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    Dean Koontz ist neben Stephen King der Horror-Romanautor unserer Zeit. Doch während es Kings Romane regelmäßig auf die große Leinwand schaffen, sind Koontz-Verfilmungen rar und meist nur auf Video erschienen. Dieses Schicksal hat hierzulande auch „Odd Thomas“ ereilt, das auf dem ersten Roman einer bislang fünfteiligen Serie basiert.

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    (c) Ascot Elite
    Regie: Stephen Sommers
    Laufzeit: 97 Minuten
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    Der seltsame Küchenchef
    Odd Thomas heißt nicht nur „seltsam“ mit Vornamen (was im Original für einige Wortspiele genutzt wird), der Küchenchef in einem kleinen Restaurant hat auch seltsame Fähigkeiten. Er kann Geister sehen, die ihn nicht selten auf Verbrechen hinweisen, deren Opfer sie wurden. Noch gruseliger aber sind die Bodachs, seltsame Kreaturen, die nur Odd sehen kann und die immer dann auftauchen, wenn großes Unheil droht. Als Odd eines Tages ganze Armeen dieser Kreaturen sieht, ahnt er, dass seinem Städtchen Schlimmes bevorsteht und versucht, das Unheil abzuwenden.

    Die Buchvorlage von Koontz wird aus der Ich-Perspektive erzählt. Odd erweist sich dabei als durchaus selbstironisch aber auch nicht unbedingt als geistiger Überflieger, der irgendwie das Beste aus seiner vertrackten Situation zu machen versucht. Der Film hält sich sehr eng an die Vorlage. So kommentiert die Stimme der Hauptfigur das Geschehen immer wieder aus dem Off und auch der ironische Unterton bleibt erhalten.

    Herausgekommen ist dabei eine recht krude Mischung aus Horror, Thriller und schwarzer Komödie, garniert mit einem Schuss zuckersüßer Romantik. Eigentlich ein interessanter Mix, allerdings hebt sich die Wirkung zuweilen gegenseitig auf. Wenn es also gerade besonders gruselig sein könnte, kommt wieder ein Witz, über den man aber auch nicht richtig lachen kann, weil es eben doch gerade eigentlich spannend ist.

    Das ist bedauerlich, denn der Film ist ordentlich produziert und offensichtlich floss einiges der rund 30 Mio $ Budget in die Special Effects. Diese bieten dann auch durchaus hohes Hollywood-Niveau, insbesondere die Bodachs sind sehr gut umgesetzt.
    Auch der Cast spielt solide, auch wenn die Schauspieler abseits von Anton Yelchin (Chekov aus den neuen Star Trek-Filmen) und Willem Dafoe dermaßen unbekannt sind, dass auf dem deutschen Cover der Name Patton Oswalt prangt, obwohl der Co-Star aus King of Queens gerade mal 20 Sekunden im Bild ist. Aber auch die weniger bekannten Darsteller machen ihre Arbeit gut, Addison Timlin (evtl. aus Californication bekannt) als Odds sympathisch verrückte Freundin Stormy empfiehlt sich sogar für weitere Auftritte.

    Fazit

    Odd Thomas ist ein solide produzierter Genre-Mix, dessen Zutaten sich leider zum Teil gegenseitig aufheben, sodass er zuweilen in keiner Disziplin richtig überzeugen kann. Wer sich auf die Mixtur einlässt, bekommt aber ordentliche Grusel-Unterhaltung mit gelegentlichem Augenzwinkern geboten.

    Wertung


    Pro

    • interessante Grundidee
    • gute Special Effects
    • sehr ironisch

    Contra

    • Genremix funktioniert nicht immer

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Horror
    von Jörg Benne 6.Jan.2014 1.528 x gelesen