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    Mit den StopMotion-Produktionen Coraline, ParaNorman und den BoxTrolls hat sich Laika einen Namen für Animationsfilme gemacht, die aus der Masse herausstechen. Gilt das auch für ihr neuestes Werk um den Samurai-Jungen Kubo?

    kubo

    (c) Universal Pictures
    Laufzeit: 98 Minuten
    ab 02.03.2017 im Handel
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    Von der eigenen Familie gejagt
    Als Kubo noch ein Baby war, floh seine magiebegabte Mutter mit ihm über das Meer, denn ihre Schwestern und ihr Vater, der Mondkönig, trachten dem Jungen nach dem noch verbliebenen Auge. Damit sie Kubo nicht finden, darf er nachts nie draußen sein und bis er elf Jahre alt ist, hält sich Kubo daran. Dann aber vergisst er sich eines Abends und das Unglück nimmt seinen Lauf. Nur mit knapper Not und durch das Opfer seiner Mutter kann Kubo seinen Tanten entkommen – und hat fortan nur noch eine verzauberte Affendame an seiner Seite, die ihm auf der Suche nach einer magischen Rüstung helfen und ihn beschützen soll.
    Aber auch Kubo verfügt über magische Fähigkeiten. Mit seiner Laute kann er Papier und andere leblose Dinge zum Leben erwecken. Nützt ihm diese Fähigkeit auf seiner Suche?

    Die Geschichte ist stark an japanische Folklore angelehnt, die dann auch die Optik des Films beeinflusst hat. Im Grunde ist es die klassische Abenteuergeschichte eines Helden auf der Suche nach einigen (natürlich gut bewachten) Artefakten, die ihm den Sieg über den Bösewicht ermöglichen sollen. Die Handlung wurde dabei um die Themen Freundschaft, Familie und Erwachsenwerden erweitert aber alles in allem bleibt das recht dünn. Die Charaktere sind strikt in schwarz und weiß geteilt und durchlaufen abgesehen von Kubo keine große Entwicklung, die Motivation des Bösewichts bleibt sehr nebulös und die eine oder andere Wendung dürfte allenfalls sehr unerfahrene Zuschauer wirklich überraschen. Letztlich ist es ein recht einfach gestricktes Märchen ohne viel Tiefgang.

    Das macht aber nichts, denn Kubo ist vor allem für die Augen ein Fest. Die ganze besondere Optik der Stop Motion Figuren hebt den Film wohltuend aus dem Animationseinerlei heraus und verleiht ihm einen ganz besonderen Charme. Und wenn Kubo seine Origamis zum Leben erweckt und damit die Bewohner seines Dorfes unterhält, ist das ein wahrhaft magischer Moment. Auch viele andere Szenen sind wirklich stark inszeniert.
    Leider hielt man es bei Laika aber für nötig, die Bilder noch am Computer aufzupeppen. So sieht das Wasser z.B. aus wie in anderen Animationsfilmen, was manchmal nicht so ganz zu den darauf schwimmenden Figuren passen mag.

    Trailer zum Film ansehen

    In den Extras kann man sich ansehen, was für ein Wahnsinnsaufwand für die vielen Einzelbilder getrieben wurde (für ein Monster wurde eine 6 Meter große Puppe gebaut). In etwas mehr als 30 Minuten Featurettes bekommt man einen Einblick in die Produktion.

    Fazit

    Kubo ist ein Japano-Märchen, das zwar eine recht dünne, aber dennoch herzerwärmende Geschichte und vor allem einige wirklich magische Animationsmomente bietet. Zum großen Wurf fehlt es aber Figuren und Geschichte dann doch etwas an Tiefe.

    Wertung


    Pro

    • hohe Stop Motion-Kunst
    • skurrile, witzige Figuren
    • einige magische Momente

    Contra

    • viele Charaktere bleiben sehr eindimensional
    • Geschichte recht dünn und vorhersehbar

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Fantasy, Filme
    von Jörg Benne 28.Feb.2017 615 x gelesen