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Und noch eine Verfilmung eines erfolgreichen SF-Jugendbuchs: Seit Die Tribute von Panem stehen die hoch im Kurs, besonders wenn die Buchvorlage in Trilogieform vorliegt. Und so ist „Maze Runner“ auch nur der erste Teil einer Trilogie.

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(c) 20th Century Fox
Laufzeit: 109 Minuten
seit 26.02.2015 im Handel
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Herr der Fliegen trifft The Cube
Ein Junge wacht in einem fahrenden Aufzug auf, ohne Erinnerung an seinen Namen oder sein früheres Leben. Kurz darauf spuckt ihn der Aufzug auf einer Lichtung aus, auf der einige andere Jungen den „Frischling“ bereits erwarten – auch sie leiden alle unter Amnesie, kennen nur ihre Namen.
Er erfährt, dass sie in einem Labyrinth gefangen sind, einige schon seit mehreren Jahren. Ein paar von ihnen rennen tagsüber durch die sich verändernden Gänge, auf der Suche nach einem Ausgang. Nachts schließen sich die Eingänge und monströse Kreaturen töten alle, die dann noch im Labyrinth sind. Mit der Ankunft des Jungen verändert sich aber bald einiges im gewohnten Trott der Jugendlichen.

Die Kommune der Jungen auf der Lichtung erinnert sofort an „Herr der Fliegen“ oder Lukianenkos „Ritter der vierzig Inseln“. Hier funktioniert das Zusammenleben aber sehr gut. Die erste halbe Stunde nimmt der Film sich Zeit, die Hauptfiguren und die Gesellschaft der Jungen vorzustellen. Gleichwohl tappt man aber in das Jugendbuch-Klischees des einen Jungen, der anders ist. Thomas ist neugieriger als die anderen, erinnert sich schneller an seinen Namen als üblich und hat noch dazu Träume mit Erinnerungsfetzen. Auch die Charakterisierungen der Hauptfiguren geriet etwas klischeehaft. Es ist weniger das Zusammenspiel der Jungen als das Rätsel um das Labyrinth, das den Zuschauer bei der Stange hält.

In den klaustrophobischen Gängen, in denen die Atmosphäre an „The Cube“ erinnert, spielt der Film dann auch seine Stärken aus. Diese liegen klar in den spannenden Actionszenen mit den gruseligen Kreaturen, die wohl an der Grenze des für „ab 12“ zumutbaren liegen dürften. Regisseur Wes Ball, der bislang nur Kurzfilme in seinen Meriten stehen hat, hat diese rasant und packend inszeniert und man wünschte sich mehr von der atemlosen Action.

Wer vor allem auf actionreiche Unterhaltung aus ist, bekommt diese immerhin zeitweise geboten. Was das Rätsel und seine Auflösung angeht, erinnert das ganze aber ein wenig an Lost. Sicher, wir bekommen Antworten geliefert, aber die werfen eher noch mehr Fragen auf, vor allem nach der Logik. Die Erklärung für das Labyrinth ist – für mich, als Nichtkenner des Buches – jedenfalls nur zum Kopfschütteln hanebüchen und ergibt herzlich wenig Sinn. Dann lieber gar keine Erklärung wie bei „The Cube.“

Hinzu kommt, dass am Ende alles plötzlich sehr schnell geht. Husch husch wird die Erklärung geliefert, dann noch rasch die Überleitung zur Fortsetzung. Dass nebenbei noch ein paar Figuren umkommen, erscheint beinahe nebensächlich – passt allerdings auch zur mangelnden Tiefe im zwischenmenschlichen Bereich. Hier haben Divergent oder Die Tribute von Panem klar die Nase vorn und der Maze Runner wird sich strecken müssen, um mit den Fortsetzungen an die Güte dieser Dystopie-Kollegen heranzureichen.

Fazit

Mit mehr Labyrinth-Action und weniger seichtem Jugendlager-Zusammenleben hätte Maze Runner mehr aus seiner Grundidee machen können. Das Rätsel hält zwar bei Laune, die Auflösung fällt allerdings sehr dünn aus und erscheint unlogisch. Für die Zielgruppe trotzdem ordentliche Unterhaltung.

Wertung


Pro

  • klaustrophobische Spannung im Labyrinth
  • technisch sauber inszeniert

Contra

  • Figuren und Zusammenspiel klischeehaft
  • Auflösung erscheint unlogisch
  • zum Ende hin zu gehetzt inszeniert
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Kategorien: Filme, Science-Fiction
von Jörg Benne 4.Mrz.2015 193 x gelesen