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    Pünktlich zu Halloween 2013 bringt Universal Pictures in Deutschland den neuen Film von Rob Zombie, seines Zeichens Regisseur der beiden Halloween-Neuinterpretationen und Schockrocker mit Hang zum Morbiden auf den Markt. Diesmal bindet sich der Film thematisch nicht an ein Datum, sondern an einen Stoff, der schon ein paar filmische Zuwendungen erhielt. Der Ort Salem ist berühmt für seine Hexenprozesse im 17. Jahrhundert und hat sich diesen Legendenstatus bis heute bewahrt. Ein dankbarer Aufhänger also für Rob Zombies Geschichte. Trägt sie positiv zum Image des Ortes bei?

    lordsofsalem

    (c) Universal Pictures
    Regie: Rob Zombie
    Laufzeit: 97 Minuten
    erhältlich ab 31.10.2013
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    Musik zum Verrücktwerden

    Das blonde Rockergirl Heidi arbeitet als DJ bei einem lokalen Radiosender. Eines Tages wird ihr eine hölzerne Kiste zugestellt, in der eine Schallplatte liegt. Als sie die Platte auflegt, läuft diese jedoch rückwärts und Heidi erlebt in einer Rückblende ein bereits vergangenes Trauma. Es folgt eine weitere Box, in der sich die Aufforderung befindet, eine Musikveranstaltung auszurichten. Als Heidi dort ankommt, ist das, was sie sich vorgestellt hatte, weit von dem entfernt, was sie dort erwartet …

    Atmosphäre ja, Spannung nein

    Rob Zombie hat nicht nur mit den Halloween-Frischzellenkuren, sondern vor allem auch mit „Haus der 1000 Leichen“ sowie „The Devil’s Rejects“ bewiesen, dass er es vermag, Filme mit kranker Atmosphäre zu inszenieren. Dunkle, nihilistische Themen verlangen eben auch nach einer entsprechenden Stimmung und die kommt auch in Lords of Salem gut rüber. Die Flashbacks zu den Hexenritualen und diverse abgefuckte Visionen, die Heidi nach dem Hören der Musik plagen, sind verstörend und erfüllen ihren Zweck gut. Dabei versprüht der Film keineswegs einen modernen Vibe, sondern mutet viel eher wie ein Produkt der schummrigen 70er/80er-Jahre-Horrorgeneration an. Verstärkend wirkt hier noch der Soundtrack, was natürlich dank des Hauptberufs des Regisseurs auch sehr gut gelungen ist. Das ist natürlich alles andere als massenkompatibel und die Reaktionen waren dann auch ziemlich gemischt. Nicht jeder möchte sich auf so eine audiovisuelle Reise begeben und allein die Diskrepanz in der Zuschauermeinung zeigt, dass der Film auf dieser Ebene nicht so viel falsch macht.

    Wesentlich simpler ist hingegen die Story. Schon recht früh hat man raus, warum Heidi die Adressatin der Schallplatte ist und was ihr Schicksal zu werden droht. Trotzdem nimmt sich der Film teilweise unnötig viel Zeit, um diese Entwicklung und ihre Hintergründe zu erläutern, weshalb das Geschehen an manchen Stellen etwas zäh wirkt. Ursprünglich hatte der Film sogar noch eine weitaus längere Laufzeit, die Rob Zombie jedoch radikal stutzte und somit ganze Subplots mit Schauspielern rauswarf, die nun gar nicht mehr im Film auftreten. Da man bei der Story also schnell den Bogen raus hat, kann man sein Augenmerk auf die darstellerische Leistung richten. Zombies Ehefrau Sherri Moon Zombie, die bisher in jedem seiner Werke eine Rolle innehatte, hat hier noch die einfachste Rolle, muss sie im Prinzip nur die leidende Protagonistin darstellen, die immer mehr ihren Verstand verliert. Die bösen Hexen werden hingegen schön gruselig und bedrohlich verkörpert, auch, wenn man sich hätte wünschen können, dass sie auch tatsächlich mal ein bisschen Zauberkraft zeigen, anstatt sich unliebsamer Eindringlinge mit einer Bratpfanne (!) zu entledigen.

    Fazit

    Lords of Salem ist atmosphärisch dicht, aber keineswegs massenkompatibel. Zuschauer mit einem Faible für Hexenthematik und/oder düstere, sich langsam aufbauende Horrorvisionen dürften hier durchaus unterhalten werden. Für den durchschnittlichen Gruselfan ist das womöglich aber ein bisschen zu zäh und in seiner Bildsprache teilweise zu abgedreht. Rob Zombies zwei >Halloween-Filme waren wohl das Höchstmaß an Mainstream, was er seinem Publikum bieten will. Lords of Salem ist wieder deutlich sperriger und wird die Lager mehr spalten.

    Wertung


    Pro

    • stimmungsvolle, düstere Atmosphäre
    • passender, psychedelischer Soundtrack

    Contra

    • vorhersehbare, streckenweise zähe Geschichte
    • für die Masse teils wohl zu sperrig

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Fantasy, Filme, Horror
    von Roman Beele 1.Nov.2013 1.718 x gelesen