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    Found Footage Horror, da kann man mit wenig Aufwand viel Kohle scheffeln, glauben die Filmemacher seit dem Erfolg von Paranormal Activity (15.000 $ Budget, 107 Mio $ Einspiel). Also sprießen nicht nur haufenweise Fortsetzungen, sondern auch diverse Nachahmer auf dem Filmemarkt. Dieser hier heißt im Original „Psychophony“, kommt aus Spanien und wurde in Paranormal Vitality umbenannt, damit auch jedem klar ist, was ihn erwartet. Aber ganz so wie immer ist dann doch nicht alles.

    paranormalvitality_cover

    (c) KSM
    Laufzeit: 80 Minuten
    ab 14.10.2013 im Handel
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    Alles nur nachgespielt
    Die Psychologin Dr. Jara wollte nachweisen, dass Schizophrenie durch paranormale Phänomene ausgelöst wird, und karrte deshalb einige ihrer gestörten Patienten in ein Haus, in dem es spukt. Über Kameras und Sensoren wurde alles beobachtet und es kam zu einer Katastrophe.
    Der vorliegende Film soll nun die Ereignisse nachspielen, dazu werden hin und wieder sogenannte „Originalaufnahmen“ von dem „echten“ Experiment eingespielt.

    Soweit die total bescheuerte Geschichte. Mal ehrlich: Wenn man nachweisen will, dass Schizophrenie durch paranormale Phänomene ausgelöst(!) wird, sollte man dann nicht eigentlich gesunde Menschen als Versuchskaninchen benutzen? Was genau die Psychologin eigentlich wie beweisen wollte, bleibt völlig im Unklaren – aber sei’s drum, wir wollen uns ja gruseln und nicht mit Logik auseinandersetzen.
    Dabei hat die Grundidee durchaus was, denn die schizophrenen Patienten sehen ohnehin schon Geister und zu Beginn sollte der Zuschauer eigentlich nicht genau wissen, wer nun echt ist und wer nicht. Allerdings ist das derart plump gemacht, dass man schon sehr unaufmerksam sein muss, um das nicht sofort zu durchschauen.

    Was wir im weiteren geboten bekommen, ist absolut lächerlicher Murks. Die Prämisse, dass das, was wir sehen, nur nachgespielt ist, zerstört schon mal jede Atmosphäre. Wenn dann zur nachgespielten Szene das „Originalmaterial“ gezeigt wird und da alles anders aussieht (beispielsweise sitzen beim Nachspiel fünf Leute im Dunkeln um ein Pentagramm, im Original sind es sieben im Hellen), führt der Film diese Prämisse noch dazu total ad absurdum.

    Zu schwachen Schauspielerleistungen (größtenteils auf Laienniveau) und peinlichsten Überblend-Effekten kommt noch eine total lieblose deutsche Umsetzung. Mal sind die Originalszenen synchronisiert, mal nicht (sprich: spanisch). Das ist vor allem beim Ende ärgerlich, wenn einerseits spanische Zeitungsausschnitte eingeblendet werden und ein Interview auf Spanisch im Hintergrund zu hören ist. Beides wird gleichzeitig in Untertiteln übersetzt, die aber so schnell verschwinden, dass man sich diese Sequenz nur mit der Pausetaste ansehen kann. So wird dann auch noch der finale Twist versaut, großartig.

    Fazit

    Paranormal Vitality will zwar mit einer interessanten Grundidee aus der Masse herausstechen, führt diese aber selbst ad absurdum, in dem die nachgespielten Szenen gar nicht mit dem Original übereinstimmen. Regiearbeit, Drehbuch, Schauspielleistungen und vor allem Effekte überbieten sich an Peinlichkeit, das Einzige, was man diesem Machwerk zugutehalten kann, ist, dass man es schon nach 80 Minuten hinter sich hat.

    Wertung


    Pro

    nichts  

    Contra

    • bescheuerte Geschichte
    • Grundidee wird ad absurdum geführt
    • peinliche Effekte
    • Null Atmosphäre

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Horror
    von Jörg Benne 25.Sep.2013 4.613 x gelesen