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    Basierend auf dem gleichnamigen Videospiel von Cinemaware aus dem Jahre 1989 kommt mit It Came From The Desert (ICFTD) ein Party-/Teenie-/Trashhorrorfilm für das Heimkino heraus. Ob sich das Ansehen der knapp 90 Minuten rund um Schnaps trinkende Riesenameisen und wagemutige, testostergesteuerte Jugendliche lohnt, haben wir einmal geprüft.

    (c) Tiberius Film
    Laufzeit: 87 Minuten
    ab 05.04.2018 im Handel
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    Sex, Drugs & Ameisen
    Die beiden Freunde Lukas und Brian sind begeisterte Motocrossfahrer, wobei Brian eher die Rolle des treudoofen Mechanikers einnimmt, der für seinen erfolgreichen Kumpel seine eigenen Bedürfnisse zurücksteckt. Eines Tages machen die beiden sich auf den Weg in die Wüste zu einer Riesenparty rund um ein Offroad-Motocrossrennen. Dies klingt und sieht auf den ersten Blick aus wie eine Version 2.0 von Project-X. Hierbei darf natürlich auch der weibliche Anteil nicht zu kurz kommen, weshalb die beiden Jungs von der gemeinsamen Freundin Lisa begleitet werden, die immer wieder versucht die beiden auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen. Wie der Zufall es will, ist sie jedoch eher an Lukas interessiert als an dem total verknallten Brian, der den gesamten Film über um ihre Aufmerksamkeit kämpft.

    Der eigentlich spaßige Plan einer Riesenparty mit viel Alkohol und schnellen Motorrädern geht jedoch zügig in eine andere Richtung. Brian und Lukas entdecken bei einer Erkundungstour einen Höhleneingang, der direkt in eine verlassene Forschungsstation führt. Dort treffen sie auf eine metergroße Riesenameise, die ihnen auch direkt an den Kragen will. Den beiden gelingt die Flucht aus dem Labor, doch vorher finden sie noch heraus, dass die Ameisen als einziges Mittel zur Fortpflanzung Ethanol benötigen (also Alkohol) und von diesem gibt es auf der Party jede Menge.

    So setzt sich das Horrorszenario fort, indem die Ameisen die Party überfallen und für reichlich Action sorgen. Eine Kombination aus Glück, Teamgeist und unrealistischen Handlungswendungen rund um verrückte Wissenschaftler, sprachgesteuerte Waffen und abgedrehte Motorradstunts sorgen dann am Ende des Films für ein recht rundes Ende. Die gesamte Zeit über nimmt der Film sich selbst und die Geschehnisse nicht für voll, da auch brenzlige Situationen immer prall mit Machohumor oder dummen Sprüchen gefüllt sind. Dies nahm meiner Meinung nach dem Setting und den Killerameisen einiges an Bedrohlichkeit.

    Die Drohnenkamerafahrten in den Motocross Szenen sind sehr gelungen und wirken wie aus einem professionellen Sportvideo. Ansonsten überzeugt der Film mit dem Originalsoundtrack des Spiels in einer angepassten Version und rockigen Songs. Die Charaktere bleiben zwar stets ihren Stereotypen treu, wirken jedoch durch ihr authentisches Auftreten und die passenden Schauspieler nicht unangenehm. Die animierten Killerameisen sind gut gelungen, klar würde hierbei noch mehr gehen, jedoch ist dies wohl im Anbetracht des Budgets absolut ausreichend. Das Tempo des Films war angenehm hoch, sodass zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkam.

    Die blutigen Szenen des Films empfand ich als recht heftig für eine Freigabe ab 12 Jahren. Auch die nicht jugendfreien Sprüche und Umgangsweisen mit Alkohol, Frauen usw. verstärkten diesen Eindruck. ICFTD ist wohl eher für ein erwachseneres Publikum gedacht, gerade in Anbetracht dessen, dass die Originalvorlage doch einige Jahre zurückliegt, zu der es im Abspann noch eine schöne Hommage gibt. Abgesehen von den Ameisen und der Wüste, hat der Film übirgens inhaltlich wenig mit der Story aus dem Videospieloriginal zu tun.

    An Extras finden wir auf der Blu-Ray Version lediglich einige Trailer von anderen Filmen, ansonsten sieht es eher mau aus.

    Fazit

    It Came From The Desert ist für Kenner der Videospielvorlage und Fans von trashigem Teeniehumor und Saufgelagen a la Project-X durchaus sehenswert. Wer mit Ameisen, teilweise überspitztem Humor und dem nicht ganz so realistischen Setting nichts anzufangen weiß wird eher kopfschüttelnd abschalten. Der passende Originalsoundtrack und einige Eastereggs im Film schaffen die Brücke zur Vorlage und werden den ansonsten eher durchschnittlichen Film auf.

    Wertung


    Pro

    • passender Soundtrack
    • schicke Kamerafahrten
    • zufriedenstellendes Ende

    Contra

    • Humor teilweise sehr stumpf
    • bedrohliche Settings werden entschärft
    • Altersfreigabe (ab 12 Jahren) fragwürdig

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Horror
    von Pascal Requardt 2.Apr.2018 453 x gelesen