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    In zwei Monaten kommt mit Planes, ein Flugzeug-Ableger aus dem beliebten Cars-Universum von Disney in die Kinos. Schon jetzt gelangt hingegen Jets in die Lichtspielhäuser, und wenn man auf das Filmplakat schaut, könnte man wirklich meinen, es mit dem Disney-Film zu tun zu haben. Das ist wohl auch der Sinn der Sache, allerdings kommt dieser Streifen aus Armenien und wer auch nur 2 Minuten davon gesehen hat, wird wissen, dass in Sachen Qualität zwischen diesen beiden Filmen eine genauso große Lücke klafft, wie Kilometer zwischen den Studios in Amerika und Armenien liegen.

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    Splendid Animation, 2012
    Laufzeit: 86 Minuten
    ab 27. Juni im Kino

    Die 08/15 Story

    Jets präsentiert eine wirre Story um den Düsenjet Maverick, der gelegentlich Höhenangst hat (übrigens auch Thema in Planes!) und deshalb in der Pampa arbeitet. Als ihm einige Kollegen einen Streich spielen, glaubt er, die berühmte Kunstfliegerstaffel Hawks suche neue Mitglieder und macht sich hoffnungsvoll auf, um aufgenommen zu werden. Vor Ort wird er komischerweise sofort akzeptiert und zu einem Trainer geschickt, dabei landet er auf einem abgelegenen Flughafen, wo sich alte Flugzeuge fit halten – und wo sich auch Veteran verbirgt, ehemaliger Trainer des vor einem Jahr abgestürzten Hawks-Champions. Der weigert sich zunächst Maverick zu trainieren und außerdem beginnt auch noch Iceman, ein Mitglied der Hawks, gegen Maverick zu intrigieren.

    Moment mal: Top Gun, Maverick, Iceman, da war doch mal was? Ja, bei den Namen waren die Macher wenig erfinderisch und bedienten sich bei dem 80er-Jahre-Streifen. Aber das gilt für die ganze abgedroschene Geschichte, die vorhersehbarer nicht sein könnte. Das allein wäre ja noch kein Drama, nur wird sie oft total unzusammenhängend erzählt: Warum Iceman überhaupt was gegen Maverick hat und wie dessen Höhenangst kuriert wird, bleibt beispielsweise komplett im Dunkeln. Dazu sind die Gags allenfalls für sehr kleine Kinder noch komisch, ganz anders als Pixar gelingt es den Machern hier nie, auch Erwachsene mitzunehmen. Meist zündeten die dümmlichen Kalauer um den Falken der Angst vor Spatzen hat, nicht einmal bei den jungen Zusehern. Er hat aber gute Chancen auf die Auszeichnung „schwachsinnigster Sidekick der Filmgeschichte“.

    Katastrophale Technik

    Aber lange bevor die Geschichte zu langweilen beginnt, bekommt man große Augen vor ungläubigem Staunen. Was einem hier technisch geboten wird, ist dermaßen unterirdisch, dass ich eigentlich kaum glauben kann, dass so etwas ins Kino gebracht wird. Die Animationen sind hölzern, die Umgebungsgrafik matschig, all das sieht aus, als wäre es auf dem Stand von vor 20 Jahren – in der Tat sieht Toy Story 1 bei Weitem besser aus als dieses Machwerk, das sich selbst vor einigen billig produzierten TV-Serien schamhaft verstecken muss.
    Trauriger Höhepunkt sind dabei die Flugshows, die dermaßen undynamisch und abgehackt präsentiert werden, dass dem Zuschauer gänzlich unklar bleibt, was die Kommentatoren daran so loben.
    Komplettiert wird das Grauen durch grottige Musik, einzig die namhaften deutschen Synchronsprecher hauchen zumindest akustisch noch ein bisschen Qualität in diesen Film, was angesichts der zum Teil sinnfreien Dialoge aber wenig bringt.

    Fazit

    Jets ist ein Mockbuster, wie er im Buche steht, denn ohne die Verwechslungsgefahr mit Disneys Planes wäre dieses krude Machwerk vermutlich nie hierzulande erschienen, jedenfalls sicher nicht im Kino. Hier stimmt einfach gar nichts: Geschichte, Gags, Technik, alles Schrott. Der schlechteste Kino-Animationsfilm, den ich je gesehen habe.

    Wertung


    Pro

    nichts  

    Contra

    • 08/15 Geschichte, noch dazu schlecht erzählt
    • infantile Kalauer, keine zündenden Gags
    • technisch auf dem Stand von vor 20 Jahren
    • zum Teil grauenhafte Musik

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Fantasy, Filme
    von Jörg Benne 23.Jun.2013 2.026 x gelesen