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Was geschieht, wenn böse Menschen für ihre Sünden bezahlen müssen? Dies ist die Grundidee von Let Us Prey, der einigen Leuten mit Leichen im Keller auf die Pelle rückt. Ein sehenswerter Horror-Thriller?

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(c) Pierrot le Fou
Laufzeit: 88 Minuten
ab 27.03.2015 im Handel
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Racheengel auf Stippvisite
In einem verschlafenen britischen Nest wird ein älterer Mann von einem Raser angefahren – vor den Augen von Polizistin Rachel, die gerade ihren ersten Dienst antritt. Sie nimmt den Fahrer fest, obwohl von dem Opfer zunächst keine Spur zu finden ist. Kurz darauf wird auch der ältere Mann gefunden, spricht aber nicht mit den Cops. Ein Arzt, der hinzugerufen wird, um ihn zu untersuchen, dreht plötzlich durch, und will den alten Mann erstechen und auch der gottesfürchtige Sergeant der Polizeiwache benimmt sich seltsam. Es scheint, als fördere der alte Mann die dunklen Geheimnisse aller Anwesenden zu Tage.

Let us Prey ist eine zweischneidige Sache. Wer eine dichte Atmosphäre zu schätzen weiß und auf Gewaltspitzen steht, wird hier (zumindest in der ungekürzten Fassung) bedient. Wer indes auf eine schlüssige Story wert legt, ist hier falsch. Das fängt schon damit an, dass das Städtchen wohl das verschlafenste in der Filmgeschichte ist, denn außer den vier Cops und den vier Inhaftierten lässt sich niemand irgendwo blicken, kein Passant, nichts. Da spielt es dann z.B. auch keine Rolle, dass die Polizistin zu Beginn das Fahrzeug des Rasers einfach mit angeschalteter Zündung auf der Straße stehen lässt. Und man sollte auch bloß nicht zu hinterfragen beginnen, wie wahrscheinlich es ist, dass alle acht Personen sich als mehr oder weniger gestört erweisen und zumindest ein dunkles Geheimnis haben. Das wird für das Setting eben so benötigt, Logik braucht kein Mensch, war wohl die Devise der Macher rund um Regie-Debütant Brian O’Malley.

Wer das schlucken kann, bekommt einen harten und humorlosen Horror-Thriller serviert, der vor allem von Liam Cunningham (Game of Thrones) und der toughen Polyanna McIntosh (The Woman) getragen wird. Ganz allmählich baut sich eine Spannung in der Polizeiwache auf, während nach und nach in Flashbacks die dunkle Vergangenheit jeder einzelnen Figur enthüllt wird. Bemängeln muss man allerdings, dass die Spannung sich allein auf die Atmosphäre in der Polizeiwache bezieht, der Ablauf der recht dünnen Geschichte ist indes allzu vorhersehbar.
Schlussendlich entlädt sich diese Spannung in einigen Gewaltspitzen, die der FSK zu heftig waren. Die „ab 18“-Fassung ist um mehr als eine halbe Minute gekürzt, was Gore-Fans mit Faible für blutige Details sauer aufstoßen wird, den Ablauf aber nicht groß stört. Es gibt aber auch eine Mediabook-Fassung, die ungeschnitten ist.

Fazit

An diesem Film werden sich die Geister scheiden. Einer wirklich guten Atmosphäre liegt ein vollkommen auf zweckmäßig getrimmtes Setting zu Grunde, das für Logik keinen Platz hat. Zwar hat jede der Hauptfiguren eine kleine Geschichte, der Film an sich aber nicht. Genrefreunde wird das allerdings kaum stören, sie bekommen einen kompromisslosen Horror-Thriller serviert. Gore-Fans sollten allerdings unbedingt zur ungeschnittenen Fassung greifen.

Wertung


Pro

  • dichte Atmosphäre
  • starker Liam Cunningham

Contra

  • absurde, dünne Story
  • Ablauf zu vorhersehbar
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Kategorien: Filme, Horror
von Jörg Benne 18.Mrz.2015 2.571 x gelesen