider sind die Figuren eigentlich nur Beiwerk in zig aufeinanderfolgenden Gemetzeln. Die Menschheit spielt im Grunde gar keine Rolle, ganze zwei Menschen spielen im Film eine nennenswerte Rolle. Trotz der Zerstörungen, die die Schlachten im Filmverlauf hervorrufen, lässt sich die Polizei – von einer Ausnahme abgesehen – nie blicken. Nur eines von vielen Logiklöchern in der Geschichte.
Eckhart darf nur in den eher vereinzelten ruhigen Szenen mal sein Talent aufblitzen lassen und den Emotionen Adams ein Gesicht verleihen, letztlich sind seine Fähigkeiten aber hier ebenso vergeudet wie die von Bill Nighy, der mit Naberius einen Allerwelts-Bösewicht mimen muss, der mal wieder die Weltherrschaft anstrebt. Die einzige Figur, der noch ein Hauch Vielschichtigkeit bleibt, ist die Gargoyle-Königin, gut verkörpert von Miranda Otto (Eowyn aus Der Herr der Ringe).

Übrig bleibt ein Action- und Effektgewitter, Kampf reiht sich an Kampf. Alles gut inszeniert und mit ordentlichen Effekten, keine Frage, dennoch hat man sich schnell daran sattgesehen, vor allem weil keine Figur zum Sympathieträger taugt und man so mit niemandem so recht mitfiebern kann. Die Logikpatzer in der ohnehin reichlich dünnen Geschichte sorgen dann endgültig dafür, dass man der Story mehr oder weniger schulterzuckend folgt.

Fazit

I, Frankenstein ist ein brauchbarer Fantasy-Actionfilm, der dem Gruselklassiker aber nie gerecht werden kann, dazu sind Story und Figuren zu flach. Dass ein seelenloses Effektgewitter herausgekommen ist, mag zwar zur ebenso seelenlosen Hauptfigur passen, dürfte aber zum Flop an den Kinokassen beigetragen haben.

Wertung


Pro

  • sehr ansehnliche Effekte
  • einige ansehnliche Kampfszenen

Contra

  • Potential der Figuren wird nicht abgerufen
  • einige Logikfehler in der ohnehin dünnen Geschichte
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Kategorien: Fantasy, Filme
von Jörg Benne 3.Jun.2014 2.297 x gelesen

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