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    Was erwartet ihr, wenn ihr einen Zombie-Film mit Arnold Schwarzenegger kauft, der ein 18er-Logo auf dem Cover hat? Krachende Action, coole Oneliner, jede Menge Zombie-Gekröse und blutige Kills? Maggie hat nichts davon – und ist trotzdem gelungen.

    maggie_cover

    (c) Splendid Film
    Regie: Henry Hobson
    Laufzeit: 93 Minuten
    seit 29.08.2015 im Handel
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    Bis zum letzten Moment
    Eine Zombie-Virus hat große Teile Amerikas verwüstet. Die Körper von Infizierten verfallen über Wochen, erst im Endstadium werden sie aggressiv und gefährlich. Die Obrigkeit hat die Epidemie mit strengen Gesetzen mehr oder weniger in den Griff bekommen. Wer Zeichen des Endstadiums zeigt, kommt in Quarantäne, was einem Todesurteil gleichkommt.
    Der Farmer Wade kann durch gute Kontakte zu einem Arzt seine gerade infizierte, älteste Tochter Maggie aus dem Krankenhaus nach Hause holen. Er will sie so lange wie möglich zuhause behalten, obwohl seine zweite Ehefrau Caroline dagegen ist. Die jüngeren Geschwister werden aus Sicherheitsgründen weggeschickt und als die Infektion weiter fortschreitet, verlangt Caroline, Maggie in Quarantäne zu schicken. Doch Wade ist nicht bereit sich zu trennen und wartet weiter ab.

    Ja, es ist ein Zombie-Film, aber es sind nie mehr als zwei gleichzeitig im Bild und die Zahl der Kills lässt sich locker an einer Hand abzählen. Maggie ist kein Actionfilm und eigentlich auch kein Horrorfilm, sondern in erster Linie ein Drama. Aber natürlich spielt es angesichts des Themas auch mit den Ängsten der Zuschauer und setzt hier und da auf Gruseleffekte. Doch statt grellem Rot von Blut sind es eher Grautöne, die die Inszenierung bestimmen. In ihrer deprimierenden Stimmung erinnert sie mehr an „The Road“ als an die meisten Zombie-Filme.

    Im Mittelpunkt steht einerseits die Figur der Tochter, die sich damit abfinden muss, dass sie sich in ein Monster verwandeln wird und bis dahin langsam verfällt. Ängste vor dem was kommt, vor dem was aus ihr wird, bestimmen ihren Alltag, dazu viele Abschiede und die schleichende Entfremdung von der Stiefmutter. Ex-Kinderstar Abigail Breslin (Little Miss Sunshine, Zombieland) spielt diese Rolle solide, man hat aber nicht das Gefühl, dass sie in allen Bereichen darin aufgeht.

    Dem gegenüber steht Wade, der den Tatsachen einfach nicht ins Auge blicken und seine Tochter beschützen will, komme was wolle. Arnold Schwarzenegger diese Rolle zu geben, war wirklich mutig. Nicht nur, weil sein Name bei Actionfans falsche Hoffnungen wecken könnte, sondern auch, weil er noch nie eine so tiefschürfende Rolle gespielt hat. Aber er macht seine Sache überraschend gut.

    Für den ganz großen Wurf fehlt es dann aber doch an ein paar Stellen an emotionalem Tiefgang und hin und wieder schlurft die Geschichte selbst wie ein Zombie auf das alternativlose Ende zu, das dann auch etwas zu unspektakulär ausfällt. Dennoch weiß der Film im großen und ganzen zu packen und ist allemal eine Bereicherung für das ansonsten doch schon reichlich abgeknabberte Zombiegenre.

    Fazit

    Es steht zwar Schwarzenegger drauf, aber es ist was ganz anderes drin, als man bei dem Namen erwartet. Arnie überzeugt als verzweifelter Vater einer Zombie-Tochter, trotz ein paar Längen und hier und da verschenktem emotionalem Potential ein gelungener Beitrag zum Zombie-Genre.

    Wertung


    Pro

    • interessante Herangehensweise an das Zombie-Genre
    • weitgehend überzeugender Arnold Schwarzenegger
    • einige emotionale Momente

    Contra

    • ein paar Längen
    • hier und da emotionales Potential verschenkt
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    Kategorien: Filme, Horror
    von Jörg Benne 4.Sep.2015 368 x gelesen