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Wirklich innovative Horrorfilme sind selten. Auch „Out of the Dark“ kommt mit seinem Gespensterhaus nicht eben mit einer neuen Idee daher. Frisch ist immerhin das Setting, denn der Film spielt in Kolumbien.

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(c) WVG Medie
Regie: Lluís Quílez
Laufzeit: 90 Minuten
ab 26. Juni 2015 im Handel
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Hazienda des Grauens
Sarah Harriman zieht mit ihrem Mann und ihrer kleinen Tochter Hannah aus London in eine Kleinstadt in Kolumbien. Hier will Sarahs Vater ihr die Geschäftsführung in der Papiermühle übergeben, die er im Dschungel aufgebaut hat.
Doch bald zeigt sich, dass der Ort ein dunkles Geheimnis birgt. Hannah sieht vermummte Kinder, die ihr Böses zu wollen scheinen, wird erst schwer krank und dann auch noch entführt. Ihre Eltern erfahren, dass ein Fluch auf dem Ort liegt und versuchen verzweifelt Hannah aus den Händen der wütenden Geister zu befreien.

Würde man „Out of the Dark“ ein Arbeitszeugnis ausstellen, würde man wohl die Formulierung „stets bemüht“ verwenden. Man hat sich um eine ordentliche Besetzung bemüht und mit Julia Stiles (10 Dinge, die ich an dir hasse), Scott Speedman (Underworld) und Stephen Rea (The Crying Game) namhafte Schauspieler verpflichtet. Man hat das Geschehen nicht einfach nur nach Kolumbien verfrachtet, sondern sich eine Geschichte mit einem Schuss Globalisierungskritik einfallen lassen. Und man hat einige Gruselszenen, die wirklich gruselig sind.

Das Problem liegt zwischen diesen Szenen. Es gibt gute, atmosphärische Passagen, in denen der Film viel richtig macht und auf den Spuren eines „Poltergeist“ zu wandeln scheint, dann aber wird das Tempo verschleppt und dezente Langeweile macht sich breit. Vor allem aber wird viel zu früh mit dem Zaunpfahl gewunken, was falsche Fährte und was die tatsächliche Ursache für die bösen Geister ist und wer für alles die Verantwortung trägt. Jeder halbwegs versierte Genrekenner kann spätestens nach einer halben Stunde vorhersagen, wie die Geschichte ausgeht.

Da hilft dann auch das unverbrauchte Setting wenig, zumal es reichlich unglaubwürdig daherkommt. Wer würde schon mit einem kleinen Kind ausgerechnet nach Kolumbien ziehen, noch dazu in eine Hazienda mitten im Dschungel? Und vor allem: Wer würde dort bleiben, wenn das Kind ernsthaft erkrankt und im örtlichen Krankenhaus keine Hilfe zu erwarten ist? Abgerundet wird der durchschnittliche Eindruck dann noch von einem theatralischen Ende und so gelingt es „Out of the Dark“ trotz des Titels nicht, aus dem dunklen Sumpf des Horror-Durchschnitts hervorzustechen.

Fazit

Geisterhaus-Geschichten gibt es nun wahrhaft genug. Out of the Dark hat zwar eine ordentliche Grundidee, verlässt sich ansonsten aber auf derart ausgelutschte Klischees, dass das Ende früh vorhersehbar ist. Dazu sind echte Gruselmomente selten, sodass das vorhandene Potential von Setting und Cast ungenutzt bleibt.

Wertung


Pro

  • unverbrauchtes Dschungel-Setting mit Globalisierungskritik
  • ordentliche Besetzung

Contra

  • zu wenige Gruselmomente, dazwischen Langeweile
  • Ende sehr früh vorhersehbar
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Kategorien: Filme, Horror
von Jörg Benne 1.Jun.2015 3.810 x gelesen