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    Horror-Filme gibt es wie Sand am Meer – neue Ideen sind indes Mangelware. Zombies, Exorzismus, Hinterwälder-Slasher, Kannibalen, Rape & Revenge, Geister … vieles ist schon reichlich ausgelutscht und wird uns dennoch jede Woche aufs Neue serviert. Mit „It Follows“ kommt ein Vertreter, der zwar auch nicht das Genre neu erfindet aber allemal als innovativ bezeichnet werden kann.

    itfollows

    (c) Weltkino
    Laufzeit: 96 Minuten
    ab 27.11.2015 im Handel
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    Die personifizierte Geschlechtskrankheit
    Nachdem Jay zum ersten Mal mit ihrem Freund Hugh geschlafen hat, betäubt er sie und sie kommt an einen Rollstuhl gefesselt wieder zu sich. Hugh erklärt ihr, dass er mit dem Sex eine Art Fluch an sie weitergegeben habe. Ein seltsames Wesen verfolgt denjenigen, auf dem der Fluch lastet und nur der und seine Vorgänger können es sehen. In wechselnder Gestalt folgt es dem Verfluchten langsam aber unbarmherzig und wenn es ihn erwischt, tötet es ihn – um dann wieder dem zuvor Verfluchten nachzujagen. Zunächst glaubt Jay, Hugh sei verrückt, aber dann taucht das Wesen tatsächlich auf. Hugh bringt Jay vorübergehend in Sicherheit und verschwindet dann. Fortan lebt Jay pausenlos in Angst und Schrecken. Ihre Freunde versuchen ihr zu helfen.

    Mit der Prämisse, dass sexuelle Aktivität zu Problemen (i.d.R. dem Tod, hier eben zu dem Fluch) führt, folgt Autor und Regisseur David Robert Mitchell zwar gängigen Klischees des Genres, wandelt diese aber geschickt ab. Das fällt schon zu Beginn auf, als wir ein anderes Opfer des Fluches beobachten, das scheinbar grundlos vor irgendetwas davonläuft, das auch wir Zuschauer nicht sehen können. Dass sie am nächsten Morgen tot ist, beweist allerdings, wie bedrohlich das Wesen ist.

    Tatsächlich gelingt es Mitchell, auch den Zuschauer paranoid zu machen. Ständig ertappt man sich dabei, dass man irgendwo im Hintergrund herumlaufende Personen kritisch beäugt oder im Schatten hinter Jay nach einer Silhouette sucht. Unterstützt wird diese Atmosphäre durch die düsteren Synthi-Sounds, die ein wenig an frühe John Carpenter-Filme erinnern. Dass man mitfiebert liegt nicht nur an der Atmosphäre und der gelungenen Kamera-Arbeit. Die erfreulich „normalen“ Hauptfiguren (endlich mal nicht die gängigen Horror-Klischee-Teens) machen es leicht, mit ihnen mitzufiebern. Es gibt keine dummen, kreischenden Girlies, denen man den Tod „wünscht“, um sie loszuwerden.

    Bei allem Lob: Zum ganz großen Wurf reicht es allerdings dann doch nicht. Dazu nutzt sich das Auftauchen des Wesens mit der Zeit zu sehr ab, dazu sind auch einige Logikprobleme zu eklatant (wieso kommt es nie, während Jay schläft?) und dazu bleiben vor allem viel zu viele Fragen (eigentlich alle) offen.

    Fazit

    It Follows spielt zwar mit Genre-Klischees, schafft es aber mit seiner verstörenden Prämisse auch beim Zuschauer Paranoia hervorzurufen. Auf die Dauer nutzt sich das Szenario allerdings etwas ab, 10 Minuten weniger und dafür ein paar Erklärungen mehr hätten nicht geschadet. Trotzdem ein erfreulich innovativer Horror-Film, der aus dem Einerlei, dass die Amerikaner sonst meist in dem Genre abliefern, positiv heraussticht.

    Wertung


    Pro

    • innovative Grundidee
    • packend paranoide Atmosphäre
    • sehr gute Soundkulisse

    Contra

    • alle Fragen um das Wesen bleiben offen
    • Szenario nutzt sich etwas ab
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    Kategorien: Filme, Horror
    von Jörg Benne 11.Nov.2015 3.236 x gelesen