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    SciFi-Horror ist ein Genre, das immer mal wieder gern bedient wird. Mal sind fiese Kreaturen die Auslöser des Schreckens in den Weiten des Alls, mal einfach nur die Psyche der Astronauten. Der aktuelle Vertreter „Infini“ stößt dabei in ein ähnliches Horn wie „Event Horizon“ oder „Pandorum“.

    infini_cover

    (c) Capelight Pictures
    Regie: Shane Abbess
    Laufzeit: 106 Minuten
    ab 16.10.2015 im Handel
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    Wenn Sekunden zu Stunden werden
    Rund 200 Jahre in der Zukunft ist es möglich, Menschen via Slipstream in Sekundenschnelle quer durch das Universum zu beamen. Das Verfahren hat allerdings seine Macken, es gibt viele Todesfälle und es kommt zu extremen Zeitverschiebungen. Während es auf der Erde scheint, als seien die Slipstreamer nur wenige Minuten weg gewesen, verbringen diese in der fremden Welt Stunden oder gar Tage.
    Als es auf der weit entfernten Station Infini einen Notfall gibt, wird ein Soldatenteam per Slipstream hingeschickt. Die wenigen, die zurückkehren, drehen durch und greifen ihre Kameraden auf der Erde an. Offenbar sind sie mit einer Art Virus infiziert. Während die ganze Militärbasis gesäubert wird, gelingt dem Frischling Whit Carmichael noch der Sprung nach Infini.
    Dort scheint ein Slipstream initiiert worden zu sein, der eine tödliche Fracht von der Station zur Erde bringen soll. Von einer zweiten Basis wird eine Rettungsteam losgeschickt, das Carmichael retten und den Transport mit seiner Hilfe abbrechen soll. Bei ihrer Ankunft finden die Soldaten Grauenvolles vor.

    Es ist nicht ganz einfach, die Hintergrund-Story von Infini zusammenzufassen, denn sie ist arg verworren geraten. Mir fiel es jedenfalls schwer, zu Anfang zu verstehen, wer da warum nach Infini geschickt wurde. Das spielt aber nach wenigen Minuten keine große Rolle mehr, denn wenn das Rettungsteam durch die Station streicht, ohne zu wissen, was genau hier geschehen ist, passt die Verwirrung des Zuschauers eigentlich gut zur Atmosphäre.

    Diese setzt wie bei den genannten Vorbildern auf klaustrophobische Enge und wenig Licht. Überall liegen Leichen und jeden Moment erwartet man, dass das Grauen in welcher Gestalt auch immer über die Teammitglieder kommt. Im weiteren Verlauf wird das Spannungslevel hoch gehalten und den meisten (überwiegend unbekannten) Schauspielern gelingt es recht gut, den psychischen Druck darzustellen, unter dem sich das Team mehr und mehr befindet. Besonders Hauptdarsteller Daniel MacPherson ist hier hervorzuheben.

    Das kann allerdings nicht über so manche Logikprobleme hinwegtäuschen. Diese betreffen insbesondere das Ende, aber auch zwischendrin gibt es Ungereimtheiten. Über die Grundidee denkt man am besten gar nicht nach, weswegen reine SF-Fans hier auch wohl eher wenig finden werden, dass sie begeistert. Zu leicht macht es sich der Film mit dem Slipstreaming, zu billig sind die meisten Gadgets und die Station hat auch wenig zu bieten.

    Fazit

    Infini ist ein gelungener Psycho-Action-Thriller mit einem recht dünnen SF-Setting. Der Verlauf ist zwar nach kurzer Zeit vorhersehbar, dennoch unterhält der Film auf ordentlichem Niveau, das er am Ende leider nicht ganz halten kann.

    Wertung


    Pro

    • klaustrophobische Atmosphäre
    • gute Darstellung der psychischen Veränderungen

    Contra

    • SF-Setting hat wenig zu bieten
    • einige Logik-Probleme

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Horror, Science-Fiction
    von Jörg Benne 14.Okt.2015 2.991 x gelesen