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    Dass die Mondlandung nie stattgefunden hat und die gezeigten Bilder einer der größten Fakes der Filmgeschichte sind, gehört zu den beliebtesten Verschwörungstheorien. Die Idee, daraus einen Film zu machen, ist nicht neu (Operation Capricorn, 1978), Indie-Regisseur Matt Johnson geht sie aber auf interessante neue Weise an.

    operationavalanche_cover

    (c) Ascot Elite
    Laufzeit: 91 Minuten
    ab 13.01.2017 im Handel
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    Betrug im Auftrag der CIA
    In den 60er Jahren tobt der kalte Krieg und die NASA steht unter Druck. Präsident Kennedy hat 1962 angekündigt, dass noch in diesem Jahrzehnt ein Amerikaner den Mond betreten wird. Will man sich nicht vor der Welt blamieren, muss dieses Ziel erreicht werden, doch die Zeit wird knapp. Gleichzeitig befürchtet man, dass die Russen einen Maulwurf in die NASA eingeschleust haben.
    Ein paar junge Agenten, die gerade untersucht haben, ob Kult-Regisseur Stanley Kubrick ein Spion sein könnte, haben eine Idee, wie man dem Maulwurf auf die Schliche kommen könnte: Sie wollen sich als Dokumentarfilmer ausgeben und bei der NASA einschleichen.
    Sie bekommen den Auftrag, finden aber bald heraus, dass der NASA die technischen Möglichkeiten fehlen, um die Mond-Landefähre zurück ins All zu bringen. Die CIA schmiedet sinistre Pläne, um das Gesicht der USA zu wahren, doch die Agenten haben eine bessere Idee: Wo sie schon vor Ort sind und Filmmaterial sammeln konnten, wieso nicht die ganze Mondlandung auf der Erde nachstellen, den Film auf die Mondfähre schmuggeln und von dort zur Erde übertragen? Die Operation Avalanche nimmt ihren Lauf.

    Der Film ist als Mockumentary im Found Footage-Stil gehalten. Das ganze sieht also aus, wie ein Film aus den 60ern (der Prolog ist sogar schwarz-weiß und im Kleinformat), der mit Handkamera und nicht selten unauffällig irgendwo versteckt gedreht wurde. Damit schafft sich der Film eine gewisse Authentizität, wenngleich es auch hier manchmal fraglich ist, warum der Kameramann gerade nichts besseres zu tun hat, als stumm die Kamera draufzuhalten. Immerhin, im Kern macht es Sinn, da die Agententruppe sich der Gefahr, als Mitwisser am Ende beseitigt zu werden, durchaus bewusst ist. Im Grunde ist der Film das Material, dass die Agenten zusammengeschnitten haben, um sich für den Fall abzusichern. Die Machart ist sicher nicht jedermanns Sache. Zwar ist das Bild nicht so verwackelt wie bei anderen FF-Streifen, dafür aber oft unscharf. Das ist zwar realistisch (der Auto-Fokus war in den 60ern noch nicht erfunden), aber manchmal doch recht anstrengend.

    Um den Film wirklich zu würdigen, sollte man auch wissen, wie er entstanden ist. Denn Johnson hat den Streifen zum Teil genauso gedreht, wie die Figuren im Film. Beispielsweise schlich er sich mit seinem Team als Dokumentarfilmer bei der NASA ein und führte Interviews mit echten Personen oder auch im echten Fotoarchiv. Auch wurde mit großer Liebe zum Detail rekonstruiert, wie man mit damaliger Technik eine Mondlandung glaubwürdig hätte umsetzen können. Hier liegt auch die klare Stärke des Films – das Gezeigte wirkt sehr glaubwürdig.

    Die Erzählung selbst ist hingegen eher dünn. Inhaltlich changiert Operation Avalanche zwischen Satire und Thriller, bedient meiner Meinung nach aber keines der Genres so richtig. Für eine Satire fehlt es an Biss und Humor blitzt mir zu selten auf, richtig spannend wird es erst im letzten Drittel und die Auflösung gerät etwas unbefriedigend.

    Extras: Leider gibt es nur ein 15minütiges Interview mit Matt Johnson, das aber einige interessante Hintergrundinfos liefert.

    Fazit

    Operation Avalanche stellt mit großer Akribie im FoundFootage-Stil ein Szenario nach, wie die CIA die Mondlandung gefälscht haben könnte. Das ist interessant, aber nur bedingt spannend erzählt und die zuweilen anstrengende Machart dürfte nicht jedermanns Sache sein. Fans von Verschwörungstheorien sollten aber auf jeden Fall mal reinschauen.

    Wertung


    Pro

    • ungewöhnliche Machart
    • hohe Authentizität
    • viele Liebe zum Detail

    Contra

    • Wackelbilder und Unschärfe nerven zeitweise
    • Thriller-Handlung kommt eher müde in die Gänge
    • Ende unbefriedigend

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Science-Fiction
    von Jörg Benne 7.Jan.2017 1.191 x gelesen