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Klassische Märchen im Blockbuster-Gewand sind gerade en Vogue. Hänsel & Gretel wurden zu Actionhelden, Schneewittchen hat es mit dem Huntsman zusammen auf die Leinwand verschlagen, nun ist Dornröschen dran – bzw. die böse Fee aus dem Märchen, Maleficent. Was hat Disney aus der Vorlage gemacht?

Eine Fee will Rache
Das Reich der Menschen und die Moore, in denen die Feenwesen leben, beäugen sich seit jeher argwöhnisch. Doch als der Junge Stephan sich in die Moore verläuft, knüpft er trotzdem zarte Bande zu der geflügelten jungen Fee Maleficent, vergisst sie aber bald darauf.
Als Jahre später der König der Menschen versucht, die Moore zu erobern, schlägt Maleficent ihn zurück. Auf dem Sterbebett verfügt der König, dass derjenige sein Nachfolger sein soll, der die Fee besiegt. Stephan erinnert sich an sie, kehrt in die Moore zurück. Er betäubt die ihm immer noch freundliche gesonnene Maleficent und raubt ihre Flügel. Damit kehrt er in den Palast zurück, gibt vor, die Fee getötet zu haben, und wird neuer König.
Von dem Verrat ins Herz getroffen schwört Maleficent Rache und als Stephan eine Tochter bekommt, sieht sie ihre Zeit gekommen. Sie spricht einen finsteren Fluch über das Neugeborene, das an seinem 16. Geburtstag nach einem Stich in eine Spindel in ewigen Schlaf fallen und nur durch einen Kuß der wahren Liebe geweckt werden soll. König Stephan versucht danach alles, um diesen Fluch aufzuhalten und Maleficent, die die Prinzessin über die Jahre beobachtet, beginnt ihren Fluch zu bereuen.

Schon vor über 50 Jahren verfilmte Disney Dornröschen (Sleeping Beauty) zum ersten Mal und schon damals spielte die böse Fee Malefiz eine wichtige Rolle. Dieser neue Film stellt Maleficent (Angelina Jolie) nun in den Vordergrund, beleuchtet ihre Vergangenheit und gibt ihr vor allem einen Anlass für ihre Bösartigkeit – schert sich dabei aber nicht um die Frage, warum die zu Beginn herzensgute Fee schon immer Maleficent (engl. „bösartig“) hieß.

Im weiteren Verlauf gibt es immer wieder Anknüpfungspunkte mit dem Märchen oder dem Zeichentrick-Film (z.B. was die drei Feen angeht), oft wirken diese aber etwas gewollt. Gerade die drei Feen, im Zeichentrick-Film die Helden, wirken hier oft deplatziert, ihre ständigen Balgereien albern und zwischendurch scheinen die Autoren sie sogar mal vergessen zu haben. Auch Prinzessin Aurora, die später staunend durch die Moore wandelt und die Herzen der Feenwesen mit ihrem naiven Charme erobert, spielt eher einen Nebenrolle. Maleficent und der König (Sharlto Copley), der in dem Versuch, den Fluch abzuwenden, zunehmend in den Wahn abgleitet, Maleficent töten zu wollen, sind stattdessen die zentralen Figuren. Angelina Jolie spielt die gehörnte Fee sehr überzeugend, hat vor allen an ihrer Bösartigkeit sichtlich Spaß, zeigt aber auch in den dramatischen Momenten ihr Können.

Fazit

Maleficent ist ein etwas ambivalenter Film, der zwischen zuckersüßem Disney-Kitsch auf der einen und (kurzen) Schlachtszenen a la Herr der Ringe sowie finsteren Zaubern changiert. Optisch ist das ein Hingucker, auch wenn man der Welt jederzeit ansieht, dass sie aus dem Computer kommt. Doch allzu früh ist die Lösung absehbar, sodass Spannung wohl nur bei den jüngeren Zuschauern aufkommen wird. Alle anderen werden gut unterhalten, mehr aber auch nicht.

Wertung


Pro

  • optisch ein Leckerbissen
  • Angelina Jolie sehr überzeugend

Contra

  • Auflösung früh absehbar
  • die drei Feen nerven auf die Dauer
Kategorien: Fantasy, Filme
von Jörg Benne 29.Sep.2014 960 x gelesen

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