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Mit Kick-Ass lieferten Regisseur Matthew Vaughn und Comic-Autor Mark Millar schon einmal ein Bravourstück ab. Nachdem Teil 2 nicht ganz an den Vorgänger anknüpfen konnte, entwickelten sie mit „Kingsman“ nun gemeinsam ein neues Projekt, eine Hommage an die Spionage-Filme alter Schule. Läuft das Duo damit wieder zur Hochform auf?

kingsman

(c) 20th Century Fox
Laufzeit: 124 Minuten
ab 23.07.2015 im Handel
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Geheimer als geheim
Als Eggsy ein kleiner Junge war, kam ein Mann zu ihm nach Hause und offenbarte ihm und seiner Mutter, dass der Vater im Dienst gefallen war – weitere Details konnte er aus Geheimhaltungsgründen nicht nennen. Als Wiedergutmachung hinterließ er dem Jungen einen Anhänger mit einer Telefonnummer, die er anrufen sollte, wenn er jemals in Schwierigkeiten geriete.
Jahre später steckt Eggsy tatsächlich in der Klemme. Seine Mutter hat einen fiesen Gang-Chef als Freund, mit dessen Schergen sich Eggsy angelegt hat – nun droht er im Knast zu landen. Also ruft er die Nummer an – und tatsächlich kommt der Mann von damals vorbei, stellt sich als „Kingsman“ Harry Hart vor und hilft Eggsy. Wie es der Zufall will, wurde gerade einer der Kingsman im Einsatz getötet und der staatenübergreifende Geheimdienst sucht einen Nachfolger – und Harry sieht in Straßenkind Eggsy einen möglichen Kandidaten. Der willigt ein, die knallharte Ausbildung zu absolvieren. Derweil plant Internet-Mogul Valentine Böses.

Kingsman ist eine klassische Origin-Story, in der Held Eggsy vom unbedarften Straßenkind zum Gentleman-Agenten ausgebildet wird. Anleihen an „My Fair Lady“ & Co sind dabei gewollt und werden auch gekonnt auf die Schippe genommen. Aber keine Sorge, Benimmregeln stehen nur selten auf dem Programm, die Ausbildung verläuft vor allem actionreich und bietet mit Stunts unter Wasser oder in luftigen Höhen für jeden Actionfan einiges an Schauwerten. Dazu finden die Macher wie schon bei Kick-Ass genau das richtige Maß an Humor, damit der Film einerseits Spaß macht, andererseits aber nicht in albernen Klamauk abdriftet und trotz der humorvollen Note auch Raum für ernste Töne und vor allem Spannung bleibt.

Neben der gelungen inszenierten Action ist es vor allem die mit viel Spaß agierende Schauspielerriege, die den Film trägt und die pointierten Dialoge sehr gut umsetzt. Colin Firth ist die Rolle des Gentleman-Agenten quasi auf den Leib geschneidert, Samuel L. Jackson überzeugt als Bösewicht mit Visionen (auf das Lispeln hätte man aber gut verzichten können) und Mark Strong ist als Ausbilder einfach cool wie immer. In weiteren Nebenrollen sind u.a. noch Michael Caine und Mark Hamill zu sehen.

Zu bemängeln gibt es wenig. Einige Logikfehler kann man angesichts der augenzwinkernden Geschichte gern übersehen, etwas zwiespältig ist der Einsatz von Gewalt. Diese ist – wie bei Millar üblich – äußerst überzeichnet und ganz und gar nicht zimperlich, gleichzeitig aber sehr blutarm, wohl um noch eine Jugendfreigabe zu erhalten – was ja auch gelungen ist. Manch einem hartgesottenen Actionfan wird dieser Kompromiss vielleicht nicht gefallen.

Fazit

Die Hommage an die alten Bond-Filme ist gelungen. Nach ruhigem Beginn bietet Kingsman durchweg Spannung, Spaß und Action satt – was will man von einer Comic-Verfilmung mehr?

Wertung


Pro

  • augenzwinkernder Humor
  • großartige Actionszenen
  • Bond-würdiger Bösewicht

Contra

  • Action blutarm für Jugendfreigabe
  • kleine Logikfehler
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Kategorien: Filme
von Jörg Benne 22.Jul.2015 1.454 x gelesen