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    Als ich zum ersten Mal von Open Grave hörte, dachte ich spontan: „Schon wieder Zombies?“ So langsam hab ich von rumschlurfenden Untoten doch genug gesehen. Doch die Inhaltsangabe deutete schon darauf hin, dass der Film andere Akzente setzt als im Genre üblich. Ein Geheimtipp?

    opengrave_cover

    (c) Universum Film
    Regie: Gonzalo Lopez-Gallego
    Laufzeit: 102 Minuten
    ab 26.09.14 im Handel
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    Jede Menge Leichen und ein Quintett ohne Erinnerung
    Ein Mann kommt zu sich, um ihn herum nur Leichen – er liegt in einem Massengrab. Eine stumme Frau wirft ihm von oben ein Seil in die Grube und als er sich daraus befreit hat, trifft er außer ihr noch vier andere Menschen in einem nahen Haus. Bis auf die stumme Frau haben alle das Gedächtnis verloren und wissen nicht wer sie sind und was sie hier machen. Als sie die Umgebung erkunden, finden sie Leichen, die an Bäume gefesselt sind, dazu ist das Haus voller Waffen. Zugleich kommen Bruchstücke ihrer Erinnerungen zurück. Offenbar kannten sich einige von ihnen. Aber was ist hier geschehen? Und warum ist der übernächste Tag im Kalender markiert?

    Die vielen Fragen deuten es schon an: Open Grave ist in erster Linie ein Mystery-Thriller. Horrorfans kommen hier nur bedingt auf ihre Kosten, es gibt nur vereinzelte Schockmomente und allzu blutig geht es auch nicht zu. Im Vordergrund steht viel mehr die Gruppendynamik innerhalb des Sextetts, dass sich nach und nach zusammenpuzzelt, wer sie sind, warum sie hier sind und warum überall Leichen herumliegen.

    Dieses Konzept funktioniert die ersten 45 Minuten sehr gut. Der Zuschauer ist genauso ratlos wie die Hauptfiguren und bekommt wie sie nur kleine Hinweise über Erinnerungsfetzen oder Dinge, die sie bei ihrer Erforschung der Umgebung finden. Die Inszenierung, bei der die eigentlich friedlich wirkende Waldumgebung bedrohlich und rätselhaft wirkt, ist dabei auch gelungen.

    Wenn dann aber so langsam klar wird, was geschehen ist und wer welche Rolle dabei gespielt hat, bricht der Film ein wenig ein. Der Versuch den Zuschauer auf eine falsche Fährte zu locken ist allzu offensichtlich, es wird auch zu viel erklärt. Darüber hinaus sind die Hauptfiguren allesamt überaus flach gezeichnet und machen dabei keine große Entwicklung durch. Verwirrung und Angst bestimmen ihr aller Handeln und macht sie daher sehr austauschbar, wenngleich Sharlto Copley (District 9), Thomas Kretschmann (King Kong) & Co ihre Parts ordentlich spielen. Immerhin setzt der Film zum Ende hin nochmal eine Duftmarke, mit einem Abschluss, den ich so nicht erwartet hätte.

    Fazit

    Wer auf wandelnde Leichen und blutigen Horror hofft, ist hier falsch. Open Grave beleuchtet das Zombie-Szenario mal aus anderer Perspektive und setzt auf die Mystery-Karte. Sind die Mysterien aber einmal gelöst, wird der Film jedoch zum Durchschnitts-Survival-Thriller ohne große Höhepunkte. Deshalb kein Geheimtipp, aber ein ordentlicher Mystery-Thriller im Endzeit-Szenario.

    Wertung


    Pro

    • neuer Ansatz für das Zombie-Szenario
    • erste Hälfte sehr rätselhaft und spannend
    • Gruppendynamik glaubhaft gespielt

    Contra

    • Spannung lässt in der zweiten Hälfte merklich nach
    • einige Dinge erscheinen im Nachhinein unlogisch

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Horror
    von Jörg Benne 12.Sep.2014 4.216 x gelesen