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    Hollywood zeichnet im Jahr 2013 kein allzu optimistisches Bild von unserem Planeten. Gleich drei große Produktionen lässt man auf das weltweite Publikum los, in denen die Erde den Menschen ein unwirtlicher Ort geworden ist. Den Anfang macht Oblivion, bevor das Will Smith-Vehicle After Earth folgt und schließlich mit Elysium das Nachfolgewerk des District 9-Regisseurs eine ebenfalls wenig positive Zukunft des blauen Planeten entwirft. Fangen wir erstmal mit Oblivion an, in dem Tom Cruise als einer der letzten verbliebenen Menschen nach und nach mehr herausfindet, als er sich je vorstellen konnte.

    Kurz vor Toreschluss

    Wir schreiben das Jahr 2077. Die Erde wurde evakuiert, der Planet ist völlig verwüstet, die Menschheit lebt hoch über den Wolken. Jack Harper (Tom Cruise) ist als einer der wenigen Menschen noch auf der Erde stationiert und dient als Spezial-Techniker und Drohnen-Monteur in einer groß angelegten Operation, bei der überlebenswichtige Ressourcen abgebaut werden. Über Jahrzehnte hinweg musste eine furchterregende Alien-Bedrohung bekämpft werden, die noch immer auf der Erde lauert. Jacks Mission ist nun aber fast abgeschlossen. In zwei Wochen soll er sich den übrigen Überlebenden auf einer Mond-Kolonie anschließen, weit entfernt von der vom Krieg zerrissenen Welt, die er seit langer Zeit seine Heimat nennt.

    In der Ruhe liegt die Kraft

    Beeindruckende 140 Millionen soll Oblivion gekostet haben. Rein von der Anzahl der dauerhaft zu sehenden Schauspieler könnten böse Zungen schon behaupten, dass Cruise hier eine Rekordgage abgestaubt hat. Sieht man aber dann die Ausstattung und Effekte des Films, darf man das wohl getrost ins Land der Fabeln verweisen. Oblivion sieht klasse aus und verbindet das postapokalyptische Ambiente des von einem Atomkrieg ausgelaugten Planeten mit der kühlen Präzision der technischen Gerätschaften, mit denen Jack Harper tagein tagaus zu tun hat. Die Kamera reiht eine Weitwinkeleinstellung an die nächste und vermittelt dem Zuschauer so das Gefühl, fast mittendrin zu sein in dieser mysteriösen Einöde. Untermalt wird das Ganze von einem wunderbaren Soundtrack, dessen Macher der Regisseur Joseph Kosinski gleich von seinem vorherigen Projekt Tron: Legacy mitbrachte. Kosinski ist es auch, dem der Löwenanteil der Anerkennung gebührt, wenn es um die Story und visuelle Umsetzung geht, da alles seiner Graphic Novel entstammt, die er vor 8 Jahren entwarf.

    Augen und Ohren werden also schon mal verwöhnt, doch wie sieht es filmisch aus? Wenn man Tom Cruise und Sci-Fi hört, denkt man zwangsläufig an Krieg der Welten und andere tinnitusfördernde Effektspektakel. Umso überraschender (und wohltuender) ist die Zeit und Ruhe, die sich Oblivion nimmt, um große Teile der Geschichte zu erklären. Warum auch atemlos von Ort zu Ort hetzen, sind doch eh nur noch ein paar Lebewesen übrig? So ganz traute man dem Braten zwar doch nicht und streute noch ein paar Drohnenkämpfe und Verfolgungsjagden ein, aber dennoch werden Zuschauer, die Zerstörungsorgien a la Transformers erwarten, hier wohl nicht glücklich. Tom Cruise gibt über weite Strecken eine unterkühlte Performance zum besten, die auch zu seiner Figur des pflichtbewussten, aber allmählich zweifelnden Drohnenreparateurs passt. Ein bisschen mehr emotionale Farbe ins Spiel bringen Olga Kurylenko, Andrea Riseborough und der angesichts seiner Rollengröße in der Darstellerauflistung etwas zu prominent platzierte Morgan Freeman. Der Star ist und bleiben hier aber klar die Optik und die interessante Zukunftsvision, die in eine Geschichte eingebettet ist, die den Zuschauer ein ums andere Mal an der Nase herumführt und bis zuletzt rätseln lässt.

    Fazit

    Oblivion ist nicht der krachig-lärmende Effektfilm geworden, den sich manch einer vielleicht erhofft hat und genau darin liegt seine Stärke. Wer seine Augen verwöhnen und darüber hinaus noch ein Faible dafür hat, nicht sofort alle wichtigen Storyelemente schon weit vor deren Enthüllung erahnen zu können, sollte Oblivion eine Chance geben. Der nächste Sci-Fi-Krawall wird die Ruhe noch früh genug stören.

    Wertung


    Pro

    • Tolle Optik
    • Interessante Zukunftsvision
    • Storywendungen

    Contra

    • kein wirkliches Mitfiebern mit den Charakteren

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Science-Fiction
    von Roman Beele 12.Apr.2013 2.160 x gelesen
    • Jörg Benne

      Wäre wirklich interessant, wenn es nur nicht Tom Cruise wäre. Vielleicht dann auf DVD…

    • Roman Beele

      Wenn du damit auf seine Real Life-Machenschaften anspielst: also das kann ich ausblenden, weil er mich als Schauspieler überzeugt. Wenn man will, kann man ja jeglichen Gossip über den Menschen an sich ausblenden. Wenn er dir aber auch als Schauspieler nicht gefällt, dann wirst du mit dem Film wohl nicht warm. 😉

      • Jörg Benne

        Och na ja, ich finde er spielt selten wirklich eine Rolle. Cruise ist Cruise, immer dasselbe Mienenspiel – von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen.


    Oblivion
    Publisher Universal
    Regie Joseph Kosinski
    Genre Action
    Weitere Infos
    Termine
    Kino11.04.2013
     

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