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Mark Strongs markanten Charakterkopf kennen wir vor allem aus Nebenrollen, meist wird der Brite als knallharter Gangster (z.B. Kick-Ass, The Guard) oder Bösewicht (Sherlock Holmes, John Carter) besetzt. In Mindscape erleben wir ihn nicht nur in einer Hauptrolle, der Mime darf auch mal seine weichere Seite zeigen. Überzeugt er auch in einem solchen Part?

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(c) Studiocanal
Laufzeit: 99 Minuten
ab 20.11.2014 im Handel
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Der Gedächtnis-Detektiv
John Washington (Mark Strong) ist ein sogenannter Memory Detective. Er hat die Fähigkeit, die Erinnerungen seiner Klienten wachzurufen und mitzuerleben, was beispielsweise bei Kriminalfällen genutzt wird. Doch nach einem persönlichen Schicksalsschlag ist er psychisch angeschlagen. Um wieder auf die Beine zu kommen, vermittelt ihm sein Boss (Brian Cox) einen vermeintlich einfachen Fall: Er soll der jungen Anna (Taissa Farmiga) helfen, die seit einiger Zeit im Hungerstreik ist. Ihr Stiefvater hält sie für psychisch gestört und will sie in eine Anstalt einweisen lassen.
John findet schnell einen Draht zu dem Teenager, doch je tiefer er in ihre Erinnerungen eintaucht, desto mehr Ungereimtheiten machen sich bemerkbar. Was ist an Annas letzter Schule vorgefallen? Was verbergen ihre Eltern? Erinnert sich Anna bewusst falsch? Und wieso wird John beschattet?

Auf den ersten Blick, könnte man meinen, es mit einem Film a la Inception zu tun zu haben. Rein von der Idee mit den Erinnerungen her, ist eine gewisse Verwandtschaft auch nicht von der Hand zu weisen. Die Inszenierung setzt allerdings ganz andere Akzente, Action gibt es so gut wie gar nicht, stattdessen setzt der Thriller auf den Rätsel-Faktor und Drama.

Dass der Film damit nicht restlos begeistern kann, liegt nicht an Hauptdarsteller Strong. Er zeigt, dass er nicht immer den harten Macker mimen muss, und auch einer gequälten Figur Leben einhauchen kann. Auch Taissa Farmiga (American Horror Story) überzeugt. Der bislang durch Kurfilme bekannte, spanische Regisseur Jorge Dorado versteht sein Handwerk ebenso, und liefert uns fesselnde Bilder.

Viel mehr ist es die Geschichte an sich, die nicht 100%ig überzeugen kann. Die Twists sind nicht so gut gelungen, dass man von den Wendungen wirklich überrascht wird, dazu sind einige Hinweise einfach zu deutlich platziert. Zudem bleibt die Geschichte in einigen Punkten sehr oberflächlich, gerade was Annas Vergangenheit angeht, hier bleibt vieles vage und wird nicht aufgeklärt, sodass man am Ende mit vielen offenen Fragen zurückbleibt. Kleine Logikfehler tun ihr übriges, um die ganz große Begeisterung nicht aufkommen zu lassen.

Fazit

Mindscape ist ein gut gespielter und inszenierter Mystery-Psychothriller, der eher auf die stillen Töne setzt. Die Figuren überzeugen, der Plot jedoch nicht unbedingt, die Wendungen sind einfach zu vorhersehbar. Man wird 100 Minuten ordentlich unterhalten, der große Thrill bleibt jedoch aus.

Wertung


Pro

  • sehr glaubhafte Darsteller
  • Bilder, die im Gedächtnis bleiben

Contra

  • Wendungen zu vorhersehbar
  • Spannung eher auf magerem Niveau
  • kleine Logikmängel
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Kategorien: Fantasy, Filme
von Jörg Benne 21.Nov.2014 2.235 x gelesen

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