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    Erfolgreich auf einigen Film Festivals gelaufen kommt „Landmine Goes Click“ nun für das deutsche Heimkino auf den Markt. Angepriesen als „Thriller im Stil von Saw“ erweist er sich allerdings als Rachethriller mit an den Haaren herbeigezogener Ausgangslage.

    landminegoesclick

    (c) Studio Hamburg Enterprise
    Laufzeit: 100 Minuten
    ab 30.09.2016 im Handel
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    Zum Zuschauen verdammt
    Chris ist mit dem kurz vor der Heirat stehenden Pärchen Daniel und Alicia in der Wildnis Georgiens unterwegs. Als sie ein Foto von sich schießen, macht es plötzlich Klick – Chris steht auf einer Landmine. Zur Bewegungslosigkeit verdammt ist Chris auf fremde Hilfe angewiesen. Die scheint in Person des einheimischen Ilya aufzutauchen, doch der hat ganz eigene Vorstellungen von Hilfsbereitschaft und erniedrigt Alicia für jeden noch so kleinen Gefallen, bis es zum Äußersten kommt.

    Das Setting des Films ist durchaus interessant, denn zu Beginn erleben wir ein Kammerspiel unter freiem Himmel. Nach einer kurzen Einleitung dreht sich alles um Chris und die Landmine, wir sehen nur noch, was um ihn herum geschieht. In seine Situation kann man sich gut einfühlen (auch wenn die Idee nicht neu ist, man denke an Murtaugh und die Toiletten-Bombe in Lethal Weapon 2) und die Ausgangslage hätte die Basis für einen nervenzerfetzenden Thriller sein können.

    Leider geht das aber völlig daneben. Die Story, die zu dieser Ausgangslage führt, ist vollkommen hanebüchen (und wird schließlich auch einfach fallengelassen), das Verhalten der Personen ist selbst für eine Ausnahmesituation oft selten dämlich, immer wieder werden Chancen verspielt, die Lage zu entschärfen. Den Vogel schießt allerdings Ilya ab. Sein Auftritt wirkt nicht nur sehr konfus, er ist außerdem viel zu sehr in die Länge gezogen, man ahnt früh, worauf es hinauslaufen wird, aber es dauert eine gefühlte Ewigkeit mit einem ständigen Hin und Her, bis es soweit kommt, hier hätte eine Kürzung nicht geschadet.

    Der Revenge-Teil folgt dann dem üblichen Muster von „Was du mir angetan hast, tue ich dir an“, das man schon aus „I spit on your grave“ und Konsorten kennt, mit denen der Film weit mehr gemeinsam hat als mit „Saw“. Auch hier wird wieder mit Kammerspielatmosphäre gearbeitet, die aber an denselben Mängeln krankt wie die erste Hälfte, wobei der Übergang dazwischen arg abrupt ist. Besonders die Entwicklung der Hauptfigur ist für den Zuschauer nur schwer nachvollziehbar und vom Hauptdarsteller wenig glaubwürdig gespielt und die Opfer verhalten sich wieder wenig überzeugend.

    Mit sehr viel gutem Willen kann man Regisseur Levan Bakhia zugutehalten, dass er hier zeigen will, wie eine Gewaltspirale in Gang gesetzt wird und das aus Rache nichts gutes erwachsen kann. Dazu setzt er vor allem auf psychische Gewalt, Blut fließt hingegen nur selten. Letzten Endes ist „Landmine goes Click“ aber schlicht ein Exploitation-Movie, dessen lückenhafte und überkonstruierte Story nur als Vorwand dazu dient, die Frauen zu erniedrigen. Nur in kurzen Momenten kommt Atmosphäre auf, sonst stehen schwache Dialoge, überforderte Schauspieler und hanebüchene Handlung dem entgegen.

    Fazit

    Landmine goes Click opfert seine interessante aber total überkonstruierte Ausgangslage für eine simple Rache-Handlung. Nur wer über die lachhafte Geschichte, die überforderten Schauspieler und die unnötigen Längen hinwegsehen kann, wird vielleicht etwas Spannung erleben, aber im Exploitation-Genre gibt es eine Menge packendere Alternativen.

    Wertung


    Pro

    • interessante Ausgangslage

    Contra

    • die aber nur Vorwand für eine klassische Rachestory ist
    • Geschichte total überkonstruiert und mit großen Lücken
    • Figuren unglaubwürdig
    • Schauspieler oft überfordert

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Horror
    von Jörg Benne 22.Sep.2016 1.147 x gelesen