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    Die Horror-Regale sind reich an Exorzismus-Filmen, die oft nach einem ähnlichen Muster gestrickt sind. Incarnate will da andere Wege gehen. Statt mit Gebeten und Formeln wird hier der Dämon in der Gedankenwelt des Opfers ausgetrieben, Inception lässt schön grüßen. Ein gelungener Ansatz?

    incarnate_cover

    (c) Concorde Film
    Laufzeit: 83 Minuten
    ab 06.04.2017 im Handel
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    Exorzismus der anderen Art
    Dr. Ember kann die Gedanken von Besessenen lesen und beeinflussen, aber seit einem Autounfall ist er ein gebrochener Mann. Er selbst sitzt im Rollstuhl, Frau und Kind kamen ums Leben. Einzig die Suche nach Maggie treibt ihn noch an, jenem Dämon, der den Unfall verursachte.
    Als die Kirche Ember bittet, sich einen Jungen anzusehen, der von einem Dämon besessen scheint, ist er zunächst skeptisch. Aber als er erkennt, dass Maggie in den Jungen gefahren ist, unternimmt er alles, um dem Dämon den Garaus zu machen.

    Gleich zu Beginn des Films lernen wir Embers Ansatz der Dämonenaustreibung kennen. In Incarnate ernähren sich Dämonen von der Energie ihrer Wirte und halten diese in einer Gedankenwelt gefangen, in dem sie sehen, was sie sehen wollen. Ember dringt in diese Gedankenwelten ein und versucht, die Opfer davon zu überzeugen, dass sie nur träumen. Wenn dies gelingt, zeigt er ihnen einen Ausgang aus der Traumwelt auf, der gleichzeitig ein Ausweg aus der Besessenheit ist.

    Das klingt ein wenig nach Inception und hätte ein durchaus spannender Ansatz sein können, leider fehlen Regisseur Brad Peyton (San Andreas) und seinem Drehbuchautor aber die Ideen oder das Budget (oder beides), um aus den Traumwelten viel herauszuholen. Ohnehin nimmt dieses Element nur einen kleinen Teil der ohnehin kurzen Laufzeit ein, der Rest wird mit Zwischenmenschlichem, Nebenhandlungen und kruden Dialogen gefüllt, die zwar den Charakter von Ember mit Leben füllen, die Handlung aber nicht wirklich voranbringen und Spannung kosten. Dabei hätte gerade aus dem Abstieg in die Traumwelt des Jungen, die u.a. in einen Freizeitpark führt, viel mehr gemacht werden können. Letztlich läuft der Rettungsversuch aber fast genauso ab wie der zu Beginn des Films, sodass Überraschungsmomente rar sind.

    Da hilft dann auch Aaron Eckharts (I, Frankenstein) sehenswerte Performance nichts. Glaubwürdig spielt er sowohl den gebrochenen Doktor in der echten als auch den toughen Retter in der Traumwelt. Alle anderen Figuren bleiben jedoch blass. Carice van Houten (Die rote Frau aus Game of Thrones) spielt als Mutter des Jungen nur eine Nebenrolle und David Mazouz (Bruce Wayne aus Gotham) wird kaum gefordert.

    Fazit

    Vom Ansatz her hätte Incarnate ein innovativer Beitrag zum Exorzismus-Genre sein können, doch statt sich auf die Traumwelten zu konzentrieren verzettelt sich der Film in kruden Dialogen und überflüssigen Nebenhandlungen. Daher trotz gutem Hauptdarsteller nur Durchschnittsware.

    Wertung


    Pro

    • starker Aaron Eckhardt
    • Gedankenwelten sind eine interessante Idee

    Contra

    • ...aus der leider viel zu wenig gemacht wird
    • Nebenfiguren beiben allesamt blass
    • Spannungsbogen hängt häufiger durch

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Horror
    von Jörg Benne 4.Apr.2017 755 x gelesen