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    Vor gut drei Jahren gelang Jonathan English mit der mittelalterlichen Belagerungs-Schlachtplatte „Ironclad“ ein Überraschungshit im Direct-2-Video-Segment. Also dachten sich die Verantwortlichen, dass man aus der Idee noch mehr machen könnte, und lassen nun in „Ironclad 2 – Bis aufs Blut“ noch einmal eine Übermacht gegen eine Burg anrennen.

    ironclad2_cover

    (c) Universum Film
    Laufzeit: 108 Minuten
    ab 25.07.2014 im Handel
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    Irgendwo an der schottischen Grenze
    Seit der Schlacht um die Burg von Rochester sind einige Jahre ins Land gegangen. Engländer und Schotten bekriegen sich. Auch die Burg von Lord de Vesci wird angegriffen, er selbst im Kampf schwer verwundet. Sein Sohn Hubert wird ausgeschickt, um den auch in der Schlacht von Rochester kampferprobten Vetter Guy nebst einigen Männern zu rekrutieren und mit deren Hilfe die Übermacht zurückzuschlagen. Der vom Krieg zermürbte Guy willigt ein, allerdings nur des Geldes und nicht etwa der Blutsbande wegen. Doch trotz der Verstärkung gerät die Burg bald immer mehr in Bedrängnis.

    Eins sollte jedem klar sein: Man bekommt hier keine Fortsetzung von Ironclad, sondern im Grunde dasselbe nochmal. Guy hat für den Zuschauer wenig Verbindung zu dem damaligen Jungen aus Teil 1, was auch daran liegt, dass er nun von Tom Austen und nicht mehr von Aneurin Barnard verkörpert wird und die beiden haben kaum Ähnlichkeit.
    Es werden also wieder Leute angeheuert, die eine Burg verteidigen sollen, wieder ist deren Anführer ein vom Krieg gezeichneter Held wider Willen. Natürlich wird auch erneut viel gemetzelt und einiges an Filmblut vergossen – wobei Teil 1 hier doch um einiges heftiger war. Größte Innovation (wenn man das so nennen will) ist, dass diesmal auf beiden Seiten auch Frauen zur Waffe greifen dürfen.

    Was fehlt ist der historische Kontext. Ging es bei der Schlacht um Rochester noch um ein ganzes Königreich, ist es hier ein belangloser Rachefeldzug einiger Schotten aus den Bergen gegen eine nicht näher benannte Burg im englischen Norden. Die Begründung, warum der Anführer der Schotten immer wieder verlustreich gegen die Burg anrennen lässt, erscheint recht fragwürdig, außerdem stellen sich auch die Verteidiger zuweilen recht dämlich an. Unverständlich z.B., warum der Sohn losgeschickt wird, um Hilfe zu holen, die Töchter aber in der belagerten Burg bleiben und weiter um ihr Leben fürchten müssen. Die Auflösung der Geschichte ist dann auch noch ziemlich misslungen und unglaubwürdig.

    Neben einer packenden Story fehlt dem Film auch der im ersten Ironclad noch durchaus namhafte Cast. Damals waren mit Brian Cox, Paul Giamatti, Kate Mara, Charles Dance und James Purefoy zwar auch keine Weltstars, aber eben doch durchaus bekannte und bewährte Schauspieler in der ersten Reihe. Hauptdarsteller Tom Austen werden hingegen allenfalls Fans der TV-Serie „Die Borgias“ kennen, das bekannteste Gesicht ist zweifelsohne Michelle Fairley (Catelyn Stark aus Game of Thrones), die aber keine allzu große Rolle spielt. An den Schauspielern liegt es allerdings nicht, dass das zweite Ironclad wohl das Letzte sein wird. Sie machen einen ordentlichen Job, soweit ihre eindimensionalen Figuren das zulassen, auch die Ausstattung und die Musik sind ok und erzeugen eine ordentliche Mittelalter-Atmosphäre.

    Stattdessen muss sich der Regisseur einige handwerkliche Fehler vorwerfen lassen. Neben dem von ihm mit verfassten Skript, das sogar die Schablonen einiger Figuren aus dem ersten Film nochmal wiederverwendet, ist es vor allem die Arbeit mit der Handkamera, die den Film Punkte kostet. Damit in den Kampfszenen Dynamik zu erzeugen ist zwar durchaus üblich, English lässt sie aber dermaßen wackeln, dass man zuweilen den Überblick verliert und die durchaus gelungen inszenierten Schwertkämpfe kaum genießen kann.

    Fazit

    Ironclad 2 ist im Grunde eine recht einfallslose Kopie des ersten Teils, noch dazu ohne namhafte Darsteller, ohne historischen Kontext und leider mit übertrieben verwackelter Kamera. Fans von Mittelalter-Gemetzeln werden trotzdem halbwegs unterhalten, der erste Teil war aber in allen Belangen besser.

    Wertung


    Pro

    • ordentliche Ausstattung

    Contra

    • im Grunde 1:1 Kopie von Teil 1
    • stereotype Figuren
    • total verwackelte Kamera in den Kampfszenen

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Abenteuer, Filme
    von Jörg Benne 12.Jul.2014 3.756 x gelesen