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Luc Besson hat schon in Nikita oder Das 5. Element starke Frauen in den Mittelpunkt gestellt. In seinem neuesten Regie-Streich spielt nun Scarlett Johansson eine Amazone, die auch tough daher kommt, aber vor allem intelligenter ist als der Rest der Welt.

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(c) Universal Picturs
Laufzeit: 85 Minuten
seit 12.01.2015 im Handel
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Mehr Gehirn-Kapazität
Als Lucy sich überreden lässt, einen Koffer in einem Hotel abzugeben, beginnt für sie ein Albtraum. Ihr wird ein Beutel mit einer neuartigen Droge in den Bauch eingesetzt, mit dem sie als Kurierin nach Europa reisen soll. Doch auf dem Weg zum Flughafen platzt der Beutel. Der Inhalt bewirkt, dass Lucys Gehirnkapazität sich rasend schnell erweitert und sie immer neue Fähigkeiten erlangt, gleichzeitig büßt sie aber ihre Menschlichkeit nach und nach ein – und braucht mehr von der Droge.

Während Besson ein Drehbuch nach dem anderen raus haut (Brick Mansions, 3 Days to Kill, Taken, Colombiana und und und) und dabei gern auf rasante Action setzt, hat er als Regisseur mit „Malavita“, „The Lady“ und „Arthur und die Minimoys“ zuletzt eher in anderen Genres gearbeitet.
Mit Lucy serviert er uns nun wieder einen typischen Besson-Actioner mit viel Krachwumm und toller Optik. Doch während der von der Idee her ähnliche „Ohne Limit“ mit Bradley Cooper spannende Thriller-Kost bot, gelingt es Besson nicht auf Dauer, die Spannung hoch zu halten.

Dabei startet der Film stark. Die Szene, in der Lucy in die Fänge der Drogenmafia gerät, hat eine packende Atmosphäre und man wünschte sich, Besson hätte hier angeknüpft. Doch er hat anderes im Sinn und so wird die Protagonistin schnell zum Überweib, das mit den Schergen, die ihr auf den Fersen sind, eigentlich nie Probleme hat und deren Antrieb sich dem Zuschauer bald nicht mehr erschließt. Gerade im Finale dreht der Film dann gänzlich ab.
Die Kämpfe und Verfolgungsjagden auf dem Weg dorthin sind zwar durchaus rasant inszeniert, es fehlt aber das Spannungsmoment, das Gefühl, dass der Hauptfigur etwas passieren könnte. Dabei wünscht man sich das beinahe, weil Lucy leider immer mehr abstruses, pseudo-wissenschaftliches Geblubber von sich gibt. Abgesehen von Drogenboss Mr. Jang (Choi Min-Sik, Oldboy) bleiben aber auch alle anderen Figuren platt und austauschbar.

So lebt der Film dann letztlich von den gewohnt spektakulären Actionszenen und den sehenswerten Sequenzen, in denen wir Lucys Fähigkeiten visualisiert bekommen und bietet damit auch launiges Popcorn-Kino. Das Hirn schaltet man dabei aber besser ab, denn die Geschichte ist derart unglaubwürdig und voller Plotholes, dass man sie nur dann tolerieren kann.

Fazit

Es ist schon eine Kunst, aus dem Thema „Hirnkapazität“ einen derart hirnlosen Film zu machen. Besson zelebriert hier spektakuläre Action, die von der abstrusen Story eher unterbrochen als getragen wird. Leider fehlt es dem Film daher nach starkem Beginn an Spannung, rein von den Schauwerten wird man aber ordentlich unterhalten.

Wertung


Pro

  • spannender Beginn
  • starker Antagonist
  • rasante Actionszenen

Contra

  • Hauptfigur bald unbesiegbar, keine Spannung
  • Nebenfiguren blass und austauschbar
  • Geschichte total unglaubwürdig
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Kategorien: Filme, Science-Fiction
von Jörg Benne 20.Jan.2015 2.006 x gelesen