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    Als ich in der Zusammenfassung von Nocturnal Animals las, dass das Buch, das ein Mann seiner Ex-Frau schickt, deren Leben beeinflusst, dachte ich an einen Mystery-Thriller und nahm an, der Film sei was für uns. Damit lag ich zwar nicht so ganz richtig, aber dennoch war der Film alles andere als ein Fehlgriff.

    nocturnalanimals

    (c) Universal Pictures
    Laufzeit: 112 Minuten
    ab 27.04.2017 im Handel
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    Der Thriller vom Ex-Mann
    Die erfolgreiche Galeristin Susan Morrow (Amy Adams) ist an einem Wendepunkt in ihrem Leben. Sie hat zwar fast alles erreicht, aber die Geschäfte ihres Mannes laufen schlecht, sie haben Geldprobleme und sehen sich nur noch selten. Dazu plagt Susan auch noch Schlaflosigkeit.
    Eines Tages bekommt sie von ihrem Ex-Mann Edward ein Vorabexemplar seines Debütromans „Nocturnal Animals“, den er Susan gewidmet hat. Die brutale Geschichte über eine Familie, die auf dem Highway von Rednecks bedrängt wird, nimmt Susan sehr mit – gleichzeitig erinnert sie sich an ihre Zeit mit Edward.

    Nocturnal Animals wird auf drei Ebenen erzählt: Susans aktuelles Leben, ihre episodenhaften Erinnerungen und die Handlung des Buches. Der Neo-Noir-Thriller nimmt dabei nach den ersten Minuten den Großteil der Screentime ein und erzählt eine packende Geschichte. Nichts, was man nicht schon einige Male gesehen hätte, aber Jake Gyllenhaal als geplagter Vater, Michael Shannon als knallharter Cop und Aaron Taylor-Johnson (Kick-Ass) als fieser Redneck liefern derart packende Darstellungen, dass man sich als Zuschauer der düsteren Atmosphäre nicht entziehen kann.

    Durch die anderen Ebenen ist der Film aber mehr als ein klassischer Thriller. Denn so wie Susan bald ahnt, dass Edward ihr das Buch nicht ohne Hintergedanken geschickt hat, erfährt auch der Zuschauer mit jeder Erinnerung von Susan, was dahinter steckt und die zynische Doppelbödigkeit gibt dem Film nochmal einen Extrakick. Wenn sich am Ende alle Puzzleteile zusammenfügen, will man den Film am besten gleich nochmal von vorn schauen, um alle Hinweise zu entdecken.

    Tom Ford, eigentlich Modedesigner, aber mit „A Single Man“ auch erfolgreicher Regiedebütant, hat die Romanvorlage geschickt adaptiert und schafft es, den drei Erzählebenen jeweils einen eigenen Look zu geben und aus seinem namhaften Cast wirklich alles herauszuholen. Das Ergebnis ist ein Rachethriller der etwas anderen Art.

    Fazit

    Nocturnal Animals ist mehr als ein stylischer Rachethriller. Die geschickte Verwebung der unterschiedlich gestalteten Erzählebenen und die hervorragenden Darstellerleistungen machen ihn zu einem Must-See für jeden Thriller-Freund.

    Wertung


    Pro

    • im Kern ein fieser Neo-Noir-Thriller
    • geschickte Verwebung mit zwei anderen Erzählebenen
    • herausragende Darstellerleistungen
    • packende Atmosphäre

    Contra

    • Ende wirkt nicht ganz schlüssig

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme
    von Jörg Benne 25.Apr.2017 788 x gelesen