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    Gefühlt kommt derzeit fast jede Woche ein Film auf den Markt, an dem Eli Roth irgendwie beteiligt ist, sei es als Autor, Schauspieler, Regisseur oder Produzent. Und immer wird im Marketing massiv auf seinen Namen gesetzt. Mit Knock Knock, bei dem er Drehbuch, Regie und Produktion übernahm, kann er nun beweisen, ob er wirklich zum „Großmeister des Horrors“ taugt.

    knockknock

    (c) Universum Film
    Laufzeit: 96 Minuten
    ab 29.04.2016 im Handel
    Trailer ansehen / Bei Amazon bestellen

    Venusfalle im Doppelpack
    Evan ist ein treusorgender Vater von zwei Kindern, erfolgreicher Architekt und eigentlich glücklich, auch wenn sein Sexleben wegen der Kinder etwas auf der Strecke geblieben ist. Als er an einem verregneten Wochenende allein zuhause ist, stehen plötzlich zwei junge Mädchen vor seiner Tür und bitten um Hilfe. Evan gibt sich hilfsbereit und zurückhaltend, doch die beiden verführen ihn nach Strich und Faden. Damit fangen Evans Probleme jedoch erst an, denn die beiden führen noch ganz anderes im Schilde …

    Eli Roth wandelt hier auf ungewohnten Pfaden, denn schon die „ab 16“-Freigabe lässt erahnen, dass es hier – ganz untypisch für ihn – eher unblutig zugeht. Statt plakativer, blutiger Gewalt, soll eher der Psychoterror im Vordergrund stehen. Im Making Of gibt der Regisseur zu Protokoll, dass er nach dem Kannibalenschocker „The Green Inferno“ bewusst etwas weniger blutiges machen wollte.

    Der Film lässt sich grob in zwei Teile aufsplitten, die Verführung und die Machtübernahme. Der erste Teil ist dabei mit fast 40 Minuten zu lang geraten, denn dass Evan schlussendlich mit den Mädels im Bett landet, ist sowieso klar, da hätte man sich den einen oder anderen unsinnigen Dialog sparen und dafür wenigstens den Erotikfans mehr bieten können, denn die Sexszene ist sehr kurz. Trotzdem, die Eröffnung wäre noch als halbwegs gelungen zu bezeichnen, vor allem weil man sich in Evan gut hineinversetzen kann, der sich wirklich tapfer wehrt, aber letztlich seinen Trieben erliegt.

    Der zweite Teil gerät aber schnell aus dem Ruder, vor allem was die Charakterzeichnung der beiden Mädchen angeht. Die agieren derart überdreht und albern, dass man sie einfach nicht mehr ernst nimmt, was die Atmosphäre nachhaltig zerstört, denn witzig ist der Film auch nicht. Die Roth-Fans, die hoffen, dass es nun endlich zur Sache geht und vielleicht doch ein paar Körperteile fliegen, werden ebenso enttäuscht, Splatter gibt es hier überhaupt nicht.

    Roths kreative „Leistung“ besteht im Grunde nur darin, das Geschlechterverhältnis umgedreht zu haben, wobei die Idee mit Frauen als Täterinnen auch nicht neu ist, die wurde bereits 1977 in „Death Game“ umgesetzt, dessen Hauptdarstellerinnen auch hier beteiligt waren. Außer überdrehten Albernheiten ist Roth und seinen Co-Autoren aber in der zweiten Hälfte nichts eingefallen. So bekommt man einen weichgespülten „Funny Games“-Verschnitt mit weiblichen Tätern, der dem Vorbild in keinem Aspekt auch nur annähernd das Wasser reichen kann.

    Unter den Extras findet sich übrigens ein Alternatives Ende (eine zusätzliche Szene, die man hinten angefügt hätte), die den Film allerdings auch nicht besser macht.

    Fazit

    Roth beweist, dass er dem Horrorgenre außer seinem Hang zu extrem blutiger Gewalt wenig zu bieten hat. Hier setzt er nicht darauf und versagt dabei, die anfangs aufgebaute Atmosphäre zu erhalten, weil er seine Täterinnen vollkommen unglaubwürdig und überdreht darstellt. Wer Roth vorher schon für überschätzt hielt, wird hier in seiner Sicht bestätigt, seine Fans werden mangels Splatter ohnehin enttäuscht.

    Wertung


    Pro

    • anfangs gut aufgebaute Atmosphäre...

    Contra

    • … die im weiteren Verlauf zunichte gemacht wird
    • vollkommen unglaubwürdige Täterinnen
    • null Splatter für Roth-Fans

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Horror
    von Jörg Benne 26.Apr.2016 802 x gelesen