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Mittelalter-Schlachtplatten im allgemeinen und Wikinger-Massaker im speziellen sind aktuell eine Mode-Erscheinung im B-Movie-Bereich. Mit Northmen wollen auch deutsche Produzenten hier mitmischen, der Film schaffte es sogar in die Kinos. Ein spannendes Gemetzel?

northmen

(c) Ascot Elite
Regie: Claudio Fäh
Laufzeit: 94 Minuten
ab 03.03.2015 im Handel
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Geschichte? Wer braucht sowas?
Eine handvoll Wikinger strandet nach einem Sturm an der schottischen Küste und müssen sich nach Süden durchschlagen. Als sie unterwegs eine Prinzessin gefangennehmen, um Lösegeld zu erpressen, hetzt ihnen deren Vater eine Söldnertruppe auf den Hals.

Wer meint, die Inhaltsangabe würde diesmal ziemlich kurz ausfallen, hat recht. Aber auch wenn der Film den Untertitel „A Viking Saga“ trägt, mehr Geschichte hat der Film einfach nicht zu bieten. Die Wikinger flüchten, die Söldner verfolgen sie, hin und wieder gibt es eine Kampfszene, nach der mal die eine, mal die andere Seite dezimiert wurde und am Ende gipfelt das ganze in ein finales Aufeinandertreffen, das klischeehafter kaum ablaufen könnte. Gut, es wird zwischendurch auch noch ein wenig gesprochen, man erfährt z.B. noch, warum die Wikinger nach Britannien unterwegs waren, oder was es mit dem seltsamen Priester auf sich hat, den sie unterwegs getroffen haben. Aber das war es dann auch im wesentlichen.

Wären die Figuren vielschichtig und würden sich weiterentwickeln, siehe z.B. Escape, könnte man das verschmerzen, aber hier bietet der Film nur plattes vom Klischee-Reißbrett. Die Wikinger, hier mal die Guten, unterscheiden sich immerhin noch ein bisschen voneinander, auf Seiten der Jäger haben nur zwei überhaupt ein Gesicht, der Rest verbirgt sich hinter Helmen und ist Kanonenfutter. Diese beiden sind aber auch nur eindimensionale Ultra-Bösewichte. Schauspielerisch wird hier nicht viel verlangt, es wird gebrüllt, gekämpft, „Nein“ geschrien, wenn ein Freund umkommt, das war es im Wesentlichen, Muskelmasse geht klar vor Mimik. Nur Ryan Kwanten (True Blood, Knights of Badassdom) tut sich hier noch etwas hervor und ist auch der einzige halbwegs bekannte Mime im Ensemble.

Besser sieht es hingegen in Sachen Inszenierung aus. Die Kampfszenen sind gut choreographiert, die Kamaerarbeit ordentlich, die Effekte und die Musik ebenso, einzig beim CGI-Einsatz sieht man hier und da das spärliche Budget durchschimmern. Dafür sorgen schöne Landschaften für ein wenig Atmosphäre.

Das ändert aber auch nichts daran, dass man dem Zuschauer einfach zu wenig Story anbietet, um irgendwie mitfiebern zu können. So schaut man sich die Gemetzel mehr oder weniger schulterzuckend an, so ordentlich sie auch umgesetzt sind – und ärgert sich am Schluss auch noch, dass das bisschen Geschichte nicht mal zu einem vernünftigen Ende geführt wird.
Man wünschte sich, die Macher von Northmen und von „Das Blut der Wikinger“ hätten sich zusammengetan. Story und Atmosphäre von letzterem, dafür Tempo und Action aus ersterem, dann wäre insgesamt ein ordentlicher Film rausgekommen. So ist es wieder nur Durchschnitts-Actionware, die man gucken kann, aber sicher nicht muss.

Fazit

Northmen ist ambitioniert inszeniert, nur um ein ordentliches Drehbuch hat man sich nicht bemüht. So sind die Kämpfe zwar actionreich, die Handlung aber dermaßen banal und die Figuren so flach, dass man sie nur schulterzuckend mitverfolgt. Auch hier gilt: Mit Ironclad, Black Death oder Escape gibt es deutlich bessere Mittelalter-Filme im Angebot.

Wertung


Pro

  • gut choreographierte Kämpfe
  • ordentliche Effekte

Contra

  • so gut wie gar keine Geschichte
  • eindimensionale Figuren
  • unbefriedigendes Ende
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Kategorien: Fantasy, Filme
von Jörg Benne 23.Feb.2015 2.345 x gelesen